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Das venezolanische Rohöl Merey-16: US-Jagd auf russisches Tankschiff bedroht Chinas Straßenbau

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Veröffentlicht am: 11. Januar 2026 / Update vom: 11. Januar 2026 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Das venezolanische Rohöl Merey-16: US-Jagd auf russisches Tankschiff bedroht Chinas Straßenbau

Das venezolanische Rohöl Merey-16: US-Jagd auf russisches Tankschiff bedroht Chinas Straßenbau – Bild: Xpert.Digital

Jagd auf die Schattenflotte: USA kappen Chinas wichtigste Bitumen-Ader

Welche Rolle spielte die Schattenflotte in der US-Blockade Venezuelas?

Die russische Schattenflotte bildete in den letzten Jahren ein zentrales Element im Ölhandel Venezuelas. Diese Flotte besteht aus etwa 1.000 Schiffen, die sich durch Täuschungsmanöver ihrer Rolle beim Transport von sanktioniertem und illegalem Öl entziehen. Rund 70 Prozent der venezolanischen Ölexporte wurden über diese sanktionierten Schiffe abgewickelt, um die lähmenden US-Sanktionen gegen die venezolanische Ölindustrie zu umgehen. Die Trump-Regierung hat diese Schattenflotte gezielt ins Visier genommen und beschlagnahmte seit Ende 2025 bereits mehrere Öltanker. Der prominenteste Fall war die Verfolgung und Beschlagnahme des Öltankers, der zunächst als Bella 1 bekannt war und später in The Marinera umbenannt wurde, nachdem die Crew versucht hatte, unter russischer Flagge zu fahren. Diese Beschlagnahmen dienten dem Zweck, Druck auf die venezolanische Übergangsregierung auszuüben und das System der illegalen Ölexporte zu unterbinden.

Warum ist Merey-16 für China von besonderer Bedeutung?

Das venezolanische Rohöl Merey-16 ist für Chinas Straßenbauindustrie von kritischer Bedeutung. Es handelt sich dabei um ein schweres Öl mit einem außergewöhnlich hohen Anteil an Bitumen, das speziell für die Produktion von Straßenbelag genutzt wird. Das Öl gelangt vorrangig in die chinesische Provinz Shandong, wo eine Vielzahl von Raffinerien ansässig sind, die etwa 40 Prozent des chinesischen Bitumens produzieren. Die Experten der Preisberichtsagentur Argus Media beziffern die Menge auf etwa 250.000 Barrel pro Tag. Die chemische Zusammensetzung von Merey-16 macht es besonders wertvoll für die Straßenbauindustrie, da es die erforderlichen Eigenschaften für hochwertige Asphaltmischungen bietet. Keine andere Ölsorte ersetzt Merey-16 vollständig, weshalb die Raffinerien in Shandong spezialisiert auf die Verarbeitung dieses spezifischen Rohöls ausgerichtet sind.

Wie kritisch war die Abhängigkeit Chinas von venezolanischen Ölimporten vor der Blockade?

Vor der Blockade durch die Trump-Regierung bezogen die Raffinerien in Shandong etwa 430.000 Barrel venezolanischen Öls pro Tag. Zum Vergleich: Aus dem Iran, einem anderen Lieferanten schwerer Öle, kamen lediglich etwa 130.000 Barrel pro Tag. Dies zeigt die extreme Konzentration auf venezolanische Lieferungen. China insgesamt deckt zwar nur etwa fünf Prozent seiner gesamten Öleinfuhr aus Venezuela, doch für die spezialisierte Bitumenproduktion in Shandong ist die Abhängigkeit absolut kritisch. Der Ölexperte Tom Reed von Argus Media betont, dass jede Unterbrechung der Importe von schwerem saurem Merey-Rohöl bedeuten würde, dass entweder die Bitumenproduktion ab März 2026 gedrosselt werden müsse oder dass China teurere Rohölsorten kaufen müsse. Reed hält die Drosselung für wahrscheinlicher, zumal ohnehin 2026 weniger Infrastrukturprojekte in China vorangetrieben werden.

Welche Konsequenzen hätte ein Ausfall der Merey-Importe für Chinas Wirtschaft?

