▶️ Kurz vor den Wahlen: 68 Milliarden durch ausländische Beschäftigte? Wie eine IW-Studie im Osten politisch instrumentalisiert werden kann
Die IW-Zahl von 68,3 Milliarden macht Schlagzeilen, doch sie ist nur eine Bruttowertermittlung der bereits beschäftigten ausländischen Arbeitnehmer. | Die Studie misst Produktion, nicht die Netto-Fiskalbilanz, und vernachlässigt Transferkosten, Integration und Infrastruktur. | Die Veröffentlichung zeitnah vor ostdeutschen Landtagswahlen weckt den Verdacht auf strategisches Timing, auch wenn kein direkter Beweis vorliegt. | | Methodisch beruht die Hochrechnung auf durchschnittlicher Branchenproduktivität, obwohl ausländische Beschäftigte im Median deutlich weniger verdienen. | Die Debatte leidet an mangelnder Differenzierung nach Zuzugskanal, Qualifikation und Beschäftigungsstatus. | Empirische Lücken wie fehlende ostdeutsche Entgeltstatistiken und getrennte Netto-Fiskalbilanzen erschweren eine belastbare Bewertung. | | Medien und politische Akteure übersetzen eine eng gefasste Produktionskennziffer häufig zu pauschalen Wohlstandsaussagen. | Forschungsergebnisse divergieren stark — von Werdings positiver Entlastungsrechnung bis zu Raffelhüschens negativer Generationenbilanz. | Seriöse Politik braucht getrennte Szenarien für gesteuerte Fachkräfte-, Familien- und Schutzmigration sowie transparente Gesamtrechnungen. | Ohne umfassende, nach Herkunftskanal und Kosten differenzierte Daten bleibt die öffentliche Debatte anfällig für selektive Deutungen und Wahlkampfmanöverkultur. [...]
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