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Amerikas Schuldenberg wird zum Systemrisiko: Weltreiche sterben nicht an Pleiten, sondern an Inflation

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Veröffentlicht am: 16. Januar 2026 / Update vom: 16. Januar 2026 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Amerikas Schuldenberg wird zum Systemrisiko: Weltreiche sterben nicht an Pleiten, sondern an Inflation

Amerikas Schuldenberg wird zum Systemrisiko: Weltreiche sterben nicht an Pleiten, sondern an Inflation – Bild: Xpert.Digital

Nobelpreisträger und Investment-Legende einig: Amerikas Schuldenfalle ist unlösbar – und die Märkte irren gewaltig

Die kalte Enteignung hat längst begonnen – Das Schweigen der Finanzmärkte: Warum Experten fürchten, dass der eigentliche Absturz nur aufgeschoben ist

Die Vereinigten Staaten steuern auf eine finanzielle Zuspitzung zu, für die es in Friedenszeiten kein Vorbild gibt: Mit 38,4 Billionen Dollar Schulden und Zinskosten, die erstmals das gigantische Verteidigungsbudget übersteigen, steht die Weltmacht am Scheideweg. Finanzlegende Ray Dalio und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz warnen übereinstimmend: Der Ausweg wird nicht Sparsamkeit sein, sondern eine schleichende Entwertung des Geldes.

Es ist eine Summe, die jede Vorstellungskraft sprengt: Jede Sekunde wächst der amerikanische Schuldenberg um mehr als 70.000 Dollar. Was lange als theoretisches Problem ferner Generationen galt, ist im Hier und Jetzt angekommen. Im Haushaltsjahr 2025 müssen die USA fast 20 Prozent ihrer gesamten Steuereinnahmen allein dafür aufwenden, die Zinsen ihrer Gläubiger zu bedienen – Geld, das für Investitionen, Bildung oder Infrastruktur fehlt. Während die Politik in Washington über Zölle streitet und auf ein „Herauswachsen“ aus der Krise hofft, zeichnen führende Ökonomen ein düsteres Bild der Realität.

Sowohl Ray Dalio, Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater, als auch Joseph Stiglitz, einer der bekanntesten Kritiker des reinen Kapitalismus, kommen trotz unterschiedlicher Ansichten zu demselben beunruhigenden Schluss: Die USA sitzen in einer Schuldenfalle, aus der es kein schmerzloses Entkommen gibt. Dalio zieht Vergleiche zum Niedergang früherer Weltreiche und warnt vor einem „wirtschaftlichen Herzinfarkt“, während Stiglitz die Naivität der Anleihemärkte anprangert, die das Risiko eines gewaltigen Schocks noch immer massiv unterschätzen.

Doch die eigentliche Gefahr ist nicht der offene Staatsbankrott. Die Geschichte lehrt, dass hochverschuldete Weltmächte einen anderen Weg wählen: die Entwertung der Schulden durch Inflation. Dieser Prozess der „kalten Enteignung“ hat längst begonnen und trifft Sparer wie Investoren weltweit. Die folgende Analyse beleuchtet den Aufbau einer Krise, die keine sein darf – und erklärt, warum Gold und Sachwerte in dieser neuen Zeit der finanziellen Zwänge zur letzten Bastion der Vermögenssicherung werden könnten.

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Wenn 38 Billionen Dollar zur Last einer Supermacht werden – und Experten sich einig sind, dass Sparen keine Lösung mehr ist

Die Vereinigten Staaten sitzen auf einem Schuldenberg von 38,4 Billionen Dollar. Diese Zahl wächst jeden Tag um 6,12 Milliarden Dollar, jede Stunde um 255 Millionen Dollar, jede Sekunde um mehr als 70.000 Dollar. Was wie abstrakte Buchhaltung klingt, ist in Wahrheit der schleichende Niedergang der einst unangefochtenen Wirtschaftsmacht der westlichen Welt. Ray Dalio, einer der erfolgreichsten Fondsmanager der Geschichte, warnt inzwischen vor einem Kollaps des Systems. Joseph Stiglitz, Träger des Wirtschaftsnobelpreises, spricht von einer Schuldenfalle, die von den Märkten noch dramatisch unterschätzt werde. Beide Experten, die sonst selten einer Meinung sind, teilen eine düstere Prognose: Diese Schulden verschwinden nicht durch Sparsamkeit. Sie werden durch Währungsverfall abgetragen – auf Kosten derer, die noch in Dollar sparen, investieren oder ihre Altersvorsorge in Staatsanleihen angelegt haben.

