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Mit Kritik zum Thema | Jane Enny van Lambalgen: Freihandelszone mit Indien kostet bis zu drei Millionen Industriearbeitsplätze in Deutschland

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Veröffentlicht am: 29. Januar 2026 / Update vom: 29. Januar 2026 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Mit Kritik zum Thema | Jane Enny van Lambalgen: Freihandelszone mit Indien kostet bis zu drei Millionen Industriearbeitsplätze in Deutschland

Mit Kritik zum Thema | Jane Enny van Lambalgen: Freihandelszone mit Indien kostet bis zu drei Millionen Industriearbeitsplätze in Deutschland – Bild: Xpert.Digital

Xpert Kommentar: Job-Killer Freihandelsabkommen? Experten-Alarm oder Panikmache? Warum die düstere Industrie-Prognose wackelt

Ein Schreckgespenst geht um im deutschen Mittelstand: Droht uns durch das kommende Freihandelsabkommen mit Indien ein Verlust von bis zu drei Millionen Industriearbeitsplätzen?

Produktionsverlagerung nach Indien: Zwischen echter Gefahr und dramatisierter Zuspitzung

Diese drastische Zahl steht im Raum, seit Jane Enny van Lambalgen, CEO von Planet Industrial Excellence und erfahrene Interim-Managerin, in einer aktuellen Pressemitteilung vor den Folgen des Abkommens warnte. Die These hat enorme Sprengkraft: Sie suggeriert, dass die Öffnung der Märkte nicht etwa Wachstum bringt, sondern den industriellen Kern Deutschlands massiv aushöhlen wird. Doch wie fundiert ist diese Katastrophen-Prognose wirklich? Handelt es sich um eine valide ökonomische Vorhersage oder um ein strategisches Worst-Case-Szenario?

Um die Brisanz dieser Aussagen richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen der Schlagzeile. Was auf den ersten Blick wie eine nüchterne Analyse wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als eine rhetorische Zuspitzung, die weder durch offizielle Studien der EU noch durch Berechnungen renommierter Wirtschaftsinstitute wie dem Kiel Institut für Weltwirtschaft gedeckt ist. Während Ökonomen eher von moderaten Wachstumseffekten und einer strategischen Diversifizierung weg von China sprechen, zeichnet van Lambalgen das Bild einer existenziellen Bedrohung.

Der folgende Beitrag beleuchtet daher nicht nur die alarmierende Zahl von drei Millionen gefährdeten Jobs, sondern ordnet sie kritisch ein. Wir unterscheiden zwischen berechtigter Warnung vor realem Kostendruck und überzogener Panikmache. Denn auch wenn die “Apokalypseformel” empirisch auf tönernen Füßen steht, enthält sie einen wahren Kern über die schleichenden Mechanismen der Produktionsverlagerung, den der Mittelstand nicht ignorieren darf. Lesen Sie hier, was wirklich auf die deutsche Industrie zukommt – jenseits von Beschwichtigung und Hysterie.

Vorwort: Zwischen berechtigter Warnung und dramatisierter Zuspitzung

Die vorliegende Pressemitteilung von Jane Enny van Lambalgen, CEO von Planet Industrial Excellence, reiht sich ein in eine Reihe alarmistischer Beiträge zur Zukunft der deutschen Industrie und des Mittelstands. Sie behauptet, das neue Freihandelsabkommen zwischen EU und Indien werde “bis zu drei Millionen mittelständische Industriearbeitsplätze” in Deutschland kosten – eine Zahl, die weder durch belastbare Studien noch durch offizielle Wirkungsanalysen der EU oder unabhängiger Institute gedeckt ist. Was hier präsentiert wird, ist weniger eine nüchterne Folgenabschätzung als vielmehr ein rhetorisch zugespitztes Worst-Case-Szenario, das auf maximalen Aufmerksamkeitseffekt zielt.

