Historische Tiefpreise am Solarmarkt sind Geschichte: Darum werden Solaranlagen ab sofort wieder drastisch teurer
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Xpert.Digital bei Google bevorzugen ⓘVeröffentlicht am: 7. März 2026 / Update vom: 7. März 2026 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Historische Tiefpreise am Solarmarkt sind Geschichte: Darum werden Solaranlagen ab sofort wieder drastisch teurer – Kreativbild: Xpert.Digital
Aus für die Einspeisevergütung & teure Module: Der perfekte Sturm am Solarmarkt trifft Hausbesitzer hart
Photovoltaik-Schock 2026: Warum Sie mit Ihrer Solaranlage auf keinen Fall bis nächstes Jahr warten sollten
Nach den extremen Schwankungen der vergangenen Jahre hofften Hausbesitzer und die Solarbranche auf ein endlich ruhiges Jahr 2026. Doch die Realität sieht völlig anders aus: Ein beispielloser Dreifach-Schock erschüttert aktuell den Photovoltaik-Markt und droht, die Kalkulation von Millionen Eigenheimbesitzern drastisch zu verändern. Während China seine Exportförderung streicht und Solarmodule damit spürbar verteuert, plant die Bundesregierung zeitgleich das Ende der rettenden Einspeisevergütung für kleine Anlagen. Befeuert wird dieser „perfekte Sturm“ durch eskalierende Gaspreise infolge eines neuen Nahost-Konflikts, der unweigerlich böse Erinnerungen an die Energiekrise weckt. Für Verbraucher, die über eine Solaranlage nachdenken, sowie für die gesamte Branche beginnt nun ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit.
Der perfekte Sturm am Solarmarkt – Warum das vermeintlich ruhige PV-Jahr 2026 zum Wendepunkt wird
Drei Schockwellen treffen eine Branche, die sich gerade erst erholt hat
Wer glaubte, dass der deutsche Photovoltaikmarkt nach den turbulenten Jahren 2023 und 2024 endlich in ruhigeres Fahrwasser gleiten würde, wird in den ersten Monaten des Jahres 2026 eines Besseren belehrt. Drei Entwicklungen treffen gleichzeitig auf einen Markt, der sich gerade erst von den Verwerfungen der Energiekrise und den anschließenden Überkapazitäten erholt: China streicht die Exportrabatte für PV-Komponenten, die Bundesregierung plant die Abschaffung der Einspeisevergütung für kleine Anlagen ab 2027, und der Iran-Konflikt lässt die Gaspreise in Europa explodieren. Jede dieser Entwicklungen für sich hat das Potenzial, Angebot, Nachfrage und Preise im Solarmarkt spürbar zu verschieben. Zusammen könnten sie für einen tektonischen Wandel sorgen.
Die Ausgangslage ist dabei alles andere als einfach. Nachdem Deutschland im Jahr 2025 rund 16,5 Gigawatt an neuer Photovoltaikleistung zugebaut und damit das Regierungsziel von 15 Gigawatt übertroffen hatte, startete das Jahr 2026 verhalten. In den ersten beiden Monaten wurden im Segment der Eigenheime zwischen 5 und 25 Kilowattpeak lediglich rund 45.000 Anlagen installiert – ein Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Frost, Schnee und kurze Tage trugen dazu bei, doch die Zahlen spiegeln auch eine grundlegendere Verunsicherung wider.
Der chinesische Exportrabatt fällt – und verändert die globale Preislandschaft
Die erste Schockwelle kommt aus Peking. Am 9. Januar 2026 gab das chinesische Finanzministerium gemeinsam mit der staatlichen Steuerverwaltung bekannt, dass die Mehrwertsteuer-Exportrückerstattungen für Photovoltaikprodukte zum 1. April 2026 vollständig abgeschafft werden. Für Batterieprodukte wird der Rabattsatz zunächst von neun auf sechs Prozent gesenkt, bevor er zum 1. Januar 2027 ganz entfällt.
Diese Ankündigung markiert das Ende einer über ein Jahrzehnt währenden Exportförderung, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass chinesische Solarmodule den Weltmarkt dominierten und die Preise auf historische Tiefstände drückten. Es handelt sich bereits um die zweite größere Anpassung innerhalb von etwas mehr als einem Jahr. Im Dezember 2024 waren die Exportrabatte für Photovoltaikprodukte von 13 auf 9 Prozent gesenkt worden. Nun werden sie komplett gestrichen.