Der Aufbau einer Schuldenkrise, die keine sein darf

Im Dezember 2025 erreichte die Staatsverschuldung der USA offiziell 38,4 Billionen Dollar. Innerhalb nur eines Jahres war die Schuldenlast um 2,23 Billionen Dollar angewachsen. Noch im Oktober 2025 hatte die nationale Verschuldung bei 38,09 Billionen Dollar gelegen. Die Beschleunigung ist dramatisch: Außerhalb der Jahre der Pandemie hatte es zuletzt zwei Monate gedauert, um die Schwelle von einer Billion Dollar zu überschreiten. Heute geht das schneller.

Die Verschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung liegt bei 124,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Congressional Budget Office (das Haushaltsamt des Kongresses) prognostiziert, dass diese Quote bis 2035 auf 118,5 Prozent steigen wird – wobei diese Zahl irreführend ist. Denn sie berücksichtigt nicht die Dynamik, die bereits heute sichtbar wird. Würde man alternative Szenarien einrechnen, bei denen das Oberste Gericht der USA die Rechtmäßigkeit vieler Zölle anzweifelt oder Steuersenkungen dauerhaft gemacht werden, läge die Verschuldung 2035 bei 134 Prozent. Dann wäre Amerika nicht mehr weit von japanischen Verhältnissen entfernt – nur ohne die stabilisierenden Faktoren, die Japan seit Jahrzehnten erlauben, mit einer Quote von über 230 Prozent zu leben.

Das eigentliche Problem liegt nicht in der absoluten Höhe der Schulden. Es liegt in den Zinskosten. Im Haushaltsjahr 2025 zahlten die USA 970 Milliarden Dollar an Zinsen für ihre Staatsschulden. Faktisch lagen die Zinszahlungen für öffentliche Schulden erstmals über der Schwelle von einer Billion Dollar. Dieser Betrag übersteigt inzwischen die gesamten Verteidigungsausgaben. Er macht 19 Prozent aller Steuereinnahmen aus. Anders formuliert: Von jedem Dollar, den die Regierung einnimmt, gehen 19 Cent allein für Zinsen drauf – bevor auch nur ein einziger Lehrer bezahlt, eine Straße gebaut oder ein Rentner versorgt wurde.

Noch vor fünf Jahren, im Jahr 2020, lagen die durchschnittlichen Zinsen auf US-Staatsschulden bei 1,58 Prozent. Heute liegen sie bei 3,38 Prozent. Das klingt nach einem kleinen Unterschied. Doch bei einer Schuldenlast von 38 Billionen Dollar summiert sich jeder noch so kleine Prozentschritt. Die Prognosen des Haushaltsamtes gehen davon aus, dass die jährlichen Zinszahlungen bis 2035 auf 1,8 Billionen Dollar steigen werden. In Szenarien, die permanente Steuersenkungen und den Ausfall von Zolleinnahmen einpreisen, könnten die Zinsen bis 2035 auf 2,2 Billionen Dollar klettern. Zu diesem Zeitpunkt würde ein Sechstel aller Staatsausgaben nur noch dafür verwendet, um die Gläubiger zu bedienen.

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Drei Viertel des Problems liegen außerhalb politischer Kontrolle

Das Dilemma der amerikanischen Finanzpolitik zeigt sich besonders deutlich, wenn man sich die Struktur der Staatsausgaben ansieht. 83 Prozent des gesamten Ausgabenwachstums bis 2035 entfallen auf drei Bereiche: Sozialversicherungen, Gesundheitsprogramme und Zinszahlungen. Diese Kategorien gelten als „Mandatory Spending“ – also Pflichtausgaben, die gesetzlich festgeschrieben sind und nicht jährlich vom Kongress bewilligt werden müssen.

Die Sozialversicherung „Social Security“ macht 28 Prozent des Ausgabenwachstums aus. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt wird von 5,2 Prozent im Jahr 2025 auf 6,0 Prozent im Jahr 2035 steigen. Das System macht dauerhaft Verlust. Die Treuhandfonds, aus denen die Renten bezahlt werden, werden voraussichtlich im Jahr 2035 erschöpft sein. Danach könnten nur noch 83 Prozent der versprochenen Leistungen ausgezahlt werden – es sei denn, der Kongress greift ein. Doch jede Reform bedeutet entweder höhere Steuern oder niedrigere Renten, beides ist politisch extrem unbeliebt.

Medicare und Medicaid, die staatlichen Krankenversicherungsprogramme für ältere und ärmere Amerikaner, machen 32 Prozent des Ausgabenwachstums aus. Allein Medicare ist für 22 Prozent verantwortlich. Die Ausgaben für Gesundheit steigen von 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 6,7 Prozent bis 2035. Auch hier droht eine Vertrauenskrise: Der Medicare-Topf wird voraussichtlich 2036 leer sein. Dann könnte das Programm nur noch 89 Prozent der Kosten decken.