Um diese Aussagen sachgerecht einzuordnen, ist ein Blick auf die Person und ihren beruflichen Kontext hilfreich. Jane Enny van Lambalgen ist eine profilierte Interim-Managerin mit Schwerpunkt auf internationalen Operations-Einsätzen, Produktion, Supply Chain und Logistik. Ihr Geschäftsmodell umfasst genau jene Situationen, die in der Pressemitteilung in düsteren Farben beschrieben werden: Standortschließungen, Produktionsverlagerungen, Turnarounds und Krisentransformationen. Als Mitautorin des Buches “Wirtschaftswende jetzt!” gehört sie zu einem Netzwerk von Interim-Managern, die seit Jahren vor einer drohenden Deindustrialisierung Deutschlands warnen und zugleich Lösungswege in Form von tiefgreifenden Restrukturierungen und radikalen Anpassungsstrategien propagieren.

Vor diesem Hintergrund ist klar: Van Lambalgen spricht nicht als neutrale Wissenschaftlerin, sondern als Praktikerin, deren berufliche Rolle eng mit Krisenszenarien, Strukturbrüchen und tiefen Einschnitten in Organisationen verknüpft ist. Ihre Perspektive speist sich aus Projekten, in denen sie typischerweise erst dann eingeholt wird, wenn es bereits “brennt”: wenn Werke geschlossen, Produktionen verlagert, Lieferketten neu aufgesetzt oder Unternehmen in prekären Situationen stabilisiert werden müssen. Diese Fallauswahl führt zwangsläufig zu einem Blick auf die Industrie, der stärker von Extremfällen und Krisensituationen geprägt ist als von Durchschnittsverläufen oder graduellen Anpassungen.

Die politische und ökonomische Realität des EU-Indien-Freihandelsabkommens ist deutlich vielschichtiger als die Pressemitteilung suggeriert. Offizielle Darstellungen der EU-Kommission und unabhängige Medien betonen einerseits den strategischen Charakter des Abkommens – Diversifizierung weg von China, Stärkung regelbasierter Handelsstrukturen, bessere Marktzugänge für europäische Unternehmen –, andererseits aber auch, dass kurzfristige Wachstums- und Beschäftigungseffekte begrenzt sein werden. Modellrechnungen renommierter Institute wie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft kommen auf moderate positive BIP-Effekte und eine deutliche Ausweitung des bilateralen Handels, nicht aber auf makroökonomische Schockwellen, die Millionenstellen in einem einzigen Land auslöschen würden.

Gerade deshalb ist es wichtig, die Aussagen van Lambalgens nicht als “objektive Prognose”, sondern als interessengeleitete, bewusst dramatisierende Intervention zu lesen. Die Zahl von drei Millionen gefährdeten Arbeitsplätzen bleibt in der Mitteilung ohne Herleitung, ohne Zeithorizont, ohne sektorale Differenzierung und ohne Bezug auf etablierte makroökonomische Modelle. Sie steht zudem im offenen Widerspruch zu empirischen Erfahrungen mit früheren Freihandelsabkommen und Offshoring-Wellen, bei denen die tatsächlichen Beschäftigungseffekte – positiv wie negativ – um Größenordnungen kleiner ausfielen als in der vorliegenden Zuspitzung suggeriert.

Das schmälert nicht den Wert ihrer Beobachtung, dass der Kostendruck auf den industriellen Mittelstand real ist und sich durch das Abkommen in bestimmten Segmenten verschärfen kann. Als operative Expertin für Produktionsverlagerungen und Supply-Chain-Neuausrichtung beschreibt sie konkrete Mechanismen, die in strategischen Diskussionen häufig unterschätzt werden: die Kombination aus Lohnkostenvorteilen in Niedriglohnländern, dem Wegfall von Zöllen und der Möglichkeit, Funktionen wie Verwaltung, Vertrieb und Engineering zunächst im Hochlohnland zu belassen, sodass die eigentlichen Strukturbrüche lange “unterhalb des Radars” stattfinden. Genau diese Mikrodynamiken sind für den industriellen Mittelstand hochrelevant – aber sie rechtfertigen keine pauschale Apokalypseformel.