Ein vollständiger Ausfall der venezolanischen Merey-16-Importe hätte sowohl direkte als auch indirekte Konsequenzen für die chinesische Wirtschaft. Die unmittelbare Folge wäre die Drosselung der Bitumenproduktion in Shandong ab März 2026, was zu einem Engpass in der Bereitstellung von Straßenbelagmaterial führte. Die alternative Option, teurere Rohölsorten zu importieren, würde die Produktionskosten erheblich erhöhen und die Rentabilität der Raffinerien gefährden. Shandong ist das Zentrum für kleinere, unabhängige chinesische Raffinerien, die etwa 18 Prozent der gesamten chinesischen Raffinierkapazität ausmachen. Diese Raffinerien sind auf Bitumen und Schweröl als Rohstoffe angewiesen und verfügen nicht über die gleiche Flexibilität wie Großraffinerien. Ein Produktionsrückgang in dieser Region hätte Auswirkungen auf lokale Infrastrukturprojekte, da weniger Asphalt für Straßenbau zur Verfügung stünde.

Welche alternativen Ölquellen könnte China nutzen, um Merey-16 zu ersetzen?

Chinas Optionen für den Ersatz von Merey-16 sind begrenzt. Das Land bezieht Öl aus einer Reihe von Ländern, wobei Russland und der Iran die Hauptlieferanten schwerer Öle sind. Der Iran liefert zwar ebenfalls schweres Öl, doch die Kapazitäten sind nicht ausreichend, um den Verlust der venezuelanischen Importe vollständig zu kompensieren. Russisches Öl steht grundsätzlich zur Verfügung, doch ist die Zusammensetzung nicht identisch mit Merey-16, und die Raffinerien in Shandong müssten ihre Prozesse anpassen. Andere Länder wie Brasilien, Mexiko oder Kuwait produzieren Schweröl, doch nicht in der spezifischen chemischen Zusammensetzung von Merey-16. Die Rohölsorte Boscan aus Venezuela, die ebenfalls schwer und sauer ist, könnte teilweise als Ersatz dienen, doch ist sie in der Menge nicht verfügbar. Theoretisch könnten chinesische Raffinerien auch Bitumenblends aus anderen Quellen verwenden, doch dies würde höhere Kosten und veränderte Produktionsprozesse bedeuten.

Wie sieht die Monroe-Doktrin aus, und was ist die neue Donroe-Doktrin?

Die ursprüngliche Monroe-Doktrin stammt aus dem 19. Jahrhundert und warnte vor ausländischer Einmischung in Gesamtamerika. Sie war ein Versuch der Vereinigten Staaten, ihre Hegemonie in der westlichen Hemisphäre zu etablieren. Die neue Donroe-Doktrin, benannt nach Donald Trump, ist eine Neuinterpretation dieser Doktrin für das 21. Jahrhundert. Trump hat diese Strategie offen als Weiterentwicklung der ursprünglichen Monroe-Doktrin bezeichnet und sagte dazu: “Wir haben sie um einiges, um wirklich einiges, übertroffen. Man nennt sie jetzt die Donroe-Doktrin.” Die Donroe-Doktrin zielt darauf ab, Chinas wirtschaftlichen und politischen Einfluss in Lateinamerika zu begrenzen. Sie umfasst mehrere Komponenten: erstens die Kontrolle über Venezuelas Öl und andere Rohstoffe durch US-amerikanische Unternehmen, zweitens die Schaffung einer neuen westlichen Lieferkette für kritische Mineralien ohne chinesische Beteiligung, und drittens die Verhinderung nicht-hemisphärischer Konkurrenten von der Positionierung von Streitkräften oder der Kontrolle strategisch wichtiger Vermögenswerte in Amerika.

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Warum ist die Trump-Administration so aktiv gegen Venezuela tätig?

