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Strompreis-Falle Energiewende: Der fatale Denkfehler beim Solar-Ausbau – Was falsch läuft

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Veröffentlicht am: 1. September 2026 / Update vom: 1. September 2026 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Strompreis-Falle Energiewende: Der fatale Denkfehler beim Solar-Ausbau – Was falsch läuft

Strompreis-Falle Energiewende: Der fatale Denkfehler beim Solar-Ausbau – Was falsch läuft – Kreativbild zum Thema, mit KI: Xpert.Digital

Blackout-Gefahr oder Panikmache? Was wirklich hinter den Netzengpässen der Energiewende steckt

Einfacher Netz-Trick ignoriert: Wie Deutschland Milliarden beim Stromausbau verschwendet

Kostenexplosion im Stromnetz: Der simple Fehler, den die Politik völlig übersieht

Die deutsche Energiewende steckt in einem teuren Dilemma: Technisch und wissenschaftlich sind die Lösungen für ein stabiles und günstiges Stromnetz längst vorhanden – doch die politische Umsetzung hinkt drastisch hinterher. Das Resultat sind paradoxe Entwicklungen: Während sich in Bayern die Solaranlagen auf den Dächern stapeln und lokale Netze an sonnigen Tagen in die Knie zwingen, entstehen riesige Wind- und Solarparks im Nordosten oft nur dort, wo der Anschluss am billigsten ist – fernab der großen Verbrauchszentren. Dabei gäbe es einfache, fast kostenlose Hebel, um die Strompreise zu senken und das Netz zu entlasten, etwa durch die clevere Doppelnutzung bestehender Netzanschlüsse oder eine schlaue, regionale Förderung. Dennoch hat die Politik bei der jüngsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) entscheidende Chancen ungenutzt gelassen. Lediglich eine neue Regelung ab 2027 zeigt: Ein Umdenken ist möglich – und sie wird den privaten Solarmarkt tiefgreifend verändern. Warum wir beim Umbau unserer Energieversorgung noch immer an der falschen Stelle sparen und wie ein wirklich netzdienliches System aussehen könnte, beleuchtet unsere Analyse.

Warum die Energiewende an der falschen Stelle spart: Ein System im Umbau, kein System im Zusammenbruch

Die deutsche Stromversorgung befindet sich mitten in einem der größten infrastrukturellen Umbauprojekte der Nachkriegszeit. Aus wenigen großen, zentral gesteuerten Kraftwerken wird ein Netz aus Zehntausenden kleinen, dezentral verteilten und teils extrem wetterabhängigen Erzeugungsanlagen. Ein solcher Wandel kann naturgemäß nicht reibungslos verlaufen, zumal viele der heute relevanten technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen zum Zeitpunkt der internationalen Klimaverpflichtungen Ende der neunziger Jahre schlicht nicht vorhersehbar waren. Es überrascht daher wenig, dass dieser Transformationsprozess nicht nur auf technische und regulatorische Probleme stößt, sondern auch gesellschaftliche Skepsis erzeugt.

Gleichzeitig mehren sich die Belege dafür, dass ein Stromsystem, das überwiegend auf erneuerbaren Energien basiert, grundsätzlich funktionsfähig ist. Entscheidend dafür sind vor allem zwei Entwicklungen: eine zunehmende Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre, sowie ein Fortschritt in der Speichertechnik, der noch vor einem Jahrzehnt in dieser Geschwindigkeit nicht erwartet wurde. Hinzu kommt ein deutlich gewachsenes technisches und gesellschaftliches Verständnis für sogenannte Dunkelflauten, also jene Zeiträume, in denen weder Wind noch Sonne nennenswerte Strommengen liefern.