Dieses Vorwort will deshalb zweierlei leisten: Es würdigt die operative Erfahrung und den praktischen Reality-Check, den eine Interim-Managerin wie Jane Enny van Lambalgen in die Debatte einbringt. Zugleich markiert es klar die Grenzen ihrer Aussagen: Die Pressemitteilung arbeitet mit nicht belegten Großzahlen, ignoriert Gegenwirkungen des Freihandelsabkommens (Exportchancen, Dienstleistungsöffnung, Fachkräftemobilität, Produktivitätsgewinne) und blendet die Tatsache aus, dass die tiefere Ursache der deutschen Industrieprobleme in hausgemachten Strukturdefiziten (Bürokratie, Investitionsstau, Energiepreise, Demografie) liegt – nicht in einem einzelnen Abkommen mit Indien.

 

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Wenn bewährte Strategien versagen: Organisationale Anpassungsfähigkeit im digitalen Wandel der Ambidextrie - Bild: Xpert.Digital

Wir durchleben aktuell eine Phase wirtschaftlicher Unruhe, die sich grundlegend von früheren Rezessionen unterscheidet. In den Führungsetagen europäischer und internationaler Unternehmen herrscht eine trügerische Stille – unterbrochen nur vom Geräusch scheiternder Strategien, die gestern noch als Erfolgsgarant galten. Es handelt sich nicht nur um eine konjunkturelle Delle, sondern um einen tiefgreifenden strukturellen Bruch. Die Werkzeuge, mit denen Unternehmen über zwei Jahrzehnte hinweg Wachstum erzielten, funktionieren schlichtweg nicht mehr.

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Pressemitteilungen | Jane Enny van Lambalgen: „Der industrielle Mittelstand ist im Grunde gezwungen, seine Produktion nach Indien zu verlagern, um im Kostenwettbewerb mithalten zu können.“

Frankfurt, 29. Januar 2026 – „Das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien wird massenhaft Industriearbeitsplätze in Deutschland kosten“, befürchtet Jane Enny van Lambalgen, CEO der Beratungs- und Managementfirma Planet Industrial Excellence. Die Industrieexpertin begründet: „Ein Teil des industriellen Mittelstands nutzt die gewonnenen Freiheiten für Produktionsverlagerungen nach Indien und kann die dort hergestellten Waren dank des neuen Abkommens zollfrei in die EU importieren. Das senkt die Kosten um mehr als 50 Prozent.“ Planet Industrial Excellence ist eigenen Angaben zufolge direkt in derartige Projekte involviert.

Jane Enny van Lambalgen erklärt die Vorgehensweise: „Die Unternehmen lassen die Waren in Indien statt in Deutschland herstellen und führen sie zollfrei in die EU ein. Das lohnt sich, weil die Fertigungs­kosten in Indien bei praktisch allen Industrieprodukten nicht einmal halb so hoch sind wie hierzulande.“ Die Arbeitskosten in Indien betragen nur etwa 25 bis 30 Prozent im Vergleich zum Lohnniveau in Deutschland, beleuchtet sie die betriebswirtschaftliche Kalkulation aus Firmensicht. Da Hauptsitz, Verwaltung, Marketing und Vertrieb in der Regel in Deutschland verbleiben, fällt die Produktions­verlagerung kaum auf. „Nur die Beschäftigten merken es natürlich, wenn sie die Kündigung erhalten“, sagt Jane Enny van Lambalgen betrübt. Bei der Produktentwicklung hat sie festgestellt: „Das Engineering verbleibt vorläufig in Deutschland, bis die indische Seite entsprechend ausgebildet ist, um auch das zu übernehmen.“

Schritt nach Indien betriebswirtschaftlich unvermeidbar

Aus Sicht der Industrieexpertin ist der Schritt nach Indien oder in andere Niedriglohnländer für viele deutsche Maschinenbaufirmen betriebswirtschaftlich unvermeidbar, um nicht mit dem hohen Kosten­niveau einer deutschen Produktion gegen indische Hersteller am Markt konkurrieren zu müssen. „Der heute schon enorme Kostendruck von indischer Seite wird sich durch das neue Freihandels­abkommen dramatisch verschärfen“, ist sich Jane Enny van Lambalgen sicher.