Die Gründe für Pekings Kurswechsel sind vielschichtig. Offiziell zielt die Maßnahme darauf ab, den ruinösen Preisverfall bei Photovoltaikprodukten zu bremsen, Überkapazitäten abzubauen und Handelskonflikten vorzubeugen. Inoffiziell steht dahinter auch der Versuch, die heimische Solarindustrie zu konsolidieren, die unter einem erbarmungslosen Preiskampf leidet. Dutzende chinesische Modulhersteller schrieben zuletzt rote Zahlen, und selbst Branchenriesen kamen an ihre Belastungsgrenzen.
Die Auswirkungen auf den europäischen Markt sind bereits spürbar. Martin Schachinger, Geschäftsführer des Onlinemarktplatzes PV Xchange und langjähriger Beobachter der Modulpreise, beschreibt die Situation als einen Tsunami, der sich schneller als erwartet aufbaut. Im Distributionsbereich und in Webshops seien die Modulpreise bereits um bis zu 30 Prozent nach oben korrigiert worden – weit mehr als die neun Prozent, die durch den reinen Wegfall des Exportrabatts gerechtfertigt wären. Neben dem Exportrabatt verteuern sich auch Vorprodukte wie Silizium-Ingots, Silberpasten, Zellen, Glas und Aluminium für die Modulrahmen.
Für den deutschen Markt bedeutet das ein Ende der historischen Tiefpreisphase. Im Frühjahr 2025 hatten die Durchschnittspreise kompletter Photovoltaikanlagen ein historisches Minimum erreicht. Für schlüsselfertige Systeme wurde im deutschen Markt 2026 ein Preisbereich von 1.100 bis 1.500 Euro pro Kilowattpeak erwartet. Diese Kalkulation steht nun auf dem Prüfstand.
Die Einspeisevergütung vor dem Aus – eine energiepolitische Zäsur
Die zweite Schockwelle hat ihren Ursprung in Berlin. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen bis 25 Kilowattpeak ab dem 1. Januar 2027 abzuschaffen. Ein rund 400-seitiger EEG-Referentenentwurf, der verschiedenen Medien vorlag, sieht vor, dass auch kleine Dachanlagen ihren Strom künftig direkt am Markt verkaufen müssen – ein Modell, das für Privathaushalte bisher weder technisch noch wirtschaftlich funktioniert.
Die Argumentation des Wirtschaftsministeriums lautet, dass private Solaranlagen heute auch ohne staatliche Förderung wirtschaftlich rentabel seien und dass das bestehende System jährlich Milliarden Euro belaste. Tatsächlich musste die Bundesregierung im vergangenen Jahr rund 18 Milliarden Euro an die Netzbetreiber zahlen, um die Einspeisevergütung zu finanzieren – seit der Abschaffung der EEG-Umlage im Jahr 2022 trägt der Staat diese Kosten vollständig. Zudem wird an sonnenreichen Tagen mittlerweile so viel Strom erzeugt, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt.
Doch die Kritik an den Plänen ist massiv. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt, dass die Abschaffung der EEG-Vergütung und der Zwang zur Direktvermarktung die Bürgerenergiewende zum Erliegen bringen würden. Für die Mehrzahl neuer Solaranlagenbetreiber sei die Einspeisevergütung weiterhin zwingend notwendig, um eine hinreichende Rentabilität sicherzustellen. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat in einer eigenen Studie vor den Folgen gewarnt und das Jahr 2027 als definitiv zu früh für eine Abschaffung der festen Einspeisevergütung bezeichnet.
Das Problem liegt in den Gebühren für die Direktvermarktung. Besonders bei kleinen Dachanlagen bis 30 Kilowattpeak könnten die Kosten für die notwendige Direktvermarktung bis zu 69 Prozent der Erlöse über die gesamte Laufzeit auffressen. Die Eigenverbrauchsquote müsste um etwa 15 Prozent höher liegen als unter dem aktuellen EEG-Modell, um die geringeren Erlöse beim Stromverkauf auszugleichen.