Wenn frühere Fördermodelle zum Problem werden

Trotz dieser positiven Entwicklungen befindet sich das deutsche Energiesystem an einem Punkt, an dem strukturelle Fehlentwicklungen immer deutlicher zutage treten. Fördermechanismen, die in ihrer Zeit notwendig und sinnvoll waren, haben im Laufe der Jahre zu erheblichen regionalen und technischen Unwuchten geführt. Parallel dazu verlaufen wichtige begleitende Maßnahmen, etwa die flächendeckende Einführung intelligenter Messsysteme für Haushalte und Gewerbebetriebe, deutlich langsamer als ursprünglich geplant.

Dabei existieren durchaus einfache und wirkungsvolle Maßnahmen, die sich praktisch unmittelbar umsetzen ließen, kaum zusätzliche Kosten verursachen und obendrein lokale Wirtschaftsstrukturen stärken könnten. Eine wissenschaftliche Untersuchung in der Fachzeitschrift European Planning Studies beschreibt entsprechende Ansätze, mit denen sich das Stromnetz entlasten, die heimische Energieproduktion steigern und letztlich auch den Strompreis senken ließen.

Bayerns Solarboom trifft auf Brandenburgs freie Flächen

Ein zentraler Kritikpunkt der Untersuchung betrifft die geografische Verteilung der Photovoltaikanlagen in Deutschland. Ein erheblicher Teil der Dachanlagen konzentriert sich auf Bayern, während große Freiflächenanlagen bevorzugt im Nordosten der Republik entstehen, etwa in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Diese Ungleichverteilung ist keine Frage des Zufalls, sondern das direkte Ergebnis der bundesweit einheitlichen Förderung, die ausschließlich an der erzeugten Energiemenge ansetzt. Regionale Unterschiede bei Netzbelastung, Flächenverfügbarkeit oder Verbrauchernähe spielten dabei bislang praktisch keine Rolle.

Fraunhofer-Analysen zur regionalen Verteilung erneuerbarer Energien bestätigen dieses Muster: Bei Aufdachanlagen zeigen sich starke Zunahmen vor allem im Süden und Westen Deutschlands, während bei Freiflächenanlagen neben dem Süden auch die neuen Bundesländer dynamisch wachsen, weil dort bereits heute viele Netzanschlussgesuche vorliegen, die in die Zukunft fortgeschrieben werden. Wer in Bayern investierte, folgte schlicht der wirtschaftlichen Logik: Hohe Sonneneinstrahlung und ein bereits dicht bebautes Umfeld sorgten für attraktive Erträge. Wer im Nordosten baute, profitierte von vergleichsweise günstigem und verfügbarem Bauland entlang von Autobahn- und Schienentrassen.

Netzengpässe als Preis der ungesteuerten Verteilung

Diese scheinbar rationale Standortwahl auf Anlagenebene hat auf Systemebene erhebliche Kosten erzeugt. In Bayern kommt es inzwischen regelmäßig zu Abschaltungen von Photovoltaikanlagen, weil das lokale Verteilnetz die Einspeisespitzen an sonnigen Tagen nicht mehr aufnehmen kann. Im Nordosten Deutschlands hingegen muss der produzierte Strom über lange Übertragungsstrecken erst zu den großen Verbrauchszentren im Westen und Süden transportiert werden, was zusätzliche Netzinfrastruktur, Netzverluste und Kosten verursacht.

Eine naheliegende Lösung bestünde in einem Fördermodell, das sich stärker an dem bereits für Windkraft etablierten Ansatz orientiert. Einzelne Regionen könnten eine regional differenzierte Mindestleistung aus Photovoltaikanlagen vorgeben, die gezielt gefördert wird. Die Höhe der Förderung würde sich dabei danach richten, wie hoch der zu erwartende Ertrag im Vergleich zu anderen Regionen tendenziell ausfällt. In Gebieten mit geringerem solarem Ertrag, in denen zugleich noch zu wenige Anlagen in Betrieb sind, würde die Förderung entsprechend höher ausfallen, um einen wirtschaftlichen Anreiz für den Zubau zu schaffen.

