
<1% (fast keine) Pressemitteilungen werden gelesen und von den Medien genutzt : Eigene Medienreichweite aufbauen ist die effektivste Lösung, aber wie? – Bild: Xpert.Digital
Pressemitteilungen vs. Eigene Medienreichweite: Der Paradigmenwechsel in der Unternehmenskommunikation
Warum werden weniger als ein Prozent aller Pressemitteilungen von Medien genutzt?
Die klassische Pressemitteilung befindet sich in einer tiefgreifenden Krise, deren Ursachen mehrschichtig sind. Der Kern des Problems liegt in einer fundamentalen Verschiebung der Medienlandschaft und der Arbeitsweise von Journalisten. Studien von führenden PR-Metriken-Anbietern wie Cision und Muck Rack zeigen konsistent, dass die Nutzungsquote von unselektierten Massenversen dungen bei unter einem Prozent liegt – oft sogar noch darunter.
Die Zahlen zur Öffnungsrate von Pitch-E-Mails offenbaren bereits das erste Problem: Im Durchschnitt liegen die Öffnungsquoten bei unter 20 bis 30 Prozent. Das bedeutet praktisch, dass 70 bis 80 Prozent aller Pressemitteilungen bereits anhand der Betreffzeile gelöscht werden, ohne dass der Inhalt überhaupt gelesen wird. Der Grund ist simpel: Journalisten erhalten täglich hunderte von Pressemitteilungen. In großen Redaktionen können es sogar tausende sein. Angesichts dieser Flut ist es für einen einzelnen Redakteur unmöglich, jede Mitteilung zu prüfen.
Selbst wenn eine E-Mail geöffnet wird, führt das nicht automatisch zur Verarbeitung oder Nutzung. Die Weiterverarbeitungsquote – also die Quote, bei der tatsächlich über die Pressemitteilung berichtet wird – liegt für Massenversand bei etwa einem Prozent oder darunter. Nur exklusive, hochrelevante oder außergewöhnlich gut aufbereitete Inhalte schaffen es in die redaktionelle Planung. Journalisten haben gelernt, selektiv zu sein. Sie nutzen Pressemitteilungen heute eher als Hintergrundinformation oder als Ankerpunkt für eigene Recherchen, nicht als direkte Vorlage für Berichterstattung.
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Was genau ist mit dem klassischen “Gießkannen-Prinzip” gemeint?
Das Gießkannen-Prinzip beschreibt die traditionelle Methode, Pressemitteilungen an möglichst viele Medienkontakte gleichzeitig zu versenden – ohne großartige Selektion oder Personalisierung. Der Gedanke war: Je mehr Empfänger die Mitteilung erreicht, desto höher die Chance auf Berichterstattung. In der Praxis funktioniert diese Strategie aber kaum noch.
Das Problem liegt darin, dass diese Massenansprache vom Journalisten sofort erkannt wird. Eine unpersonalisierte oder nur minimal angepasste E-Mail signalisiert: “Das ist ein Broadcast an hunderte Redaktionen gleichzeitig.” Für einen Journalisten hat das keinen Wert. Er weiß, dass die Information nicht für ihn und sein spezifisches Medium relevantly recherchiert wurde. Er weiß auch, dass jede andere Zeitung, jeder andere Online-Kanal die gleiche Information erhält – es gibt also keinen exklusiven Vorteil für seinen Bericht.
Diese Gleichzeitigkeit ist fatal für die journalistische Arbeit. In einer Zeit, in der Exklusivität ein hohes Gut in der Medienbranche ist, signalisiert das Gießkannen-Prinzip das Gegenteil. Deshalb filtern Journalisten solche Mails routinemäßig weg – oft ohne sie überhaupt zu lesen. Der Ansatz mag früher funktioniert haben, als die Medienlandschaft fragmentierter war und jedes Medium seine Nische hatte. Heute, wo digitale Kanäle alles durchdringen und Nachrichten in Echtzeit geteilt werden, ist das Gießkannen-Prinzip nicht nur ineffizient – es ist kontraproduktiv.
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Wie viele Journalisten lesen Pressemitteilungen überhaupt noch?
Die Antwort ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein. Journalisten lesen Pressemitteilungen durchaus – aber unter ganz spezifischen Bedingungen. Der Schlüssel liegt in der Selektivität und der Relevanz.