Die dritte Säule des Wachstums sind die Zinszahlungen selbst: 22 Prozent des Ausgabenwachstums entfallen auf den Schuldendienst. Von 950 Milliarden Dollar im Jahr 2025 werden die Zinsen auf 1,8 Billionen Dollar im Jahr 2035 ansteigen – und das unter der Annahme, dass die Zinssätze sich nicht weiter erhöhen und die Märkte stabil bleiben.

Der sogenannte diskretionäre Haushalt – also alles, was jährlich flexibel bewilligt werden muss, von Bildung über Infrastruktur bis hin zu Forschung – macht nur noch etwa ein Viertel des Budgets aus. Selbst wenn der Kongress diesen Bereich auf null kürzen würde, bliebe das strukturelle Defizit bestehen. Die USA könnten ihre gesamte Armee abschaffen, alle Universitäten schließen, keine Autobahn mehr bauen – und würden trotzdem jedes Jahr Hunderte Milliarden Dollar an neuen Schulden aufnehmen müssen.

Dalios historische Warnung: Weltreiche scheitern nicht durch Pleite, sondern durch Inflation

Ray Dalio ist kein Schwarzseher von Beruf. Der 76-Jährige gründete Bridgewater Associates, den größten Hedgefonds der Welt, mit einem verwalteten Vermögen von 154 Milliarden Dollar. Er überstand die Finanzkrise 2008 mit Gewinnen, weil er den Bruch im System vorhergesehen hatte. Sein Buch über die großen Zyklen der Geschichte, erschienen 2021, beschreibt das Auf und Ab von Weltmachten über die Jahrhunderte. Die Muster, die er erkennt, sind eindeutig: Staaten, die zu viele Schulden anhäufen, gehen selten hart pleite. Stattdessen entwerten sie ihre Währung.

Dalio zieht historische Vergleiche zur Hyperinflation in der Weimarer Republik von 1923, als der Dollarkurs auf 4,2 Billionen Mark kletterte. Er verweist auf das Ende des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1971, als Präsident Nixon die feste Bindung des Dollars an Gold aufhob, weil die US-Goldreserven von 20.000 auf 8.333 Tonnen geschrumpft waren. Seit diesem Moment verlor der Dollar 83 Prozent seiner Kaufkraft. Ein Dollar von 1971 hat heute nur noch die Kaufkraft von 17 Cent.

Dalio beschreibt den typischen Ablauf einer Schuldenkrise: Zunächst finanzieren Staaten Wachstum, Militär und Sozialprogramme über Kredite. Das funktioniert, solange die Wirtschaft wächst und die Geldgeber Vertrauen haben. Irgendwann aber werden die Schulden zu hoch, die Zinslast zu groß, die politischen Konflikte zu verhärtet. An diesem Punkt, so Dalio, greifen Regierungen zu einer Mischung aus künstlich niedrigen Zinsen und dem Drucken von Geld. Die Zentralbank kauft Staatsanleihen auf, senkt die Zinsen unter die Inflationsrate und sorgt dafür, dass die reale Schuldenlast schrumpft – auf Kosten aller, die Vermögen in dieser Währung besitzen.

Das Muster hat sich historisch immer wieder gezeigt. In den frühen 1970er Jahren lag die Inflation in den USA bei über 10 Prozent, während die Zinsen künstlich gedrückt wurden. Erst Paul Volcker, der Vorsitzende der US-Notenbank, stoppte die Spirale, indem er die Zinsen auf 20 Prozent anhob – und damit eine schwere Rezession auslöste. Die Arbeitslosigkeit schnellte nach oben, Unternehmen gingen pleite, aber die Inflation brach. Volcker hatte die Glaubwürdigkeit der Währung wiederhergestellt, indem er bereit war, kurzfristig Schmerzen zu akzeptieren. Das funktionierte, weil die Schuldenlast damals noch überschaubar war. Heute ist sie es nicht mehr.

Dalio warnt vor einer Sackgasse: Die Politik verlässt sich darauf, dass die Märkte ruhig bleiben. Die Märkte hoffen, dass die Politik rechtzeitig handelt. Solche Situationen lösen sich selten kontrolliert auf. Krisen entwickeln sich schleichend – bis sie schlagartig sichtbar werden. In einem Interview sagte Dalio, der Schuldenberg der USA werde in naher Zukunft zu einem wirtschaftlichen Herzinfarkt führen. Sein Vergleich ist drastisch, aber treffend: Ein Herzinfarkt kommt nicht aus dem Nichts. Die Gefäße verstopfen über Jahre. Die Symptome werden ignoriert. Und wenn der Kollaps kommt, ist es oft zu spät.