Warum der Westen Deutschlands mehr Solarstrom vertragen könnte

Ein solches regional gestaffeltes Modell würde vor allem im Westen und Nordwesten Deutschlands neue Investitionsanreize setzen, wo Photovoltaikanlagen bislang vergleichsweise dünn verteilt sind. Der entscheidende Vorteil läge in kürzeren Transportwegen zwischen Erzeugung und Verbrauch, weil gerade diese Regionen zu den bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich aktivsten Teilen Deutschlands zählen. Weniger Ferntransport bedeutet weniger Bedarf an teuren Übertragungsleitungen und geringere Netzverluste, was sich am Ende in niedrigeren Netzentgelten und damit niedrigeren Strompreisen für Verbraucher niederschlagen könnte.

Diese Chance wurde bei der jüngsten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes jedoch nicht ergriffen. Statt die Photovoltaikförderung stärker regional zu differenzieren, konzentrierte sich die Gesetzesreform auf andere Schwerpunkte, während die grundsätzliche Ungleichverteilung der Anlagen im Raum bestehen bleibt.

Warum Windkraft die unterschätzte Säule der Energiewende bleibt

Noch deutlicher als bei der Solarenergie zeigen sich verpasste Chancen bei der Windkraft, obwohl Windräder gegenüber Photovoltaikanlagen eine wesentlich höhere Zahl an Volllaststunden erreichen und speziell die Stromproduktion in den Wintermonaten stützen, wenn Solaranlagen kaum Ertrag liefern. Der aktuelle deutsche Windenergiemarkt zeigt dabei durchaus Fortschritte: Ende 2025 waren nach Angaben des Bundesverbands WindEnergie deutschlandweit 29.226 Windenergieanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von gut 68 Gigawatt in Betrieb, im Jahresverlauf 2025 kamen 958 neue Anlagen mit rund 5,2 Gigawatt Leistung hinzu.

Immerhin berücksichtigt das bestehende Fördermodell für Windenergie bereits die Tatsache, dass der Ertrag in Süddeutschland systematisch geringer ausfällt als im windreicheren Norden. Anlagen im Süden werden dadurch etwas stärker gefördert, was grundsätzlich zusätzliche Investitionsanreize in Regionen mit bislang geringem Windkraftausbau schafft, etwa in Baden-Württemberg oder Bayern.

Wenn der günstigste Netzanschluss zum falschen Standort führt

Problematisch ist jedoch, dass neue Windkraftanlagen aus wirtschaftlichen Gründen vor allem dort entstehen, wo ein technisch einfacher und damit kostengünstiger Netzanschluss möglich ist. Dieser günstigste Anschlusspunkt ist jedoch keineswegs automatisch der Standort, der aus Sicht der Netzdienlichkeit und des lokalen Strombedarfs am sinnvollsten wäre. Die Folge sind Windparks, deren Standortwahl primär von Anschlusskosten getrieben wird, während der eigentliche regionale Energiebedarf eine untergeordnete Rolle spielt.

Eine planerisch konsequentere Alternative bestünde darin, Windkraftanlagen gezielt dort zu errichten, wo ausreichender Ertrag zu erwarten ist und gleichzeitig ein realer lokaler Strombedarf besteht, selbst wenn der Netzanschluss an dieser Stelle zunächst teurer ausfällt. Weil der erzeugte Strom in diesem Fall größtenteils direkt vor Ort verbraucht würde, ließe sich der Bedarf an teuren, langen Übertragungsleitungen deutlich begrenzen. Kurzfristig höhere Anschlusskosten würden somit langfristig durch geringere Investitionen in das überregionale Übertragungsnetz kompensiert.

 

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Das Herzstück dieser technologischen Weiterentwicklung ist die bewusste Abkehr von der konventionellen Klemmenbefestigung, die seit Jahrzehnten den Standard darstellt. Das neue und zeit- wie kostengünstigere Montagesystem begegnet dieses mit einem grundlegend anderen, intelligenteren Konzept. Anstatt die Module punktuell zu klemmen, werden sie in eine durchgehende, speziell geformte Trägerschiene eingelegt und dort sicher gehalten. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass alle auftretenden Kräfte – seien es statische Lasten durch Schnee oder dynamische Lasten durch Wind – gleichmäßig über die gesamte Länge des Modulrahmens verteilt werden.