Die Trump-Administration verfolgt mit ihrem Vorgehen gegen Venezuela mehrere strategische Ziele, die über die bloße Ölversorgung hinausgehen. Erstens möchte die Regierung den wachsenden chinesischen Einfluss in Lateinamerika eindämmen, den sie als Bedrohung ihrer eigenen Hegemonie in der Region sieht. Zweitens will sie die natürlichen Ressourcen Venezuelas – Öl, Gas, wichtige Mineralien und Seltenerdmetalle – unter die Kontrolle amerikanischer Unternehmen bringen. US-Außenminister Marco Rubio betont explizit, dass einer der Gründe für die militärischen Maßnahmen darin besteht, ausländische Investitionen in Venezuela zu beschränken. Drittens strebt die Regierung an, eine neue Lieferkette in der westlichen Hemisphäre zu schaffen, die China ausschließt und die USA auf zukünftige Konflikte vorbereitet. Viertens möchte Trump die Beziehungen anderer lateinamerikanischer Länder zu China und Russland unterbrechen. In einer Pressekonferenz nach dem Bombenangriff auf Venezuela erklärte Trump, dass die US-Regierung das Land regieren werde und die größten US-Ölkonzerne dorthin geschickt würden, um Milliarden zu investieren.

Wie hat China Venezuelas Wirtschaft unterstützt?

China hat Venezuela über Jahre hinweg massive finanzielle Unterstützung gewährt. Schätzungen zufolge hat China dem Land Kredite in Höhe von etwa 60 Milliarden US-Dollar gewährt, von denen Experten davon ausgehen, dass etwa zehn bis zwölf Milliarden Dollar noch ausstehen. Diese Schulden wurden unter dem ehemaligen Präsidenten Nicolás Maduro durch Öllieferungen beglichen. China hat auch Direktinvestitionen in Venezuelas Ölindustrie getätigt, mit geschätzten Investitionen von über zwei Milliarden Dollar zwischen 2016 und 2023. Die chinesische China National Petroleum Corporation gründete 2008 mit Venezuelas Staatskonzern PDVSA ein Joint Venture namens Petro Sinovensa, das modernste Förderanlagen errichtet hat. Ein weiteres Beispiel ist die China Concord Resources Corporation, die im August ankündigte, umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro in die venezolanische Ölproduktion investieren zu wollen. Darüber hinaus sind chinesische Konzerne wie Huawei und ZTE seit mehr als 20 Jahren in Venezuelas Telekommunikationsinfrastruktur investiert, insbesondere in der Entwicklung von 4G- und geplanten 5G-Netzen.

 

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Milliarden-Abschreibung droht: Das wahre Ausmaß von Chinas möglichem Venezuela-Debakel

Welche Rolle spielen Stablecoins und digitale Währungen bei der Sanktionsumgehung?

China und Venezuela haben sich digitaler Währungen bedient, um westliche Sanktionen zu umgehen. Der Atlantic Council gab an, dass Venezuela hauptsächlich in Stablecoins und anderen digitalen Währungen bezahlt, um gezielt westliche Sanktionen zu umgehen. Besonders der an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin Tether wird für solche Transaktionen genutzt. Ähnlich hatte China seit 2022 mit Russland gehandelt: Nachdem Europa als hauptsächlicher Käufer für russisches Öl entfallen war, war China eingesprungen. Einige russische Ölunternehmen nutzen Bitcoin, Ether und Stablecoins wie Tether, um die Umwandlung von chinesischem Yuan in russische Rubel zu erleichtern. Allerdings hat China gleichzeitig seine Maßnahmen gegen Stablecoins verschärft. Die chinesische Regierung betrachtet Stablecoins, insbesondere die an den US-Dollar gekoppelten, als Bedrohung für die Finanzstabilität und als potenzielle Erleichterer von Kapitalflucht. Dies schafft ein Paradoxon: Während China diese Technologie zur Sanktionsumgehung nutzt, versucht es gleichzeitig, ihre Nutzung durch die eigene Bevölkerung zu kontrollieren.

Warum könnte Trumps Vorgehen die Ölpreise beeinflussen?