Ein erfahrener Journalist hat sich längst ein Netzwerk von vertrauenswürdigen Quellen und PR-Kontakten aufgebaut. Diese nutzt er gezielt. Eine Pressemitteilung von einem PR-Manager, mit dem er in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet hat, wird er eher öffnen und lesen als eine anonyme Mass-Mail von einem fremden Verteiler. Das bedeutet: Beziehungen sind wichtiger denn je.
Gleichzeitig nutzen Journalisten Pressemitteilungen heute oft nur als Sekundärquelle – als Ausgangspunkt für eigene Recherchen, nicht als fertiges Narrative. Ein Journalist könnte eine Pressemitteilung über ein neues Produkt lesen und dann selbst mit Kunden sprechen, Experten befragen und eine eigenständige Geschichte schreiben. Die Pressemitteilung ist dann ein Teaser, ein Anlass – aber nicht die Geschichte selbst.
Es gibt auch eine neue Art von Journalisten, die mit Pressemitteilungen noch aktiver arbeiten: Online-Redakteure kleinerer Publikationen oder von News-Aggregatoren. Sie sind unter zeitlichem Druck und veröffentlichen mehr Inhalte pro Tag. Für sie kann eine gut geschriebene, fertige Pressemitteilung zeitsparend sein. Aber auch hier sinkt die Qualitätserwartung der Leser, wenn offensichtlich ist, dass eine News direkt aus einer PM kommt.
Welche Kosten entstehen durch ineffektive Pressemitteilungsarbeit?
Die Kostenrechnung ist bemerkenswert ungünstig für die klassische PR-Methode. Beginnen wir mit den direkten Kosten: Das Schreiben, Redigieren und Versenden von Pressemitteilungen erfordert Zeit – und Zeit ist Geld. Eine sorgfältig recherchierte und geschriebene Pressemitteilung bindet schnell zwei bis vier Stunden eines PR-Mitarbeiters oder einer Agentur. Dazu kommen die Kosten für Verteiler-Software oder PR-Distribution-Dienste wie PR Newswire, easyPR oder Cision, die monatlich oder pro Versand kosten.
Für ein Unternehmen, das regelmäßig Pressemitteilungen versendet – sagen wir zwei bis vier pro Woche – summiert sich das auf erhebliche Ausgaben: Bei konservativen Schätzungen zwischen 2.000 und 5.000 Euro monatlich nur für die technische Distribution, plus die Arbeitszeit. Rechnet man das auf ein Jahr hoch und berücksichtigt, dass unter einem Prozent dieser Aufwand zu echter Berichterstattung führt, erkennt man die Ineffizienz sofort.
Aber die versteckten Kosten sind noch gravierender. Der Reputationsschaden, der entsteht, wenn ein Unternehmen massenhaft unpersonalisierte oder irrelevante Pressemitteilungen versendet, ist schwer zu quantifizieren, aber real. Redakteure, die mehrmals pro Woche unbrauchbare Mails von einem Unternehmen erhalten, markieren es mental als “nicht professionell” oder “scam”. Das schadet der langfristigen Beziehung.
Auch die Opportunitätskosten sind erheblich. Die Zeit, die ein PR-Manager für das Schreiben und Versenden von Pressemitteilungen aufwendet, die nicht gelesen werden, hätte für strategischere Aufgaben genutzt werden können: Beziehungsaufbau zu Journalisten, Recherche über aktuelle Branchentrends, oder – und das ist der Kern dieser Diskussion – der Aufbau einer eigenen Medienreichweite.
Warum ist die klassische Pressemitteilung aus strategischer Perspektive überholt?
Die Pressemitteilung war eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, optimiert für die damalige Medienlandschaft. Sie war das Instrument, um Nachrichten in die breite Öffentlichkeit zu bringen – aber nur, wenn Medienunternehmen sie weitergaben. Die Pressemitteilung war immer ein Werkzeug der Fremdplatzierung: Ein Unternehmen versuchte, einen Dritten (Journalist/Medium) dazu zu bringen, eine bestimmte Botschaft zu verbreiten.
In einer Welt mit Internet, Suchmaschinen und sozialen Medien ist dieses Modell obsolet geworden. Heute kann jedes Unternehmen direkt zu seiner Zielgruppe sprechen – ohne Gatekeeper. Ein Unternehmen braucht nicht mehr zu hoffen, dass die “Süddeutsche Zeitung” über sein neues Produkt berichtet. Es kann selbst einen hochwertigen Artikel veröffentlichen, ihn SEO-optimieren, in Google News aufnehmen lassen und damit die gleiche oder sogar größere Reichweite erzielen.