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Energiewende pragmatisch gedacht: Warum wir Netzanschlusspunkte überbauen müssen

Regionale Wertschöpfung als unterschätztes Argument

Ein oft übersehener Vorzug der Windenergie liegt in ihrer regionalen Wertschöpfungskette. Von der Herstellung der Komponenten über die Errichtung der Anlage bis hin zur laufenden Wartung und dem Betrieb findet die wirtschaftliche Aktivität weitgehend vor Ort statt. Der Bau einer Windkraftanlage entspricht damit im Kern einer direkten Form der regionalen Wirtschaftsförderung, von der lokale Handwerksbetriebe, Servicedienstleister und Gemeinden gleichermaßen profitieren.

Wird dieses Prinzip durch eine gezielte Ausweitung der finanziellen Teilhabe der Anwohner an den Erträgen von Windkraftanlagen ergänzt, ließe sich die gesellschaftliche Akzeptanz weiter steigern. Bereits heute sind Betreiber verpflichtet, für jede größere Windkraftanlage jährlich etwa 30.000 Euro an die umgebenden Gemeinden auszuzahlen, was direkte finanzielle Vorteile für die betroffenen Kommunen schafft und den häufig zitierten Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und lokalen Interessen zumindest teilweise entschärft.

Der verschenkte Trick mit dem Netzanschlusspunkt

Ein weiterer, planerisch besonders naheliegender Ansatz betrifft die sogenannte Überbauung von Netzanschlusspunkten. An jedem Anschlusspunkt ist typischerweise eine bestimmte maximale Einspeiseleistung zulässig, etwa 1.000 Kilowatt. Steht an einer solchen Stelle ein Windrad mit exakt dieser Nennleistung, gilt der Anschlusspunkt formal als vollständig ausgelastet, selbst wenn diese Maximalleistung faktisch nur selten erreicht wird.

Tatsächlich erreicht eine typische Windkraftanlage ihre Nennleistung nur in etwa 1.000 Stunden im Jahr, häufig sogar deutlich seltener, und in vielen Stunden wird überhaupt kein Strom eingespeist. In den verbleibenden Stunden des Jahres könnte über denselben Netzanschlusspunkt zusätzlich eine Photovoltaikanlage einspeisen, ohne dass die zulässige Maximalleistung überschritten würde. Weil sich Windkraft und Solarenergie im Jahresverlauf systematisch ergänzen – die Sonne liefert vor allem im Sommer, während der Wind vom Herbst bis ins Frühjahr sowie häufig abends und nachts stärker weht – ließe sich die vorhandene Netzanschlusskapazität dadurch wesentlich effizienter nutzen.

Mehr Strom ohne einen einzigen zusätzlichen Kilometer Leitung

Noch weiter gedacht werden könnte dieses Prinzip durch die Ergänzung eines Batteriespeichers an bestehenden Netzanschlusspunkten, kombiniert mit einer gleichzeitigen Erhöhung der installierten Wind- und Solarleistung über dem eigentlichen Anschlusslimit. Bei kurzfristiger Überproduktion würde der Speicher zunächst laden und den Strom dann genau in jenen Stunden ins Netz abgeben, in denen weder Wind noch Sonne ausreichend liefern. Ohne einen zusätzlichen Ausbau der physischen Netzkapazität ließe sich dadurch in deutlich mehr Stunden des Jahres Strom bereitstellen.

Vereinzelt wird dieses Konzept bereits in der Praxis umgesetzt, allerdings stets verbunden mit aufwendigen individuellen Anträgen und Sondergenehmigungen, die den Prozess verlangsamen und die Kosten erhöhen. Ein grundsätzliches Recht auf Überbauung von Netzanschlusspunkten, das sich zahlreiche Energieentwickler seit Langem wünschen, ist gesetzlich bislang nicht verankert. Eine entsprechende Regelung würde die Energiewende unmittelbar kostengünstiger und pragmatischer gestalten, ohne dass dafür grundlegend neue Technologien entwickelt werden müssten.

