EU und China im Handelsstreit: Europas Industrie kämpft mit Preisdruck und Abhängigkeit – Offene Märkte sind keine Einbahnstraße
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Xpert.Digital bei Google bevorzugen ⓘVeröffentlicht am: 25. Oktober 2026 / Update vom: 25. Oktober 2026 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

EU und China im Handelsstreit: Europas Industrie kämpft mit Preisdruck und Abhängigkeit – Offene Märkte sind keine Einbahnstraße – Kreativbild zum Thema, mit KI: Xpert.Digital
Seltene Erden, Überkapazitäten, Marktzugang: Warum EU-Abgeordnete nach China reisen
Europäische Unternehmen unter Druck: Die EU sucht in China konkrete Fortschritte
Handelsdefizit und ungleiche Märkte: Was die EU-Delegation in China erreichen will
Industrielle Überkapazitäten, der Zugang zu kritischen Rohstoffen und ungleiche Wettbewerbsbedingungen verschärfen die Spannungen im Handel zwischen der Europäischen Union und China. Eine Delegation des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments reist deshalb vom 27. bis 29. Oktober 2026 nach Peking, Hangzhou und Shanghai. Unter Leitung des Ausschussvorsitzenden Bernd Lange wollen die Abgeordneten mit chinesischen Gesprächspartnern über die Folgen für europäische Unternehmen und Arbeitsplätze sprechen – und ausloten, ob sich bei Themen wie Seltenen Erden, Marktzugang und dem Handel mit Hybridautos konkrete Fortschritte erzielen lassen. Dabei geht es auch um eine grundsätzliche Frage: Wie kann Europa seine wirtschaftlichen Beziehungen zu China vertiefen, ohne die eigene Industrie stärker von wichtigen Rohstoffen und Technologien abhängig zu machen?
EU und China: Europas Industrie zwischen Preisdruck und Abhängigkeit
Die Europäische Union und China stehen vor grundlegenden Fragen ihrer Handelsbeziehungen: Industrielle Überkapazitäten, der Zugang zu kritischen Rohstoffen und ungleiche Marktbedingungen belasten das Verhältnis. Eine Delegation des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments will vom 27. bis 29. Oktober 2026 in Peking, Hangzhou und Shanghai darüber sprechen, wie sich diese Spannungen auf europäische Unternehmen und Arbeitsplätze auswirken und wo konkrete Fortschritte möglich sind.
Die Reise wird von Bernd Lange geleitet, dem deutschen Vorsitzenden des Ausschusses für internationalen Handel, kurz INTA. Es ist der zweite China-Besuch einer Delegation dieses Ausschusses; die vorherige Reise fand 2018 statt.
Rohstoffe, Überkapazitäten und versperrte Marktchancen
Im Mittelpunkt stehen Chinas industrielle Überkapazitäten und die daraus entstehenden Marktungleichgewichte sowie die Abhängigkeit der EU von kritischen Rohstoffen und Technologien. Besonders der Zugang zu Seltenen Erden gehört zu den offenen Fragen, die Lange mit den chinesischen Gesprächspartnern erörtern will.
Hinzu kommen die ungleichen Zugangsmöglichkeiten für europäische Unternehmen auf dem chinesischen Markt und der zunehmende Zustrom preisgünstiger chinesischer Waren in die EU. Die Gespräche sollen damit sowohl die Wettbewerbsbedingungen in Europa als auch die Geschäftsmöglichkeiten europäischer Unternehmen in China betreffen.
Auf der Agenda stehen außerdem das geplante europäische Gesetz zur Beschleunigung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit mit seinen „Made in Europe“-Regeln und die jüngste Verständigung über den Handel mit Hybridautos. Diese wurde am 9. Oktober 2026 im Rahmen der Handels- und Investitionsgespräche zwischen der EU und China erzielt.
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Handelsdefizit der EU: Dringender Handlungsbedarf
Gespräche mit Politik, Wirtschaft und Technologieunternehmen
Die Delegation plant direkte Gespräche mit chinesischen Amtskolleginnen und Amtskollegen sowie mit Vertretern nationaler und regionaler Behörden, darunter dem Handelsministerium. Treffen mit der EU-Handelskammer sollen einen genaueren Einblick in die Schwierigkeiten vermitteln, mit denen europäische Unternehmen in China konfrontiert sind.
Auch der Austausch mit Vertretern des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank gehört zum Programm. In Hangzhou, einem bedeutenden chinesischen Technologiezentrum, stehen Besuche bei den Innovationsunternehmen Unitree und BrainCo an.
Lange fordert Ergebnisse statt weiterer Warteschleifen
Bernd Lange betrachtet die Reise als wichtigen Schritt in einer entscheidenden Phase der Beziehungen. Die Verständigung zu Hybridautos ist für ihn lediglich ein Anfang; Fragen zu industriellen Überkapazitäten und zur Versorgung mit Seltenen Erden bleiben auf der Tagesordnung.
Das tägliche Handelsdefizit der EU gegenüber China beziffert Lange auf eine Milliarde Euro. Als eine Ursache nennt er chinesische Einfuhrbeschränkungen, die europäischen Unternehmen den Zugang zum Markt erschweren.
Die Delegation will den direkten Dialog fortsetzen, auf einen Durchbruch hinarbeiten und möglichst bald greifbare Ergebnisse erreichen. Entscheidend ist damit, ob sich die jüngste Verständigung bei Hybridautos als Ausgangspunkt für Fortschritte bei weiteren Handelsfragen nutzen lässt.
Zwölf Abgeordnete für den Dialog mit China
Neben Delegationsleiter Bernd Lange, der der sozialdemokratischen S&D-Fraktion angehört, nehmen elf weitere Abgeordnete an der Reise teil. Die Gruppe vereint damit Vertreter mehrerer Fraktionen und Mitgliedstaaten:
– Pascal Canfin (Renew, Frankreich), ständiger China-Berichterstatter des Handelsausschusses.
– Juan Ignacio Zoido Álvarez (EVP, Spanien).
– Kathleen Van Brempt (S&D, Belgien).
– Enikő Győri (PfE, Ungarn).
– Jaak Madison (EKR, Estland).
– Markéta Gregorová (Grüne/EFA, Tschechien).
– Rudi Kennes (The Left, Belgien).
– Angelika Niebler (EVP, Deutschland).
– Jörgen Warborn (EVP, Schweden).
– Brando Benifei (S&D, Italien).
– Engin Eroglu (Renew, Deutschland), Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China.
Enge Handelspartner mit ungleichen Bedingungen
China ist beim Waren- und Dienstleistungsverkehr zusammengenommen der drittgrößte Handelspartner der EU; umgekehrt zählt die Europäische Union zu den wichtigsten Handelspartnern Chinas. Gleichzeitig ist das europäische Handelsdefizit gegenüber China gewachsen, und die unterschiedliche Öffnung der Märkte gilt als wesentliche Schieflage der Wirtschaftsbeziehungen.
Der Reise gingen Gespräche des EU-Handelskommissars Maroš Šefčovič mit chinesischen Vertretern sowie Beratungen der europäischen Staats- und Regierungschefs voraus. Die Handelsdelegation ist bereits die vierte Delegation des Europäischen Parlaments, die 2026 nach China reist.
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