Die strategische Überholung besteht also darin: Statt auf fremde Medienmacht zu hoffen, baut man seine eigene auf. Das ist nicht neu – große Unternehmen wie Siemens, Deutsche Telekom oder Daimler betreiben längst hochwertige Corporate Publishing Plattformen. Aber für viele kleinere und mittlere Unternehmen ist dieser Paradigmenwechsel noch nicht vollzogen.
Ein weiterer strategischer Grund: Die Pressemitteilung ist kurzlebig. Sie ist nach 24 bis 48 Stunden “alt”. Ein gut geschriebener, SEO-optimierter Artikel auf der eigenen Website hingegen generiert über Jahre Traffic. Ein Unternehmen, das heute einen Artikel zum Thema “Wie man KI in der Logistik nutzt” veröffentlicht, wird diesen Artikel in zwei Jahren noch für Suchmaschinen-Rankings, für KI-Suchen und als Referenzmaterial nutzen können. Die Pressemitteilung wäre längst vergessen.
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Wir durchleben aktuell eine Phase wirtschaftlicher Unruhe, die sich grundlegend von früheren Rezessionen unterscheidet. In den Führungsetagen europäischer und internationaler Unternehmen herrscht eine trügerische Stille – unterbrochen nur vom Geräusch scheiternder Strategien, die gestern noch als Erfolgsgarant galten. Es handelt sich nicht nur um eine konjunkturelle Delle, sondern um einen tiefgreifenden strukturellen Bruch. Die Werkzeuge, mit denen Unternehmen über zwei Jahrzehnte hinweg Wachstum erzielten, funktionieren schlichtweg nicht mehr.
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Wie funktioniert der Aufbau einer eigenen Medienreichweite konkret?
Der Aufbau einer eigenen, relevanten Medienreichweite folgt einer klaren Architektur. Zunächst ist wichtig zu verstehen, dass dies nicht mit “eine Corporate Website haben” gleichzusetzen ist. Viele Unternehmen haben Websites – aber wenige haben echte Medienreichweite. Der Unterschied liegt in der redaktionellen Qualität, der Suchmaschinen-Sichtbarkeit und der Autorität als Informationsquelle.
Der erste Schritt ist die Schaffung einer klaren redaktionellen Struktur. Ein Unternehmen muss sich selbst als Fachmedium verstehen – nicht als Werbeabteilung, die Inhalte produziert. Das bedeutet konkret: Die Inhalte müssen informativ, lösungsorientiert und nach journalistischen Standards geschrieben sein. Ein Logistik-Unternehmen könnte zum Beispiel einen “Newsroom” aufbauen, der täglich über Entwicklungen in Automatisierung, KI-Einsatz in Lagern oder neue Regulierungen berichtet – nicht nur über die eigenen Produkte.
Der zweite Schritt ist die technische Optimierung. Für Suchmaschinen und KI-Systeme müssen Inhalte strukturiert vorliegen. Das bedeutet: Schema.org Markup für NewsArticle, schnelle Ladezeiten, Mobile-First-Design und eine saubere Informationsarchitektur. Nur dann verstehen Algorithmen, dass eine Website eine vertrauenswürdige Nachrichtenquelle ist.
Der dritte Schritt ist die aktive Anmeldung bei Google News und anderen News-Aggregatoren. Google News ist nicht automatisch – eine Website muss sich anmelden und redaktionelle Standards erfüllen. Das ist aber machbar auch für kleine bis mittelständische Unternehmen. Wer in Google News aufgenommen wird, erhält nicht nur zusätzlichen Traffic, sondern signalisiert auch Vertrauenswürdigkeit gegenüber dem Google-Algorithmus insgesamt.
Der vierte Schritt ist die Distribution. Ein Unternehmen muss seinen eigenen Traffic durch Newsletter, Social Media und andere Kanäle selbst aufbauen. Das ist mehr Arbeit als ein Massenversand von Pressemitteilungen – aber auch deutlich effektiver. Ein Newsletter mit 10.000 qualifizierten Abonnenten ist wertvoller als tausend Journalisten, von denen 99 Prozent die Pressemitteilung nicht lesen.
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Welche Rolle spielt SEO beim Aufbau von Medienreichweite?