Stiglitz’ Kritik: Die Märkte haben die Gefahr noch nicht begriffen

Joseph Stiglitz, Träger des Wirtschaftsnobelpreises und einer der schärfsten Kritiker der aktuellen Wirtschaftspolitik, formuliert seine Warnung nüchterner, aber nicht weniger eindringlich. Bei einer Konferenz in Italien im September 2025 erklärte er, die Anleihemärkte würden die wahren finanziellen Herausforderungen der USA massiv unterschätzen. Der Zins für 30-jährige US-Staatsanleihen hatte zu diesem Zeitpunkt kurzzeitig die psychologisch wichtige Marke von 5 Prozent erreicht – ein Niveau, das zuletzt 2007 vor der Finanzkrise zu sehen war.

Stiglitz kritisiert besonders die naive Vorstellung der Trump-Regierung, das explodierende Haushaltsloch durch Zolleinnahmen stopfen zu können. Zölle, so Stiglitz, seien wie ein Luftschloss. Unternehmen würden ihre Lieferketten umbauen, um die hohen Abgaben zu umgehen. Es sei wie die Schwerkraft: Firmen würden immer den Weg mit den niedrigsten Zöllen finden. Kurzfristig mögen Zolleinnahmen hoch ausfallen. Mittelfristig würden sie dramatisch einbrechen. Das Ergebnis: Die finanzielle Lage der USA werde deutlich schlechter sein, als die aktuellen Vorhersagen glauben machen.

Die Zahlen geben Stiglitz recht. Das Haushaltsdefizit der USA liegt derzeit bei über 6 Prozent der Wirtschaftsleistung und könnte auf 7 Prozent steigen. Jason Furman, ehemaliger Wirtschaftsberater unter Präsident Obama, bestätigte, dass die Trump-Regierung einen bereits problematischen Schuldenpfad im Grunde zementiert habe. Das riesige Gesetzespaket für Steuern und Ausgaben wird das Defizit über die nächsten zehn Jahre um 4,6 Billionen Dollar erhöhen. Die Zölle, die Trump im Gegenzug verhängte, sollen 2,7 Billionen Dollar Einnahmen bringen – aber nur, wenn die Gerichte sie nicht kippen.

Im August 2025 erklärte ein Bundesberufungsgericht große Teile von Trumps Zöllen für illegal. Das Gericht urteilte, der Präsident habe seine Befugnisse überschritten, indem er Notstandsgesetze missbraucht habe, um Handelsabgaben zu verhängen. Der Fall liegt nun beim Obersten Gerichtshof. Sollte das Gericht gegen die Regierung entscheiden, könnte Washington zu Rückerstattungen von mehreren hundert Milliarden Dollar verpflichtet werden. In diesem Szenario würde das Defizit noch schneller wachsen, die Schuldenquote noch steiler ansteigen – und die Zinslast noch schwerer werden.

Stiglitz warnt auch vor den weltpolitischen Folgen dieser Politik. Die USA hätten durch ihre militärische Einmischung und die Drohungen gegen Länder wie Kolumbien, Kuba und Venezuela eine neue Unsicherheit in die Weltwirtschaft gebracht. Sollte Trump seinen aggressiven Kurs fortsetzen, würde die Welt unweigerlich auf eine Wirtschaftsordnung ohne US-Führung zusteuern. Länder, die bisher auf den Dollar als Reservewährung gesetzt haben, würden nach Alternativen suchen. Und die Märkte würden irgendwann reagieren – nicht mit einem großen Knall, sondern mit einer langsamen Abwendung, die sich plötzlich beschleunigt.

 

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Die Ruhe vor dem Sturm: Was passiert, wenn die schlafenden Wächter des Finanzmarkts erwachen?

Der Anleihemarkt als schlafender Wächter

Die Tatsache, dass die Märkte für Staatsanleihen bislang nicht rebelliert haben, ist für viele Beobachter rätselhaft. In den 1990er Jahren gab es den Begriff der „Anleihewächter“ (Bond Vigilantes) – jener Investoren, die gegen inflationäre Politik protestieren, indem sie Anleihen verkaufen und damit die Zinsen für den Staat nach oben treiben. Als die Regierung Clinton Anfang der 1990er Jahre hohe Defizite anhäufte, stiegen die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen von 5,2 auf über 8 Prozent. Die Regierung musste sparen. Die Zinsen fielen wieder auf 4 Prozent.

Heute scheint diese Disziplinierung nicht mehr zu funktionieren. Der Zins für zehnjährige Staatsanleihen schwankt um 4,3 bis 4,5 Prozent, obwohl die Schuldenquote historische Höchststände erreicht. Die Nervosität am Anleihemarkt ist auf den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren gefallen. Die Märkte scheinen nicht beunruhigt zu sein. Aber warum?