Das Vorgehen der Trump-Regierung gegen venezolanische Ölexporte könnte erhebliche Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt haben. Ölexperte Tom Reed von Argus Media schätzt, dass die Übernahme der venezolanischen Öl-Assets durch die USA eine Bewegung von Ölsorten wie Merey weg vom Shandong-Markt hin auf den weltweiten Ölmarkt bewirkt. Dies wird in der Theorie mehr Abwärtsdruck auf die globalen Rohölpreise legen. Lange Zeit hatten OPEC-Schnitte für Engpässe bei schwerem, saurem Rohöl gesorgt. Mit der Freigabe venezolanischer Mengen auf den Weltmarkt könnte dies sich ändern. Die OPEC hatte durch ihre Produktionskürzungen künstlich höhere Preise für Schweröl aufrechterhalten. Wenn nun große Mengen venezolanischen Öls dem Weltmarkt zur Verfügung stehen, könnte der Preis für Schweröl fallen. Andererseits prognostizieren verschiedene Analysten für 2026 ohnehin sinkende Ölpreise: Goldman Sachs sieht den Durchschnittspreis für Brent bei 62 Dollar je Barrel, JP Morgan prognostiziert 58 Dollar, und eine Reuters-Umfrage erwartet 62,2 Dollar für Brent-Rohöl.

Wie weit fortgeschritten ist Chinas wirtschaftliche Präsenz in Lateinamerika insgesamt?

Chinas Einfluss in Lateinamerika ist über Jahrzehnte gewachsen und weit verzweigt. Der Güterhandel Chinas mit der Region ist seit dem Jahr 2000 um etwa das Vierzigfache gewachsen. Im Jahr 2024 soll das Handelsvolumen etwa 518 Milliarden US-Dollar betragen haben. Laut Enrique Dussel Peters, Chef des Mexico-China-Studies-Center der National Autonomous University of Mexico, hatte China über praktisch die gesamte Laufzeit des 21. Jahrhunderts die Oberhand in allen wirtschaftlichen Belangen Lateinamerikas. Diese tiefe wirtschaftliche Verflechtung erstreckt sich über mehrere Sektoren: Infrastruktur, Telekommunikation, Bergbau, Energie und Finanzdienstleistungen. Die tief vernetzten Lieferketten, die Peking aufgebaut hat, lassen sich nur schwer aufdröseln, wie Analysten betonen. China hat in nahezu alle größeren Infrastrukturprojekte in der Region investiert, von Häfen bis zu Eisenbahnen. Diese wirtschaftliche Dominanz ist ein direkter Grund, warum die Trump-Administration mit ihrer Donroe-Doktrin so aggressiv vorgehen will.

Welche weiteren chinesischen Investitionen in Venezuela sind gefährdet?

Neben den direkten Ölinvestitionen hat China auch in andere Sektoren Venezuelas investiert, die durch die politischen Veränderungen gefährdet sind. Huawei und ZTE haben über 20 Jahre lang in Venezuelas Telekommunikationsinfrastruktur investiert und waren am Aufbau des venezolanischen 4G-Netzes stark beteiligt. Diese Unternehmen wären wahrscheinlich auch in die geplanten 5G-Netze eingebunden worden. Eine besonders heikle Dimension betrifft chinesische Satelliteninfrastruktur. Der venezuelanische Erdbeobachtungssatellit VRSS 2 wurde von chinesischen Unternehmen errichtet. Noch kritischer sind die Bodenstationen auf dem Luftwaffenstützpunkt “Captain Manuel Rios” bei El Sombrero, die mit chinesischer Technologie arbeiten. Diese Stationen waren für Chinas Fernerkundung von großer Bedeutung, da die Volksrepublik ansonsten nur begrenzte Optionen für Satellitenstationen außerhalb ihres eigenen Hoheitsgebiets hat. Ein Verlust dieser Bodenstationen würde ein empfindlicher Schlag für Chinas Aufklärungsfähigkeiten sein.

Wird das Vorgehen der USA in Venezuela geopolitisch erfolgreich sein?