SEO – Search Engine Optimization – ist die Grundlage jeder modernen Medienreichweite. Der Grund liegt in der Nutzerpsychologie: Menschen suchen aktiv nach Informationen. Ein Unternehmen, dessen Website bei relevanten Suchanfragen oben steht, wird automatisch mehr Traffic und mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Für Journalisten ist SEO sogar noch wichtiger. Wenn ein Journalist zu einem Thema recherchiert – sagen wir “Automatisierung in deutschen Logistikzentren” – nutzt er Google. Wenn die Website eines Unternehmens zu diesem Thema auf Platz 1 oder 2 bei Google rankt, findet der Journalist dieses Unternehmen automatisch. Er könnte dann nicht nur über das Unternehmen berichten, sondern das Unternehmen sogar als Quelle und Experten zitieren.
Das ist vollständig anders als das klassische PR-Modell: Statt aktiv nach einem Journalisten zu suchen und zu hoffen, dass dieser die Pressemitteilung liest, wartet das Unternehmen, bis der Journalist aktiv nach Information sucht – und findet ihn dann, weil er optimal sichtbar ist.
SEO funktioniert langfristig. Ein Artikel, der heute für ein bestimmtes Keyword optimiert wird, kann fünf oder zehn Jahre lang Traffic generieren – solange die Information relevant bleibt. Das ist ein enormer Unterschied zu einer Pressemitteilung mit Haltbarkeitsdatum von 24 Stunden.
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Was bedeutet “Google News” und warum ist die Aufnahme dort so wertvoll?
Google News ist aggregierter News-Content von tausenden von Nachrichtenquellen weltweit, kuratiert durch Google-Algorithmen. Für Leser ist es eine zentrale Anlaufstelle für Nachrichten – eine Art digitales Newsmagazin. Für Nachrichtenquellen ist die Aufnahme in Google News ein enormer Vorteil.
Zunächst bringt Google News massiven Traffic. Eine Website, die in Google News aufgenommen ist und zu einem populären Thema einen Artikel veröffentlicht, kann plötzlich zehntausende Besucher pro Tag von Google News erhalten. Das ist exponentiell mehr als der organische Traffic von Google Search.
Zweitens ist die Aufnahme in Google News ein Vertrauenssignal. Google prüft redaktionelle Standards, Aktualität und Vertrauenswürdigkeit einer Website, bevor sie in News aufgenommen wird. Eine Website, die von Google News akzeptiert wurde, signalisiert anderen Plattformen, Journalisten und Lesern: “Das ist eine vertrauenswürdige Nachrichtenquelle.” Dieser Vertrauensbonus wirkt sich auf alle anderen Kanäle aus – auf das Image, auf Partnerschaften, auf die wahrgenommene Autorität.
Drittens ist Google News strategisch wichtig für den Aufbau von Link-Autorität. Websites, die regelmäßig in Google News verlinkt werden, erhalten viele hochwertige Backlinks. Diese Backlinks wiederum verbessern das Rankings für andere Keywords und fördern die allgemeine SEO-Performance.
Für ein Unternehmen, das sich als Medium und Fachquelle positionieren will, ist Google News also nicht optional – es ist ein zentrales Element der Strategie.
Wie ändert künstliche Intelligenz die Anforderungen an Medienreichweite?
Künstliche Intelligenz verändert die Medienlandschaft gerade radikal. Die neuen Generative Engine Optimization (GEO) Systeme – Dienste wie ChatGPT Search, Google AI Overviews, Perplexity oder Claude – funktionieren anders als klassische Suchmaschinen. Statt nur Links zu Webseiten bereitzustellen, generieren diese Systeme selbst Antworten auf Fragen, basierend auf Information aus vielen Quellen.
Das hat massive Implikationen für Sichtbarkeit und Medienreichweite. Eine klassische Website, die nur auf Google Search sichtbar ist, kann in KI-Suchergebnissen völlig unsichtbar sein. Denn KI-Systeme brauchen Quellen, die: a) technisch strukturiert und leicht maschinenlesbar sind, b) Autorität und Vertrauenswürdigkeit ausstrahlen, c) hochwertige, faktische Information enthalten, und d) offizielle Quellenangaben ermöglichen.
Ein Unternehmen, das eine eigene Medienplattform mit hoher Autorität betreibt, wird in KI-Suchen als Referenz zitiert werden. Die KI könnte sagen: “Laut einem Artikel auf der Website von [Unternehmen] sind die Haupttrends in KI-Logistik…” und einen Link bereitstellen. Das ist exzellente Sichtbarkeit.