Ein Grund ist die globale Nachfrage. Trotz aller Probleme sind US-Staatsanleihen nach wie vor die am einfachsten handelbare und sicherste Anlage auf den globalen Finanzmärkten. Täglich werden US-Papiere im Wert von über 910 Milliarden Dollar gehandelt. Zentralbanken weltweit halten 12,54 Billionen Dollar in Dollar-Reserven. Der Anteil des Dollars an den globalen Währungsreserven liegt bei 57,8 Prozent. Der Euro, die einzige nennenswerte Alternative, kommt auf 20,8 Prozent.

Der zweite Grund ist die Rolle der US-Notenbank (Fed). Zwischen 2020 und 2022 kaufte die Zentralbank im Rahmen ihrer Geldpolitik Staatsanleihen im Wert von rund 4,76 Billionen Dollar. Diese Käufe drückten die Zinsen künstlich nach unten und schufen eine künstliche Nachfrage. Zwar hat die Fed diese Politik inzwischen beendet und ihre Bestände seit Juni 2022 wieder reduziert. Doch die Erinnerung daran, dass die Zentralbank im Notfall einspringen kann, beruhigt die Märkte.

Der dritte Grund ist das Fehlen echter Alternativen. Europäische Staatsanleihen sind kaum attraktiver, die Eurozone kämpft mit eigenen Problemen. Chinesische Anleihen sind für westliche Investoren schwer zugänglich. Gold bringt keine Zinsen. Und private Anlagen wie Aktien oder Firmenkredite schwanken stärker. So bleibt der Dollar die Währung, in die man flieht – selbst wenn die grundlegenden Daten immer schlechter werden.

Doch dieses Gleichgewicht ist zerbrechlich. Ray Dalio beschreibt es als Patt: Die Politik geht davon aus, dass die Anleihemärkte nicht zusammenbrechen. Die Märkte gehen davon aus, dass die Politik rechtzeitig handelt. Beide Seiten haben Gründe, die Krise hinauszuzögern. Aber irgendwann wird eine Seite zuerst die Nerven verlieren. Und wenn das passiert, kann es sehr schnell gehen.

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Der schleichende Verlust des Dollars als Leitwährung

Parallel zur wachsenden Schuldenlast verändert sich die globale Geldordnung. Der Dollar verliert langsam, aber stetig an Bedeutung. Vor zehn Jahren machte die amerikanische Währung noch etwa 67 bis 70 Prozent der weltweiten Währungsreserven aus. Heute sind es 57,8 Prozent. Prognosen von Finanzinstituten gehen davon aus, dass dieser Anteil bis 2035 auf 52 Prozent sinken könnte. 63 Prozent der globalen Vermögensverwalter halten es für realistisch, dass der Dollar seine Rolle als alleinige Weltleitwährung innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre verliert.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Einer davon ist der Einsatz des Dollars als politische Waffe. Als der Iran 2012 vom internationalen Zahlungssystem SWIFT ausgeschlossen wurde, brachen seine Öleinnahmen ein. Als Russland 2022 nach dem Einmarsch in die Ukraine von SWIFT abgeschnitten wurde, froren die USA und ihre Verbündeten russische Reserven in Höhe von rund der Hälfte der Bestände ein. Diese Maßnahmen waren effektiv – aber sie hatten eine unbeabsichtigte Nebenwirkung: Länder weltweit begannen, ihre Abhängigkeit vom Dollar zu überdenken.

Russland wickelt inzwischen 90 Prozent seines Handels innerhalb der BRICS-Staaten in nationalen Währungen ab. China und Indien haben Handelsabkommen geschlossen, die den Yuan und die Rupie verwenden, anstatt den Umweg über den Dollar zu nehmen. Brasilien und China unterzeichneten 2023 ein Abkommen zur Abwicklung des Handels in Yuan und Real. Saudi-Arabien, das seit Jahrzehnten Öl ausschließlich in Dollar verkaufte, erwägt nun, auch andere Währungen zu akzeptieren. 2023 wurden bereits ein Fünftel aller Ölgeschäfte in anderen Währungen als dem Dollar abgewickelt – vor wenigen Jahren wäre das undenkbar gewesen.

Die BRICS-Staaten arbeiten an einem eigenen Zahlungssystem, das als Alternative zu SWIFT dienen soll. Bislang existiert kein vollständig einheitliches System, aber Russlands und Chinas eigene Netzwerke bieten bereits funktionierende Alternativen. China hat seinen digitalen Yuan eingeführt, Brasilien arbeitet an einem digitalen Real. Die Erweiterung der BRICS-Gruppe um Länder wie Indonesien oder die Vereinigten Arabischen Emirate eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für Nutzer dieser Systeme.