Für den industriellen Mittelstand stelle sich somit häufig nur die Alternative „hierbleiben und untergehen oder die Produktion nach Indien verlagern und das Unternehmen retten.“ Im letzteren Fall blieben „wenigstens noch Verwaltungs-, Marketing- und Vertriebsjobs in Deutschland.“ Das sind allerdings nach Einschätzung der Fachfrau bestenfalls 40 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse. Gut 60 Prozent der Stellen entfielen bei einem mittelständischen Fertigungsunternehmen auf die Produktion. „Wir reden von bis zu drei Millionen mittelständischen Industriearbeitsplätzen, die aufgrund der neuen Freihandelszone hierzulande ab- und in Indien aufgebaut werden“, schätzt Jane Enny van Lambalgen.

Indien als Alternative zu China

Aus Projekterfahrungen weiß die CEO von Planet Industrial Excellence: „Schon seit Jahren wandern deutsche Industriearbeitsplätze nach China. Aber die geopolitischen Spannungen zwischen Peking und Washington haben viele Führungskräfte in letzter Zeit zögern lassen, diesen Weg zu gehen. Das neue Freihandelsabkommen mit Indien eröffnet einen Ausweg aus diesem Dilemma, den viele Mittelständler nutzen werden.“

Sie stellt klar: „Die indische Alternative rechnet sich nicht nur bei der Massenfertigung, sondern schon bei kleinen Produktionschargen bis hin zum Sondermaschinenbau.“ Nach ihren Erfahrungen können indische Firmen und Fachkräfte in der mechanischen Fertigung ohne weiteres mit deutschem Know-how mithalten.

Jane Enny van Lambalgen analysiert: „Derzeit sichern vor allem zwei Faktoren noch Industrie­arbeitsplätze in Deutschland: das relativ geringere Innovationstempo Indiens und die langsamere Einführung neuer Technologien. Zudem ist Indien bislang stark von Importen bei wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten wie Halbleitern und Leiterplatten abhängig. Doch diese Situation wird sich ändern. Indien arbeitet mit hoher Geschwindigkeit daran, sich zu einem modernen Industriestaat zu entwickeln. Langfristig können deutsche Industriearbeitsplätze daher nur durch technologische Spitzenleistungen und hochqualifizierte Fachkräfte gesichert werden.“

Jane Enny van Lambalgen ist Founding Partner und Geschäftsführerin der Firma Planet Industrial Excellence sowie Mitglied bei United Interim, der führenden Community für Interim Manager im deutschsprachigen Raum, und im Diplomatic Council, einer globalen Denkfabrik mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UNO). Für Unternehmen ist sie tätig als Interim Manager für Strategie, Operational Excellence, Turnaround, Supply Chain Management und Digital Transformation. Als Managerin auf Zeit übernimmt sie Positionen als CEO, Managing Director, COO, Delegierte des Verwaltungsrats, Aufsichtsrat und Beirat in der mittelständischen Wirtschaft. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind internationale Operations-Einsätze mit Fokus auf Produktion, Supply Chain und Logistik. Für ihre Verdienste wurde sie als „Top Interim Manager 2026“ ausgezeichnet. Jane Enny van Lambalgen ist Co-Autorin des Buches „Wirtschaftswende jetzt!“, in dem sie gemeinsam mit anderen Industrieexperten beschreibt, wie Deutschland die derzeitige Wirtschaftskrise überwinden kann.

 

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