Aktuell liegt die Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 10 Kilowattpeak bei 7,78 Cent pro Kilowattstunde bei Teileinspeisung und 12,34 Cent bei Volleinspeisung. Für den Leistungsanteil zwischen 10 und 40 Kilowattpeak werden 6,73 beziehungsweise 10,35 Cent gezahlt. Diese Sätze sinken halbjährlich um ein Prozent – die nächste Absenkung erfolgt am 1. August 2026. Wer noch von den aktuellen Konditionen profitieren will, muss seine Anlage bis Ende 2026 in Betrieb nehmen, da ein Bestandsschutz für bestehende Anlagen vorgesehen ist.
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Das Herzstück dieser technologischen Weiterentwicklung ist die bewusste Abkehr von der konventionellen Klemmenbefestigung, die seit Jahrzehnten den Standard darstellt. Das neue und zeit- wie kostengünstigere Montagesystem begegnet dieses mit einem grundlegend anderen, intelligenteren Konzept. Anstatt die Module punktuell zu klemmen, werden sie in eine durchgehende, speziell geformte Trägerschiene eingelegt und dort sicher gehalten. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass alle auftretenden Kräfte – seien es statische Lasten durch Schnee oder dynamische Lasten durch Wind – gleichmäßig über die gesamte Länge des Modulrahmens verteilt werden.
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Die Solar-Falle: Warum explodierende Gaspreise die Energiewende paradoxerweise ausbremsen
Der Iran-Konflikt treibt die Gaspreise auf Dreijahreshoch
Die dritte und in ihren kurzfristigen Auswirkungen dramatischste Schockwelle kommt vom Persischen Golf. Seit dem 28. Februar 2026 führen die Vereinigten Staaten und Israel Luftangriffe auf den Iran. Die Energiemärkte reagierten sofort und mit beispielloser Heftigkeit. Der europäische Gasreferenzpreis TTF sprang innerhalb von 24 Stunden um über 50 Prozent auf rund 62 Euro pro Megawattstunde – der höchste Stand seit mehr als drei Jahren. Seit Wochenbeginn hat sich der Gaspreis zeitweise sogar mehr als verdoppelt.
Die Ursachen liegen in der strategischen Bedeutung der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgas-Handels abgewickelt werden. Der Iran hat diese Meerenge faktisch gesperrt, und ein General der Revolutionsgarden drohte, jedes Schiff zu verbrennen, das die Passage zu durchfahren versuche. QatarEnergy, der weltgrößte LNG-Exporteur, hat seine Gasproduktion nach Drohnenangriffen auf Anlagen in Ras Laffan und Mesaieed eingestellt – ein Ausfall, für den es kurzfristig keinen Ersatz gibt.
Analysten zeichnen ein düsteres Bild. JPMorgan hält Gaspreise von 60 Euro pro Megawattstunde und mehr für realistisch, sollte der Konflikt mehrere Wochen andauern. Die Deutsche Bank schließt im Extremszenario – anhaltende Hormus-Blockade und weitere Infrastrukturschäden – Preise von über 80 Euro pro Megawattstunde nicht aus. Goldman Sachs warnt vor einem Gaspreisanstieg von bis zu 130 Prozent in Europa, was eine Rückkehr auf das Niveau der Energiekrise von 2022 bedeuten würde. Der damalige Preisschock hatte Millionen deutscher Haushalte an die Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit gebracht.
Auch die Ölpreise steigen kräftig. Die Investmentbank Bernstein hob ihre Brent-Prognose für 2026 von 65 auf 80 Dollar pro Barrel an und sieht im Extremfall eines längeren Konflikts sogar 120 bis 150 Dollar. Iranische Revolutionsgarden prognostizierten gar einen Ölpreis von 200 Dollar.
Wie die drei Faktoren zusammenwirken
Was die aktuelle Situation so brisant macht, ist nicht die einzelne Wirkung jeder Entwicklung, sondern ihr Zusammenspiel. Steigende Modulpreise durch den Wegfall der chinesischen Exportrabatte erhöhen die Investitionskosten für neue Photovoltaikanlagen. Die drohende Abschaffung der Einspeisevergütung ab 2027 schafft Unsicherheit über die langfristige Rentabilität. Und die explodierenden Gaspreise erhöhen zwar den wirtschaftlichen Anreiz für Solaranlagen, verstärken aber gleichzeitig den allgemeinen Inflationsdruck, der die Kaufkraft der Verbraucher weiter schmälert.