Zwei ungenutzte Chancen und eine kleine Ausnahme

Bei der jüngsten Neuauflage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wurden gleich zwei zentrale Möglichkeiten ungenutzt gelassen, mit denen Stromnetze hätten entlastet und die Einspeisung erneuerbarer Energien gleichmäßiger hätte gestaltet werden können. Beide Maßnahmen wären mit minimalen oder sogar gar keinen zusätzlichen Kosten verbunden gewesen und hätten das Potenzial gehabt, die Strompreise langfristig zu senken.

Anstatt die Photovoltaikförderung gezielter und regional differenzierter zu gestalten, entschied sich die Politik für eine deutliche Kürzung der Förderung insgesamt, wenn auch mit gewisser zeitlicher Verzögerung. Zur Einordnung: Die bisherige deutsche Fördersumme lag im europäischen Vergleich tatsächlich noch immer auf einem sehr hohen Niveau, und eine garantierte Förderlaufzeit von zwanzig Jahren erscheint angesichts sinkender Anlagenkosten kaum noch zu rechtfertigen. Eine stärker differenzierte, regional gesteuerte Förderung hätte sich also durchaus mit dem Ziel der Kostensenkung verbinden lassen, ebenso wie eine gesetzliche Regelung zur effizienteren Ausnutzung bestehender Netzanschlusspunkte.

Ein kleiner Schritt in Richtung eines pragmatischen Systems

Vom Süddach zum Ost-West-System: Wie die neue Direktvermarktung Solarparks verändert

Zumindest eine Chance auf einen intelligenteren Ausbau der erneuerbaren Energien bietet sich mit der ab 2027 greifenden umfassenden Direktvermarktung des Solarstroms, die das Bundeskabinett Ende Juli 2026 beschlossen hat. Für neue Photovoltaikanlagen entfällt künftig die feste Einspeisevergütung; der Erlös hängt stattdessen unmittelbar vom Marktwert des Stroms in genau jener Stunde ab, in der er tatsächlich erzeugt wird.

Diese Umstellung verändert die wirtschaftliche Logik der Anlagenausrichtung fundamental. Statt Module wie in der Vergangenheit möglichst optimal nach Süden auszurichten, um die absolute Strommenge zu maximieren, lohnt sich künftig eine flexiblere Ausrichtung der Solarmodule, etwa nach Osten und Westen. In der Gesamtbilanz produziert eine solche Anlage zwar weniger Kilowattstunden aus der gleichen installierten Leistung. Weil der Marktwert des Stroms in den Morgen- und Abendstunden jedoch deutlich höher liegt als in der sonnenreichen Mittagszeit, in der ohnehin ein Großteil der Solaranlagen gleichzeitig einspeist, kann eine flexibel ausgerichtete Anlage am Ende einen höheren wirtschaftlichen Ertrag erwirtschaften. Aktuelle Marktanalysen zeigen bereits, dass ein typisches Süddach im Jahr 2025 lediglich einen durchschnittlichen Erlös von 5,15 Cent pro Kilowattstunde erzielte, während 27 Prozent der erzeugten Strommenge in Stunden mit einem Börsenpreis von null oder darunter anfielen.

Zwischen politischem Zögern und technischer Machbarkeit

In der Summe zeigt sich ein widersprüchliches Bild der deutschen Energiepolitik. Auf der einen Seite existiert inzwischen ein solides technisches und wissenschaftliches Verständnis dafür, wie sich mit vergleichsweise einfachen planerischen Eingriffen erhebliche Effizienzgewinne erzielen ließen – sei es durch regional differenzierte Solarförderung, netzdienlichere Windkraftstandorte oder die systematische Überbauung von Netzanschlusspunkten. Auf der anderen Seite bleibt die tatsächliche gesetzgeberische Umsetzung deutlich hinter diesem Erkenntnisstand zurück.