Andererseits: Ein Unternehmen, das nur Pressemitteilungen versendet und keine eigenen, indexierbaren Inhalte hat, wird in KI-Suchen unsichtbar sein. Es gibt für die KI einfach nichts zu zitieren. Das ist ein strategisches Risiko, das viele Unternehmen noch unterschätzen.
Die Anforderungen an Inhalte verändern sich dadurch auch. KI-Systeme bevorzugen strukturierte, faktische, verifizierbare Information. Fluffige oder werbliche Texte funktionieren nicht. Nur hochwertige, redaktionelle Inhalte werden von KI-Systemen als vertrauenswürdig eingestuft und zitiert.
Welche konkreten Inhalte sollte eine Corporate Publishing Plattform enthalten?
Eine wirksame Corporate Publishing Plattform sollte mehrere Inhaltstypen umfassen, die sich gegenseitig verstärken. Der erste Typ sind tiefe, recherchierte Artikel zu Branchentrends, Technologien und Herausforderungen. Ein Maschinenbau-Unternehmen könnte zum Beispiel monatlich einen umfangreichen Artikel über “Trends in der Industrie 4.0” veröffentlichen – nicht aus Marketingsicht, sondern als echte Fachanalyse, mit Datenquellen und Experten zitiert.
Der zweite Inhaltstyp sind News und Kurznachrichten aus der Branche. Ein Unternehmen könnte täglich oder mehrmals pro Woche Nachrichten zu branchenrelevanten Ereignissen posten – regulatorische Änderungen, neue Konkurrenzprodukte, Forschungsergebnisse, Markttrends. Dies positioniert das Unternehmen als aktiver Branchenbeobachter und Kurator.
Der dritte Typ sind praktische Guides und How-To-Inhalte. Diese beantworten häufig gestellte Fragen des Markts. Ein Logistik-Unternehmen könnte Guides veröffentlichen wie “Wie man ein Lager mit Robotik automatisiert” oder “5 KI-Anwendungen in der Supply Chain”. Diese Inhalte sind hochrelevant für Suchmaschinen und für KI-Systeme.
Der vierte Typ sind Datenberichte und Analysen. Ein Unternehmen, das Markdaten sammelt oder Umfragen durchführt, kann diese als exklusive Reports veröffentlichen. Dies schafft originale, zitierfähige Inhalte, die andere Medien übernehmen und verlinken.
Der fünfte Typ sind Case Studies und praktische Beispiele. Wenn ein Unternehmen ein erfolgreiches Projekt durchgeführt hat, kann es darüber nicht als Werbeanzeige, sondern als objektive Fallstudie berichten – mit Zahlen, Learnings und Herausforderungen.
Eine solche Vielfalt an Inhaltstypen sorgt dafür, dass die Plattform für Journalisten, Kunden, Partner und KI-Systeme gleichermaßen wertvoll ist.
Wie unterscheidet sich der Aufbau einer Medienreichweite von traditionellem Content Marketing?
Dieser Unterschied ist subtil, aber strategisch wichtig. Content Marketing ist traditionell ein Marketinginstrument – es dient dazu, potenzielle Kunden zu erreichen, zu informieren und letztlich zu konvertieren. Der Erfolg wird in Conversions, Leads oder Verkäufen gemessen.
Medienreichweite ist anders. Eine echte Medienplattform ist nicht primär auf Conversion optimiert. Sie ist auf Vertrauen, Autorität und Relevanz optimiert. Die Messkriterien sind nicht Leads, sondern Sichtbarkeit, Zitationen durch andere Medien, Rankings in Suchmaschinen und Erwähnungen in KI-Suchergebnissen.
Das bedeutet konkret: Ein Content Marketing Artikel könnte mit “Call-to-Action” enden – “Jetzt unser Produkt kennenlernen” oder “Download unserer Checkliste”. Ein Artikel auf einer echten Medienplattform würde das nicht tun. Er würde wie ein Artikel in einer Fachzeitschrift sein – informativ und unabhängig, ohne direkte Verkaufs-Agenda.
Das ist paradox: Indem ein Unternehmen nicht direkt versucht zu verkaufen, sondern echte, wertvolle Information bereitstellt, baut es Vertrauen auf, das letztlich viel wertvollere Konversionen erzeugt. Ein Journalist, der eine Serie von hochwertigen Analyseartikeln auf einer Website liest, wird dieses Unternehmen als Branchenführer wahrnehmen – und wird es später empfehlen, zitieren oder berichten.
Welche Konkurrenzvorteile entstehen durch eine starke Medienreichweite?
