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Rüstungs-Boom in Deutschland: Warum Sicherheit und Wirtschaft keine getrennten Welten mehr sind

Rüstungs-Boom in Deutschland: Warum Sicherheit und Wirtschaft keine getrennten Welten mehr sind

Rüstungs-Boom in Deutschland: Warum Sicherheit und Wirtschaft keine getrennten Welten mehr sind – Bild: Xpert.Digital

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Jahrzehntelang galten Sicherheit und Wirtschaft in Deutschland als streng getrennte Welten: Hier die geopolitischen Strategien und die Bundeswehr, dort Exportbilanzen, Freihandel und Industrieförderung. Doch der Krieg in Europa, brüchige globale Lieferketten und der harte Wettbewerb der Supermächte erzwingen ein radikales Umdenken. Aufrüstung ist nicht länger nur eine militärische Notwendigkeit, sondern avanciert zum größten Konjunkturprogramm der modernen Bundesrepublik. Mit Verteidigungsausgaben, die mittelfristig auf bis zu fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen könnten, winken der heimischen Wirtschaft Hunderttausende neue Arbeitsplätze und massive Wachstumsimpulse. Gleichzeitig verschmelzen zivile und militärische Technologien im sogenannten „Dual-Use“-Bereich zunehmend miteinander. Dieser Paradigmenwechsel zeigt: Technologische Souveränität und Verteidigungsfähigkeit sind heute die Grundpfeiler unserer wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit. Wer diesen Wandel ignoriert, riskiert nicht nur militärische Verwundbarkeit, sondern auch den eigenen Wohlstand.

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Die neue Logik des 21. Jahrhunderts: Rüstung ist Industriepolitik

Jahrzehntelang war die gedankliche Trennung von Sicherheitspolitik und Wirtschaftspolitik in Deutschland beinahe institutionalisiert. Auf der einen Seite standen Bundeswehr, NATO und geopolitische Abstraktionen, auf der anderen Seite Exportbilanzen, Betriebsergebnisse und Industrieförderung. Wer diese beiden Sphären verband, galt entweder als Militarist oder als naiver Idealist. Diese Ära ist vorbei. Die russische Invasion in die Ukraine, die Destabilisierung der globalen Lieferketten, der Wettbewerb der Supermächte und eine neue amerikanische Unzuverlässigkeit haben eine fundamentale Erkenntnis erzwungen: Sicherheitspolitik ist in ihrer Wirkung immer auch Wirtschaftspolitik – und umgekehrt. Wer das ignoriert, zahlt einen doppelten Preis: den der militärischen Verwundbarkeit und den der wirtschaftlichen Abhängigkeit.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Deutschland erfüllt seit 2024 klar das Zwei-Prozent-Ziel der NATO und wendet aktuell 2,4 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auf. Auf dem NATO-Gipfel im Juni 2025 in Den Haag verpflichteten sich die Bündnispartner, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf insgesamt fünf Prozent des BIP zu erhöhen – 3,5 Prozent für reine Verteidigungsausgaben wie Material, Waffensysteme und Ausrüstung, weitere 1,5 Prozent für militärisch notwendige Infrastruktur wie Schienen, Straßen, Brücken sowie Cybersicherheit, Stromnetze und IT-Projekte. Das ist keine abstrakte politische Verabredung. Es ist das größte staatlich induzierte Konjunkturprogramm in der Geschichte der modernen Bundesrepublik.

Rüstungsausgaben als Wirtschaftsmotor: Zahlen, die überzeugen

Die wirtschaftlichen Implikationen dieses Paradigmenwechsels sind enorm. Eine gemeinsame Analyse der Beratungsgesellschaft EY-Parthenon und der DekaBank zeigt: In den kommenden zehn Jahren werden die europäischen NATO-Länder ihre direkten Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigern, was jährlichen Ausgaben von etwa 770 Milliarden Euro entspricht. Von den rund 217 Milliarden Euro, die jährlich in den Rüstungssektor fließen werden, entfallen auf Deutschland etwa 32 Milliarden Euro – knapp 15 Prozent des gesamten europäischen Etats.

Allein diese Summe wird in Deutschland erhebliche volkswirtschaftliche Impulse auslösen. Laut der EY-DekaBank-Studie sichert und schafft dieser Investitionsschub bis zu 360.000 Industriejobs in Deutschland und steigert das BIP bis 2029 um insgesamt 0,7 Prozent. Noch bedeutsamer ist der volkswirtschaftliche Multiplikatoreffekt: Jeder Euro, den die Rüstungsindustrie erwirtschaftet, löst laut Berechnungen der Studie etwa 2,70 Euro an zusätzlicher Wirtschaftsleistung in Europa aus – durch Zulieferer, Dienstleister, Forschungsinstitute und technologische Spin-off-Effekte. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel hatte bereits Anfang 2025 auf der Münchner Sicherheitskonferenz prognostiziert, dass eine Erhöhung der EU-Verteidigungsausgaben von knapp zwei auf 3,5 Prozent des BIP ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von bis zu 1,5 Prozent ermöglichen könnte – vorausgesetzt, die Investitionen fließen hauptsächlich in die europäische Produktion.