Es wäre falsch zu behaupten, der Dollar stünde kurz vor dem Zusammenbruch. Seine Dominanz basiert nicht nur auf der Wirtschaftskraft der USA, sondern auch auf der Größe und Handelbarkeit der amerikanischen Finanzmärkte, der politischen Stabilität und einem jahrzehntelang aufgebauten Vertrauen. Doch der Abstieg hat begonnen. Und jede neue Sanktion, jede neue Drohung, jede neue Demonstration amerikanischer Finanzmacht beschleunigt diesen Prozess.

Die kalte Enteignung hat längst begonnen

Während Politiker über Steuersenkungen debattieren und Ökonomen über Defizite streiten, findet die eigentliche Umverteilung längst statt – still, unsichtbar und hochwirksam. Seit 1971, dem Ende der Golddeckung, hat der Dollar 83 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Wer 1971 hundert Dollar gespart hatte, kann heute damit nur noch das kaufen, was damals 17 Dollar gekostet hätte. Die Inflation hat den Rest gefressen.

Diese Entwicklung trifft nicht alle gleich. Wer sein Vermögen in Immobilien, Aktien oder Gold hält, konnte der Entwertung entkommen – oder sogar von ihr profitieren. Zwischen 1989 und 2022 gewann ein Haushalt aus dem reichsten 1 Prozent durchschnittlich 8,35 Millionen Dollar an Vermögen hinzu. Ein Haushalt aus den untersten 20 Prozent gewann weniger als 8.500 Dollar. Das reichste Prozent hält heute knapp die Hälfte aller Aktien in den USA. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitzt gerade einmal 1,1 Prozent.

Die realen Löhne der amerikanischen Arbeitnehmer haben sich seit den 1970er Jahren kaum verändert. Um die Inflation bereinigt hat der durchschnittliche Stundenlohn heute dieselbe Kaufkraft wie 1978. Der Höhepunkt lag im Januar 1973 bei umgerechnet 23,68 Dollar in heutiger Kaufkraft. Der Mindestlohn, der damals 9,58 Dollar in heutiger Kaufkraft betrug, liegt heute real bei 7,25 Dollar. Hätte er mit der Produktivität Schritt gehalten, müsste er bei über 18 Dollar liegen.

Die Konzentration von Reichtum hat sich drastisch verschärft. 1970 verdiente das oberste Zehntel der Einkommensskala 6,9-mal so viel wie das unterste Zehntel. 2016 war dieser Faktor auf 8,7 gestiegen. Das Vermögen der reichsten 1 Prozent erreichte im zweiten Quartal 2025 einen Rekordwert von 52 Billionen Dollar – ein Anstieg von 4 Billionen Dollar innerhalb eines Jahres. Das oberste Zehntel hält inzwischen 67 Prozent des gesamten Haushaltsvermögens.

Diese Schere öffnet sich nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis einer Geldpolitik, die systematisch Vermögenswerte nach oben treibt, während sie die Kaufkraft der Löhne schwinden lässt. Zwischen 2020 und 2021 stieg die Geldmenge (Bargeld und Einlagen) um 27 Prozent – der höchste Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen 1959. Die US-Notenbank kaufte Staatsanleihen für 4,76 Billionen Dollar. Dieses neue Geld floss nicht in die Taschen der Arbeiter, sondern in die Finanzmärkte. Aktien stiegen, Immobilienpreise explodierten. Wer Vermögen hatte, wurde reicher. Wer keines hatte, sah seine Ersparnisse schmelzen.

Dalios Rezept: Gold, inflationsgeschützte Anleihen und breite Streuung

Angesichts dieser Aussichten empfiehlt Ray Dalio eine klare Strategie. Anleger sollten etwa 15 Prozent ihres Portfolios in Gold halten. Gold ist in Dalios Augen eine der wenigen Anlagen, die sich gut entwickeln, wenn die klassischen Teile eines Depots einbrechen. Bei einem Wirtschaftsforum im Oktober 2025 erklärte er, Gold sei eine exzellente Absicherung, weil die meisten anderen Werte von Krediten abhängen. Wenn das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit von Staaten schwindet, steigt Gold.