Ein Unternehmen mit etablierter Medienreichweite hat mehrere strategische Vorteile, die sich über Zeit exponentiell aufbauen.
Erstens: Unabhängigkeit von traditionellen Medienkanälen. Es ist nicht mehr abhängig davon, dass eine Zeitung über es berichte. Es kann seine Botschaften direkt kommunizieren und dabei das gleiche oder größere Publikum erreichen.
Zweitens: Permanente Sichtbarkeit. Ein Artikel, der heute veröffentlicht wird, erzeugt nicht nur heute Traffic, sondern über Monate und Jahre. Diese kumulative Wirkung führt zu exponentieller Reichweite im Vergleich zu einzelnen Pressemitteilungen.
Drittens: Datenhoheit. Alle Besucher auf der eigenen Plattform generieren Daten, die das Unternehmen nutzen kann – über Newsletter-Signups, Nutzerverhalten, Interessen. Diese Daten gehören dem Unternehmen, nicht einer Zeitung oder Plattform.
Viertens: Positionierung als Thought Leader und Industrie-Autorität. Ein Unternehmen, das regelmäßig hochwertige Analysen veröffentlicht, wird von Kunden, Partnern und Medien als Experte und Innovator wahrgenommen. Das hat massive Konsequenzen für Sales, Partnerschaften und Investitionen.
Fünftens: Kontrolle über die Narration. Das Unternehmen kontrolliert, wie Themen dargestellt werden, welche Daten hervorgehoben werden, welche Perspektive vertreten wird. Das ist bei Fremdplatzierung in Medien nicht möglich.
Warum sollte ein Unternehmen JETZT mit dem Aufbau beginnen?
Der Zeitfaktor ist kritisch. SEO-Autorität und die Etablierung als Nachrichtenquelle funktioniert nicht schnell. Es braucht mindestens 6 bis 12 Monate, bis eine neu aufgebaute Medienplattform erste signifikante Rankings in Suchmaschinen erreicht und bei Google News berücksichtigt wird. Es braucht 18 bis 24 Monate, bis eine Website echte Autorität aufbaut und von anderen Medien häufig zitiert wird.
Das bedeutet: Ein Unternehmen, das heute mit dem Aufbau beginnt, wird in zwei Jahren eine etablierte, vertrauenswürdige Medienquelle sein – während andere Unternehmen noch Pressemitteilungen schreiben, die keiner liest.
Außerdem: Der KI-Wandel beschleunigt sich. In zwei Jahren werden Generative Search Engine Optimization und KI-Suche deutlich etablierter sein. Unternehmen, die bis dahin keine eigenen, hochwertigen, indexierbaren Inhalte haben, werden in diesen neuen Kanälen praktisch unsichtbar sein. Das ist ein strategisches Risiko, das jetzt adressiert werden sollte.
Auch die Medienfragmentierung schreitet voran. Journalisten spezialisieren sich immer mehr. Eine generische Pressemitteilung wird für immer weniger Redaktionen relevant. Ein Unternehmen, das als spezialisierte Fachmedium zu einer bestimmten Nische auftritt, wird relevanter.
Von der Pressemitteilung zur Medienplattform
Die Fakten sind eindeutig: Weniger als ein Prozent der Pressemitteilungen werden von Medien genutzt. Das klassische Gießkannen-Prinzip ist ineffizient, teuer und strategisch überholt. Der Aufbau einer eigenen Medienreichweite – mit SEO-Rankings, Google News Präsenz und KI-Sichtbarkeit – ist heute die einzige nachhaltige Lösung für Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit.
Dies ist kein Trend, der verschwindet. Es ist eine fundamentale Neuausrichtung der Unternehmenskommunikation. Unternehmen, die diesen Wandel verstanden haben und jetzt handeln, werden in drei bis fünf Jahren einen enormen Vorsprung haben gegenüber Konkurrenten, die noch auf tote Pressemitteilungen setzen.
Die gute Nachricht: Der Aufbau ist mit moderner Technologie und durchdachter Strategie für jedes Unternehmen machbar – ob groß oder klein. Es braucht nicht etwas Revolutionäres. Es braucht journalistische Qualität, technische Exzellenz und Durchhaltevermögen. Wer das umsetzt, wird zum Medienunternehmen. Und Medienunternehmen haben immer mehr Sichtbarkeit, Einfluss und letztlich wirtschaftlichen Erfolg als Unternehmen, die versuchen, ihre Botschaften durch Pressemitteilungen-Spam zu verbreiten.
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