Bereits heute zeigt sich dieser Boom in den Unternehmensbilanzen. Rheinmetall verzeichnete 2024 mit 9,8 Milliarden Euro Umsatz den höchsten Wert seiner Geschichte – ein Anstieg von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Airbus Defence and Space steigerte seinen Umsatz auf 4,5 Milliarden Euro. Thyssenkrupp Marine Systems erzielte rund 2,1 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und Verteidigungsexperte Klaus-Heiner Röhl vom Institut der deutschen Wirtschaft betont, dass der eigentliche Boom erst noch bevorstehe.

Technologische Souveränität als wirtschaftspolitisches Ziel

Doch die ökonomische Dimension der Sicherheitspolitik beschränkt sich nicht auf Rüstungsaufträge und Beschäftigungszahlen. Sie berührt fundamentalere Fragen der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit in einer fragmentierenden Weltordnung. Die Europäische Strategie für wirtschaftliche Sicherheit, im Juni 2023 von der Europäischen Kommission verabschiedet, benennt diesen Zusammenhang explizit: Globale Krisen von COVID-19 über Energiekrisen bis hin zu geopolitischen Spannungen haben gezeigt, dass wirtschaftliche Abhängigkeiten Sicherheitsrisiken darstellen können. Lieferketten, Rohstoffzugänge, Halbleiterversorgung, digitale Infrastruktur – all das sind keine reinen Handelsfragen mehr, sondern sicherheitsrelevante Staatsangelegenheiten.

Deutschland steht hier vor einer besonders komplexen Ausgangslage. Als exportorientierte Volkswirtschaft ist die deutsche Wirtschaft mit den USA und China eng verflochten und wird die Konsequenzen einer Separierung der Technologie- und Handelssphären deutlich spüren, wie die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in einer Analyse zur Wirtschaftssicherheit in Zeiten geopolitischer Spannungen festhält. Gleichzeitig erfordert die sicherheitspolitische Lage eine fundamentale Neuausrichtung der Verteidigungsbereitschaft – mit substanziell höheren Ausgaben für die Verteidigung, wie Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln betont.

Der Bundeswirtschaftsminister und seine europäischen Kollegen stehen damit vor einer strategischen Aufgabe: Sie müssen wirtschaftliche Abhängigkeiten abbauen, ohne handelspolitische Isolation zu riskieren. Sie müssen Resilienz aufbauen, ohne Effizienz zu opfern. Und sie müssen Verteidigungsinvestitionen so lenken, dass die Mittel den europäischen Volkswirtschaften zugutekommen – und nicht primär als Transferzahlung an amerikanische Rüstungskonzerne fließen. Goldman Sachs schätzt, dass zusätzliche Verteidigungsausgaben über zwei Jahre einen fiskalischen Multiplikator von 0,5 haben – was bedeutet, dass 100 Euro, die für Verteidigung ausgegeben werden, 50 Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung erzeugen. Dieser Effekt steigt jedoch erheblich, wenn der Einkauf in Europa stattfindet.

 

Hub für Sicherheit und Verteidigung - Beratung und Informationen

Hub für Sicherheit und Verteidigung - Bild: Xpert.Digital

Der Hub für Sicherheit und Verteidigung bietet fundierte Beratung und aktuelle Informationen, um Unternehmen und Organisationen effektiv dabei zu unterstützen, ihre Rolle in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu stärken. In enger Verbindung zur Working Group Defence der SME Connect fördert er insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Verteidigung weiter ausbauen möchten. Als zentraler Anlaufpunkt schafft der Hub so eine entscheidende Brücke zwischen KMU und europäischer Verteidigungsstrategie.

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Zwischen Wirtschaft und Verteidigung: Die Ära der Dual-Use-Innovationen

Dual Use: Die Verschmelzung ziviler und militärischer Innovation

Eine besonders strategisch bedeutsame Schnittstelle zwischen Sicherheits- und Wirtschaftspolitik ist die Welt der sogenannten Dual-Use-Technologien – also Waren, Technologien oder Software, die aufgrund ihrer technischen Parameter sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können. Die Europäische Kommission hat im November 2025 den Anhang I der EU-Dual-Use-Verordnung aktualisiert und dabei zahlreiche neue Technologiebereiche unter Kontrolle gestellt – von Quantencomputern über Halbleitertechnologien bis hin zu additiver Fertigung und Biotechnologie.