Neben Gold empfiehlt Dalio inflationsgeschützte US-Staatsanleihen (TIPS). Diese Anleihen schützen den realen Wert, weil ihre Auszahlung an die Inflationsrate gekoppelt ist. Wenn die Preise steigen, steigen auch die Erträge. Dalios zweiter Baustein ist Risikostreuung: Anleger sollten idealerweise rund 15 voneinander unabhängige Anlagequellen nutzen. Nicht eine große Wette, sondern viele kleine, die sich in unterschiedliche Richtungen bewegen. Und noch ein Rat, der viele Privatanleger treffen dürfte: Kurzfristiges Handeln sei ein Nullsummenspiel, bei dem die meisten am Ende zahlen.

Dalio verweist auf die 1970er Jahre als historisches Vorbild. Damals endete die Goldbindung des Dollars, die Inflation stieg auf über 10 Prozent, und die realen Zinsen waren über Jahre hinweg negativ (niedriger als die Inflation). Anleger, die nur auf den Geldbetrag auf dem Papier schauten, verloren massiv. Nur wer auf feste Werte wie Gold oder Immobilien setzte, konnte seine Kaufkraft bewahren. Dalio glaubt, dass wir uns wieder in einer solchen Phase befinden – nur mit dem Unterschied, dass die Schuldenlast heute viel höher ist und die politischen Spielräume viel enger.

Die historischen Parallelen sind unübersehbar

Die Geschichte bietet wenig Trost für Länder, die in eine solche Schuldenspirale geraten. Die Weimarer Republik finanzierte die Kriegsfolgen des Ersten Weltkriegs durch massives Gelddrucken. Im November 1923 kostete ein Dollar 4,2 Billionen Mark. Das Geld verlor seine Funktion als Tauschmittel. Menschen bezahlten mit Schubkarren voller Geldscheine. Wer Ersparnisse hatte, war über Nacht ruiniert. Wer Schulden hatte, wurde sie los. Die soziale Ordnung brach zusammen. Die politischen Folgen waren verheerend.

Die USA der 1970er Jahre boten eine mildere Variante desselben Musters. Präsident Nixon beendete 1971 die Goldbindung, weil die US-Goldreserven rapide schrumpften. Andere Länder, allen voran Frankreich, hatten begonnen, ihre Dollarbestände gegen Gold einzutauschen. Die USA standen vor der Wahl: entweder die Goldreserven aufgeben oder den Dollar abwerten. Nixon wählte die Abwertung. Der Dollar verlor gegenüber anderen Währungen massiv an Wert. Die Inflation stieg. Paul Volcker, der neue Chef der Notenbank, setzte dem 1979 ein Ende, indem er die Zinsen auf 20 Prozent anhob. Die Wirtschaftskrise war brutal, aber die Inflation wurde besiegt.

Der Unterschied zu heute liegt in der Ausgangslage. 1979 lag die Schuldenquote der USA bei etwa 30 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute liegt sie bei 124 Prozent. Damals konnte sich die Regierung leisten, hohe Zinsen zu zahlen, weil die absolute Schuldenlast gering war. Heute wäre eine Zinserhöhung auf 10 Prozent oder mehr finanzieller Selbstmord. Die Zinslast würde explodieren, der Haushalt wäre nicht mehr finanzierbar. Die Medizin von damals würde den Patienten heute töten.

Japan zeigt, dass hohe Schuldenquoten über Jahrzehnte tragbar sein können – unter bestimmten Voraussetzungen. Die japanische Verschuldung liegt bei etwa 235 Prozent der Wirtschaftsleistung. Doch 88 Prozent dieser Schulden werden im eigenen Land gehalten, fast die Hälfte davon von der eigenen Zentralbank. Die Zinsen liegen nahe null. Die Bevölkerung hat ein hohes Vertrauen in die Stabilität des Systems. Dieser gesellschaftliche Zusammenhalt macht die Last tragbar.

Die USA haben diese Bedingungen nicht. Ihre Schulden werden zu einem erheblichen Teil im Ausland gehalten. Die Zinsen liegen nicht bei null, sondern bei über 3 Prozent – Tendenz steigend. Und das gesellschaftliche Vertrauen in die Institutionen bröckelt. Die politische Spaltung hat ein Ausmaß erreicht, das an die 1930er Jahre erinnert. In einem solchen Umfeld ist es schwer, die schmerzhaften Reformen durchzusetzen, die nötig wären, um die Finanzen zu stabilisieren.

Die Illusion der schmerzlosen Lösung

Politiker auf beiden Seiten des politischen Spektrums klammern sich an die Hoffnung, es gebe eine schmerzlose Lösung. Die einen setzen auf Wirtschaftswachstum, das die Schuldenquote automatisch senken würde. Doch selbst bei optimistischen Annahmen wächst die Schuldenlast schneller als die Wirtschaft. Die anderen setzen auf Zölle und die Rückverlagerung von Produktion, um Einnahmen zu erzielen und die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Doch wie Joseph Stiglitz warnt, sind Zolleinnahmen unzuverlässig und leicht zu umgehen.