Die Einführung der umfassenden Direktvermarktung für Solarstrom zeigt gleichzeitig, dass pragmatische Reformschritte grundsätzlich möglich sind, wenn der politische Wille vorhanden ist. Der parallel beschlossene Wechsel vom bisherigen Smart-Meter-Rollout zu einem umfassenderen Smart-Grid-Rollout, bei dem künftig nicht nur intelligente Messsysteme, sondern auch aktive Steuerungseinrichtungen installiert werden sollen, deutet ebenfalls in Richtung eines flexibleren, stärker digitalisierten Stromnetzes. Allerdings sind mit dieser Umstellung auch höhere jährliche Betriebskosten für Anlagenbetreiber verbunden, was zeigt, dass technische Modernisierung und Kostenentlastung nicht automatisch Hand in Hand gehen.

Was ein wirklich netzdienlicher Ausbau leisten könnte

Die Fraunhofer-Regionalisierungsstudien für den Netzentwicklungsplan verdeutlichen, wie stark sich der künftige Zubau erneuerbarer Energien räumlich konzentrieren wird, wenn keine gezielten planerischen Korrekturen erfolgen. Bei der Windenergie an Land wird bis 2045 insgesamt etwa eine Verdreifachung der installierten Leistung erwartet, wobei einzelne Regionen wie die Westküste Schleswig-Holsteins oder die westfriesische Nordseeküste bereits heute nahe an ihrem langfristigen Ausbauziel liegen, während in Regionen wie dem Ruhrgebiet oder der Rhein-Main-Metropolregion praktisch kein weiterer Ausbau zu erwarten ist.

Diese Konzentrationstendenzen sind aus rein technischer Sicht nicht grundsätzlich falsch; schließlich sollten Anlagen dort entstehen, wo die natürlichen Standortbedingungen am günstigsten sind. Problematisch wird es jedoch dann, wenn diese natürliche Konzentration nicht durch eine entsprechend vorausschauende Netzplanung begleitet wird, sondern das Übertragungsnetz den bereits erfolgten Anlagenausbau lediglich nachträglich kompensieren muss. Genau an dieser Stelle setzen die beschriebenen planerischen Eingriffe an: Sie zielen nicht darauf ab, den Ausbau erneuerbarer Energien grundsätzlich zu bremsen oder umzuverteilen, sondern darauf, Erzeugung und Netzinfrastruktur von Anfang an besser aufeinander abzustimmen.

Eine Energiewende, die noch lernen muss, pragmatisch zu sein

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die deutsche Energiewende technisch und wissenschaftlich deutlich weiter fortgeschritten ist, als es die öffentliche Debatte häufig suggeriert. Speichertechnologien, ein gewachsenes Verständnis für Dunkelflauten sowie neue Marktmechanismen wie die Direktvermarktung zeigen, dass ein überwiegend auf erneuerbaren Energien basierendes Stromsystem grundsätzlich funktionsfähig ist. Gleichzeitig verdeutlicht die jüngste Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, dass zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und politischer Umsetzung weiterhin eine erhebliche Lücke besteht.

Die im Grunde kostenneutralen Maßnahmen – eine regional differenzierte Solarförderung, eine netzdienlichere Standortwahl bei Windkraftanlagen und ein gesetzlich verankertes Recht auf Überbauung von Netzanschlusspunkten – wären mit vergleichsweise geringem politischem Aufwand umsetzbar gewesen. Dass diese Chancen bislang ungenutzt bleiben, bedeutet jedoch nicht, dass sie dauerhaft verpasst sind. Der Schritt hin zur Direktvermarktung von Solarstrom zeigt, dass sich pragmatische Reformen in der deutschen Energiepolitik durchaus noch durchsetzen können, wenn der wirtschaftliche und gesellschaftliche Druck groß genug wird.

 

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