Hinter dieser regulatorischen Maßnahme steckt eine tiefere strategische Logik. Die Trennung zwischen ziviler und militärischer Innovation ist im 21. Jahrhundert nicht mehr aufrechtzuerhalten. Die Erfahrungen der ukrainischen Drohnen-Industrie zeigen, wie schnell zivile Innovationen in militärische Anwendungen überführt werden können und wie sehr sich operative Lernzyklen und Produktion gegenseitig verstärken. Unternehmen integrieren zunehmend künstliche Intelligenz, kommerzielle Fertigungsmethoden und Start-up-Modelle in militärische Anwendungen – ein fundamentaler Bruch mit der traditionellen Abschottung zwischen zivilen und militärischen Sektoren. Für die deutsche Wirtschaftspolitik bedeutet das: Wer in Schlüsseltechnologien wie Quantencomputing, Halbleiter, Robotik oder autonome Systeme investiert, betreibt gleichzeitig Sicherheitspolitik.

Das erfordert ein Umdenken in der Wirtschaftsförderung. Der 500-Milliarden-Euro-Modernisierungsfonds, den die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz nach der Reform der Schuldenbremse beschlossen hat, schafft hierfür den finanziellen Rahmen. Dieses Kapital kann, wenn es klug eingesetzt wird, nicht nur die Bundeswehr modernisieren, sondern zugleich die technologische Basis der deutschen Wirtschaft stärken: durch Investitionen in die Schieneninfrastruktur, Brücken, Cybersicherheitssysteme, Energienetze und digitale Infrastruktur, die sowohl militärischen als auch zivilen Zwecken dienen.

Europas Souveränitätswende: Eine neue geopolitische Architektur entsteht

Auf europäischer Ebene verdichtet sich der Konsens, dass die bisherige Sicherheitsarchitektur nicht mehr trägt. Im Europaparlament herrscht weitgehende Einigkeit darüber, dass sich rund um Europa ein „Bogen der Instabilität“ gebildet hat, in dem Wettbewerb und Protektionismus die Zusammenarbeit und den Freihandel ersetzen. Die Hohe Vertreterin der EU, Kaja Kallas, arbeitet an einer neuen Sicherheitsstrategie, die alle Dimensionen der europäischen Sicherheit abdeckt – von harter Sicherheit und Verteidigung bis hin zur wirtschaftlichen Sicherheit und Vorsorge. Diese Entwicklung ist historisch. Europa begreift, dass seine wirtschaftliche Stärke ohne eine entsprechende sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit auf Dauer nicht zu verteidigen ist.

Bis 2035 werden sich die direkten Verteidigungsinvestitionen der europäischen NATO-Staaten insgesamt auf fast 2.200 Milliarden Euro belaufen – nur so lassen sich die Ausrüstungsziele erreichen und ein möglicher Wegfall amerikanischer Systeme kompensieren. Diese gewaltige Investitionssumme ist gleichzeitig das größte wirtschaftspolitische Konjunkturprogramm, das Europa je beschlossen hat. Die Wachstumseffekte gehen dabei weit über die Rüstungsbranche hinaus: Mit den jährlichen Investitionen wird in der europäischen Rüstungsbranche eine Bruttowertschöpfung von rund 40 Milliarden Euro erzeugt, und entlang der Lieferkette sowie in weiteren Sektoren werden zusätzlich 109 Milliarden Euro angestoßen.

Der geopolitische Risikotest: Was auf dem Spiel steht

Die Dringlichkeit dieser Transformation zeigt das aktuelle geopolitische Risikoprofil. Drei Risiken stechen dabei besonders hervor, wie Stefan Mair von der Stiftung Wissenschaft und Politik analysiert: eine Niederlage der Ukraine im Krieg mit Russland, ein Entzug amerikanischer Sicherheitsgarantien und eine Eskalation der strategischen Rivalität zwischen den USA und China. Alle drei Szenarien hätten unmittelbare und schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für Deutschland und Europa.

Die Bundesbank bestätigt diese Einschätzung in einer eigenen Forschungsarbeit: Steigende geopolitische Risiken in Handelspartnerländern verteuern und dämpfen Warenimporte und beeinträchtigen Lieferketten. Zudem fördern sie eine Fragmentierung des Welthandels, wobei Risiken im Zusammenhang mit China besonders bedeutend sind. Deutschland als eine der exportstärksten Volkswirtschaften der Welt ist von dieser Fragmentierung besonders betroffen. Ein Abschmelzen der globalisierten Handelsordnung trifft keine Volkswirtschaft härter als jene, die auf offene Märkte und stabile Lieferketten angewiesen ist.