Das große Steuer- und Ausgabenpaket der Trump-Regierung ist das jüngste Beispiel für diese Illusion. Das Gesetz senkt Steuern, erhöht Ausgaben und hofft, die Lücke durch Zölle zu schließen. Doch selbst wenn alle Zölle legal bleiben, würden sie über zehn Jahre 2,7 Billionen Dollar einspielen – während das Gesetz selbst 4,6 Billionen Dollar kostet. Die Rechnung geht nicht auf. Und sollte das Oberste Gericht die Zölle kippen, wird das Loch noch größer.

Die wahre Frage ist nicht, ob die Schulden abgebaut werden. Die Frage ist, wie sie abgebaut werden – und auf wessen Kosten. Historisch gesehen gibt es drei Wege: Erstens, harte Einsparungen und Steuererhöhungen. Das funktioniert nur, wenn die Bevölkerung bereit ist, den Gürtel enger zu schnallen, und die Politik den Mut hat, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. In der aktuellen politischen Landschaft der USA ist das schwer vorstellbar. Zweitens, Wirtschaftswachstum, das so stark ist, dass es die Schuldenlast automatisch senkt. Auch das ist unrealistisch, solange die grundlegenden Probleme – alternde Bevölkerung, kaum steigende Produktivität, wachsende Ungleichheit – nicht gelöst sind. Drittens, Inflation. Wenn die Preise steigen und die Löhne nachziehen, schrumpft der reale Wert der Schulden. Die Gläubiger zahlen die Zeche.

Ray Dalio und Joseph Stiglitz sind sich einig: Der dritte Weg ist der wahrscheinlichste. Nicht, weil er der beste ist, sondern weil er der einfachste ist. Inflation ist eine stille Steuer, die keine Mehrheit im Kongress braucht. Sie trifft vor allem die, die keine Lobby haben: Sparer, Rentner, Menschen mit festem Einkommen. Die politischen Kosten sind gering, solange die Inflation nicht außer Kontrolle gerät. Und so lange die Notenbank bereit ist, das Spiel mitzuspielen, kann es weitergehen.

Das Ende einer Ära

Die amerikanische Vormachtstellung basierte seit 1945 auf drei Säulen: militärische Überlegenheit, wirtschaftliche Dynamik und die Rolle des Dollars als Weltwährung. Die ersten beiden Säulen sind bereits geschwächt. Die dritte beginnt zu wanken. Der Dollar wird nicht über Nacht verschwinden. Dazu ist das System zu komplex, die Trägheit zu groß, die Alternativen zu schwach. Aber die Richtung ist klar.

Was Ray Dalio als Kreislauf der Weltreiche beschreibt, ist nichts anderes als die Mechanik von Auf- und Abstieg. Staaten steigen auf, weil sie produktiv, innovativ und diszipliniert sind. Sie fallen, weil sie übermütig, verschwenderisch und zerstritten werden. Die USA haben die erste Phase hinter sich. Die zweite ist im Gange.

Für Anleger bedeutet das eine grundlegende Neubewertung. Die Annahme, dass US-Staatsanleihen die sicherste Anlage der Welt sind, gilt nicht mehr uneingeschränkt. Die Annahme, dass der Dollar seine Kaufkraft behält, ist widerlegt. Die Annahme, dass die Notenbank die Inflation kontrollieren kann, ohne die Wirtschaft zu zerstören, ist fraglich.

Joseph Stiglitz formuliert es nüchtern: Es hätte längst einen großen Crash geben müssen. Dass er ausgeblieben ist, liegt nicht daran, dass die Risiken verschwunden wären. Es liegt daran, dass die Märkte die Risiken noch nicht eingepreist haben. Irgendwann werden sie es tun. Und dann wird sich zeigen, ob Ray Dalios Vergleich mit dem wirtschaftlichen Herzinfarkt nur eine rhetorische Übertreibung war – oder eine präzise Diagnose.

Die nächsten Jahre werden entscheidend sein. Entweder gelingt es den USA, das Steuer herumzureißen – durch schmerzhafte Reformen, politischen Mut und gesellschaftlichen Konsens. Oder die Schuldenspirale dreht sich weiter, die Inflation kehrt zurück, die Zinsen steigen, und die kalte Enteignung setzt sich fort. In beiden Szenarien zahlen am Ende dieselben: jene, die keine Wahl haben, ihr Vermögen zu schützen, weil sie keines haben. Und jene, die glauben, in Staatsanleihen und Sparbüchern sicher zu sein – während die Kaufkraft ihrer Ersparnisse Jahr für Jahr schrumpft, still und unaufhaltsam.

 

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