Für die Branche ergibt sich daraus ein paradoxes Szenario. Einerseits könnten steigende Gas- und Strompreise die Nachfrage nach Solaranlagen und Batteriespeichern kurzfristig ankurbeln – insbesondere wenn die Abschaffung der Einspeisevergütung ab 2027 greift und damit erhebliche Vorzieheffekte auslöst. Andererseits treiben höhere Modulpreise und steigende Installationskosten die Gesamtinvestition nach oben, was gerade für preissensible Privathaushalte abschreckend wirken kann.
Das Marktanalyseunternehmen Memodo warnt vor einer möglichen Verknappung in einigen Produktsegmenten. Wenn Endkunden ihre Investitionsentscheidungen vorziehen, um noch von der bestehenden Einspeisevergütung zu profitieren, und gleichzeitig die Importpreise steigen, könnte es zu Lieferengpässen kommen. Das Jahr 2027 stünde dann vor einem drastischen Einbruch im Eigenheimsegment.
Die Zahlen hinter der Verunsicherung
Die aktuelle Marktdynamik lässt sich an den Zubauzahlen ablesen. Deutschland verfügt Ende 2025 über eine installierte Photovoltaikleistung von 117 Gigawatt und damit über rund 5,7 Millionen Solaranlagen. Bayern führt die Statistik mit 31.452 Megawatt installierter Leistung an, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Im Jahr 2025 wurde die Photovoltaik mit einem Anteil von 16,8 Prozent an der Stromerzeugung zur zweitwichtigsten Energiequelle im deutschen Strommix.
Um das gesetzlich festgelegte Ausbauziel von 215 Gigawatt bis 2030 zu erreichen, müsste der Photovoltaikzubau im Jahr 2026 auf 22 Gigawatt gesteigert werden. Angesichts des verhaltenen Jahresstarts und der beschriebenen Marktunsicherheiten erscheint dieses Ziel ambitioniert. Der Bundesverband Solarwirtschaft hatte für 2025 zunächst einen Zubau von 17,5 Gigawatt prognostiziert, die Bundesnetzagentur ging von 16,4 Gigawatt aus – beide Werte lagen unter den Erwartungen.
Im Bereich der Großspeicher zeigt sich dagegen eine erfreuliche Dynamik. In den ersten beiden Monaten 2026 wurden knapp 2.000 Speicher über 25 Kilowattstunden installiert, was einem Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die installierte Kapazität hat sich sogar mehr als verdoppelt. Großspeicher für Arbitragehandel und Regelenergie machen inzwischen rund 80 Prozent der neu installierten Kapazität aus. Steigende Gas- und Strompreise werden diesen Trend weiter beschleunigen.
Was die Branche jetzt braucht
Die Photovoltaikbranche steht vor einem Wendepunkt, der über das rein Ökonomische hinausgeht. Es geht um die Frage, ob die Energiewende im Eigenheimbereich – einer der tragenden Säulen des deutschen Solarausbaus – weiterhin dynamisch voranschreitet oder ob politische und geopolitische Faktoren den Schwung abwürgen.
Die Diskussion um die Einspeisevergütung verdient dabei eine differenziertere Betrachtung, als sie derzeit geführt wird. Es stimmt, dass das bestehende System den Staat jährlich Milliarden kostet. Es stimmt aber auch, dass die feste Vergütung der entscheidende Vertrauensanker für Millionen von Eigenheimbesitzern war, die in Solaranlagen investiert haben. Ein abrupter Übergang zur Direktvermarktung – ohne die technischen und regulatorischen Voraussetzungen zu schaffen – würde den Markt destabilisieren.
Was die Branche braucht, sind klare Übergangsfristen, ein schnellerer Rollout von Smart Metern, die die Einspeisung präzise steuern können, flächendeckende dynamische Stromtarife und eine realistische Bewertung dessen, was Privathaushalte wirtschaftlich und technisch leisten können. Das vermeintlich ruhige PV-Jahr 2026 wird es nicht geben. Es wird ein Jahr der Weichenstellungen – und der Konsequenzen, die aus den Entscheidungen der nächsten Wochen und Monate folgen.
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