Von der Verteidigungsbereitschaft zur wirtschaftlichen Resilienz

Die entscheidende wirtschaftspolitische Schlussfolgerung ist daher nicht, dass Rüstungsausgaben per se wünschenswert sind. Sie ist subtiler und langfristiger: Ein Land, das glaubwürdig abschrecken kann, schützt nicht nur seine territoriale Integrität, sondern auch seine wirtschaftlichen Interessen. Es sichert Handelsrouten, schützt kritische Infrastruktur, erhält Zugang zu Ressourcenmärkten und verhindert die wirtschaftliche Erpressung durch autoritäre Akteure. Europa hat in den letzten Jahrzehnten die Dividende des Friedens verbraucht – niedrige Verteidigungsausgaben, globale Handelsverflechtung, günstige Energie aus Russland. Diese Dividende ist aufgezehrt.

Der EU-Haushalt für 2026 spiegelt diese neue Realität wider: Die geplanten Ausgaben für den Bereich Sicherheit und Verteidigung steigen um knapp 200 Millionen Euro auf gut 2,8 Milliarden Euro, und rund 230 Millionen Euro mehr sind für Migration und Grenzmanagement vorgesehen. Diese Summen klingen bescheiden, sind aber ein Signal für eine grundsätzliche Neupriorisierung. Deutschland steuert als größter Nettozahler der Union fast ein Viertel der EU-Mittel bei – und profitiert gleichzeitig mehr als jede andere europäische Volkswirtschaft vom Binnenmarkt.

Der Schlüsselsatz für die Wirtschaftspolitik der kommenden Dekade lautet daher: Sicherheitspolitische Investitionen sind kein reiner Konsum, sondern Infrastruktur für wirtschaftlichen Erfolg. Wer Straßen, Schienen und Brücken als wirtschaftspolitisch relevant betrachtet, muss dasselbe für Cybersicherheit, Rüstungskapazitäten und strategische Vorräte tun. Die Trennung dieser Sphären war ein historischer Luxus, den sich Deutschland und Europa in der Ära nach dem Kalten Krieg leisteten. In der Welt von 2026 ist dieser Luxus unbezahlbar geworden.

Chancen und Risiken der neuen Rüstungsdynamik

Es wäre unvollständig, die wirtschaftliche Dimension der Sicherheitspolitik ausschließlich als Chance zu beschreiben. Die Risiken sind real. Massiv steigende Verteidigungsausgaben können Verdrängungseffekte erzeugen: Wenn staatliche Mittel in Rüstung fließen, fehlen sie womöglich für Bildung, Forschung, Klimaschutz und soziale Infrastruktur. Der fiskalische Multiplikator von Rüstungsausgaben ist zwar positiv, aber in der Regel geringer als bei Investitionen in Bildung oder Infrastruktur. Und eine Überhitzung der Rüstungsindustrie kann Fachkräfte aus anderen produktiven Sektoren abziehen.

Hinzu kommt die Gefahr der strategischen Pfadabhängigkeit: Volkswirtschaften, die ihre Innovationskraft zunehmend auf militärische Anwendungen ausrichten, riskieren, ihre zivile Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Die USA sind hier ein warnendes Beispiel – sie verfügen über eine überwältigende militärische Stärke, zeigen aber zunehmende Schwächen in der zivilen Industrie. Europa und Deutschland müssen daher den Dual-Use-Ansatz ernsthaft verfolgen: Technologieinvestitionen müssen so gestaltet werden, dass sie sowohl militärische als auch zivile Innovationen vorantreiben. So wird sichergestellt, dass die Rüstungsdividende in die breite Wirtschaft zurückfließt.

Die Erkenntnis, dass Sicherheitspolitik immer auch Wirtschaftspolitik ist, ist keine Einladung zur Militarisierung der Wirtschaft. Sie ist vielmehr ein Aufruf zur Nüchternheit: zur Nüchternheit gegenüber der Naivität einer jahrzehntelangen Friedensdividende, zur Nüchternheit gegenüber der Verführung, Rüstung als Selbstzweck zu betreiben, und zur Nüchternheit gegenüber der Komplexität einer Welt, in der wirtschaftliche Stärke und militärische Glaubwürdigkeit sich wechselseitig bedingen. Wer diese Wechselwirkung versteht, handelt klug – wer sie ignoriert, zahlt früher oder später einen hohen Preis.

 

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