Experten sind skeptisch bezüglich der langfristigen geopolitischen Erfolgsaussichten des US-Vorgehens. Enrique Dussel Peters argumentiert, dass es für die USA bereits zu spät sein könnte. Während Trumps Regierung von lateinamerikanischen Ländern fordern kann, ihre Beziehungen zu China zu kappen, hat China laut Analysten bereits viele Jahre Vorsprung. China habe über praktisch die gesamte Laufzeit des 21. Jahrhunderts die wirtschaftliche Oberhand in Lateinamerika gehabt. Die tief integrierten Lieferketten Chinas in der Region lassen sich nur schwer aufdröseln. Die USA könnten zwar militärisch und kurzfristig den Zugang zu Venezuelas Rohstoffen kontrollieren, doch dies bedeutet nicht automatisch, dass Lateinamerika sich langfristig von China abwendet. Viele lateinamerikanische Länder haben ein vitales Interesse daran, mit China zu handeln, und die wirtschaftlichen Bande sind zu tief verankert, um durch externe Druck einfach aufgelöst zu werden.

Warum ist die Bitumenproduktion in Shandong nicht vollständig durch andere Quellen ersetzbar?

Die Raffinerien in Shandong sind spezifisch für die Verarbeitung von schwerem Bitumen-Rohöl ausgerichtet. Sie produzieren etwa 40 Prozent des chinesischen Bitumens und sind auf Merey-16 optimiert. Das Öl hat spezifische chemische Eigenschaften – insbesondere seinen Bitumenanteil und sein API-Gewicht – die für hochwertige Asphaltmischungen erforderlich sind. Alternative Öle wie iranisches Schweröl oder russisches Öl haben unterschiedliche Zusammensetzungen und erfordern Anpassungen in den Raffinerien. Zudem sind die Raffinerien in Shandong überwiegend kleinere, unabhängige Betriebe, die nicht die Flexibilität von Großraffinerien haben. Sie verfügen über begrenzte Rohstoffquoten und können nicht einfach zwischen verschiedenen Ölsorten wechseln. Ein Wechsel zu alternativen Ölen würde neue Raffinerierungsprozesse, möglicherweise neue Ausrüstung und Zeit für die Anpassung erfordern. In der Zwischenzeit würde die Bitumenproduktion drosseln, was zu Engpässen bei Straßenbaumaterialien führte.

Wie könnte China wirtschaftlich auf die US-Blockade Venezuelas reagieren?

China hat begrenzte direkte Optionen zur Reaktion auf die US-Blockade Venezuelas. Eine militärische Konfrontation wäre unrealistisch. Allerdings hat China indirekte Hebelwirkungen. Das Land könnte Druck auf die USA durch andere Kanäle ausüben, beispielsweise durch Handelsmassnahmen oder durch die Reduktion von Importen amerikanischer Produkte. China könnte auch Seltenerdelemente als Druckmittel einsetzen, da es einen großen Teil der weltweiten Seltenerdenproduktion kontrolliert und diese für amerikanische Technologie- und Verteidigungsindustrie kritisch sind. Auf kurze Sicht muss China jedoch akzeptieren, dass die US-Blockade existiert. Die Regierung könnte ihre strategischen Ölreserven aufstocken, um den Effekt fallender Ölpreise zu nutzen. Trump selbst hat angedeutet, dass Venezuela sein Öl weiter nach China liefern dürfe – möglicherweise um damit die Schuldenrückzahlung zu ermöglichen und damit chinesisches Engagement zu demonstrieren.

Welche Verluste könnte China mit der Blockade Venezuelas erleiden?

Die finanziellen Verluste Chinas könnten erheblich sein. Schätzungen zufolge könnte China gezwungen sein, etwa zehn bis zwölf Milliarden Dollar seiner Kredite an Venezuela abzuschreiben. Dies würde direkt auf den chinesischen Staatshaushalt auswirken. Hinzu kommen die Verluste aus den Investitionen in Venezuelas Ölindustrie, insbesondere im Joint Venture Petro Sinovensa und der geplanten Investition von China Concord Resources. Die kurzfristigen Betriebsverluste aus der reduzierten Bitumenproduktion und höheren Rohstoffkosten in Shandong sind schwer zu beziffern, könnten aber Hunderte von Millionen Dollar betragen. Langfristig könnte China auch seinen geopolitischen Einfluss in Lateinamerika Stück für Stück verlieren, falls die US-Blockade erfolgreich ist und andere lateinamerikanische Länder der Trump-Doktrin folgen. Die Gesamtverluste könnten sich auf Dutzende von Milliarden Dollar über mehrere Jahre summieren.

 

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