LogiMAT 2026: 5 Technologien für Ihre Wettbewerbsfähigkeit – u.a. Retrofit und Smart Maintenance für Intralogistikanlagen
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Veröffentlicht am: 12. Januar 2026 / Update vom: 12. Januar 2026 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

LogiMAT 2026: 5 Technologien für Ihre Wettbewerbsfähigkeit – u.a. Retrofit und Smart Maintenance für Intralogistikanlagen – Bild: Xpert.Digital
Vom Kostentreiber zum Retter: Wie „Automation as a Service“ Investitionen radikal verändert
Stuttgart wird zum Tech-Hotspot: Das müssen Fachbesucher zur größten Logistikmesse wissen
Stuttgart, März 2026 – Wenn sich vom 24. bis 26. März die Tore der LogiMAT öffnen, geht es um weit mehr als Gabelstapler und Regalsysteme: Es geht um die Zukunftsfähigkeit der europäischen Wirtschaft.
In einer Zeit, die von volatilen Lieferketten, explodierenden Energiekosten und einem dramatischen Arbeitskräftemangel geprägt ist, hat sich die Intralogistik von einer reinen Support-Funktion zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor gewandelt. Die kommende Messeausgabe in Stuttgart fungiert dabei als Seismograf einer Branche unter Hochdruck. Mit über 1.600 Ausstellern und einer erwarteten Rekordzahl an Weltpremieren zeigt die LogiMAT 2026, dass die Zeit der kleinen Schritte vorbei ist.
Unter dem vielsagenden Motto „Passion for Details – discover the Difference“ rückt die Veranstaltung jene technologischen Feinjustierungen in den Fokus, die in der Summe über Gewinn oder Verlust entscheiden. Von revolutionären Waben-Lagersystemen, die den Raumnutzungsgrad auf bis zu 95 Prozent katapultieren, über KI-gesteuerte Schwarmrobotik bis hin zu nachhaltigen „Retrofit“-Lösungen für Bestandsanlagen: Die Antworten auf die drängenden ökonomischen Fragen liegen in der intelligenten Vernetzung von Hardware und Software.
Der folgende Artikel analysiert tiefgehend, warum Automatisierung heute kein Luxus mehr ist, sondern ein ökonomischer Imperativ. Wir beleuchten, wie autonome mobile Roboter (AMR) die Infrastruktur revolutionieren, warum künstliche Intelligenz die neue Steuerzentrale des Lagers bildet und weshalb Flexibilität zur wichtigsten Währung in unsicheren Märkten geworden ist. Tauchen Sie ein in das Panorama der LogiMAT 2026 – und erfahren Sie, wo die Reise der europäischen Logistik hingeht.
Wenn Effizienzsteigerung zur wirtschaftlichen Überlebensfrage wird
Mit mehr als 1600 internationalen Ausstellern aus über 40 Ländern, die auf 120000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ihre Innovationen präsentieren, manifestiert sich in Stuttgart ein wirtschaftliches Kräftemessen der besonderen Art. Die Messeveranstalter erwarten eine dreistellige Zahl an Welt- und Europapremieren, was die strategische Bedeutung dieser Veranstaltung für die gesamte Branche unterstreicht. Angesichts der Tatsache, dass zur vorherigen Ausgabe 2025 bereits 66000 Fachbesucher strömten und 1625 Aussteller vertreten waren, zeigt sich die ungebrochene Dynamik eines Sektors, der unter erheblichem Transformationsdruck steht.
Die wirtschaftliche Dimension dieser Messe erschließt sich jedoch erst durch die Analyse der ausgestellten Technologien und deren ökonomischer Implikationen. Unter dem Motto Passion for Details discover the Difference rücken die Veranstalter bewusst die oft unterschätzten Detailoptimierungen in den Fokus, die in der Summe über erhebliche Effizienzgewinne und Kostensenkungen entscheiden. Diese Fokussierung ist keineswegs zufällig, sondern spiegelt eine fundamentale Erkenntnis wider, in gesättigten Märkten und bei komprimierenden Margen entscheiden nicht mehr disruptive Großinnovationen allein über den wirtschaftlichen Erfolg, sondern die systematische Optimierung jedes einzelnen Prozessschrittes.
Automatisierung als ökonomischer Imperativ
Die Hallenbelegung der LogiMAT 2026 folgt einer klaren branchenspezifischen Struktur, die gleichzeitig die Wertschöpfungskette der Intralogistik abbildet. In den Hallen 1, 3, 5 und 7 konzentrieren sich Maschinenbauer, Systemintegratoren und Anbieter von Fördertechnik, die mit ihren Lösungen das physische Rückgrat moderner Lagersysteme bilden. Die dort angekündigten Weltneuheiten wie ein wabenbasiertes Lager- und Kommissioniersystem, flexible Robo-Pick-Lösungen und neue Shuttle-Systeme für Regallager sind keine technischen Spielereien, sondern Antworten auf fundamentale ökonomische Herausforderungen.
Das wabenbasierte Lagersystem, das als absolute Neuheit gilt, verspricht eine Revolution in der Raumnutzung. Während konventionelle Regalsysteme typischerweise Raumnutzungsgrade von 60 bis 75 Prozent erreichen, zielen moderne Kompaktlagersysteme auf Werte von bis zu 95 Prozent. Die wirtschaftliche Bedeutung wird evident, wenn man berücksichtigt, dass Lagerflächenkosten in deutschen Ballungsräumen zwischen 80 und 150 Euro pro Quadratmeter und Jahr betragen. Bei einem mittelgroßen Distributionszentrum mit 10000 Quadratmetern Lagerfläche können Raumnutzungsoptimierungen von 20 Prozentpunkten Einsparungen im mittleren sechsstelligen Bereich pro Jahr bedeuten, die sich direkt auf die Gewinn- und Verlustrechnung auswirken.
Die flexible Robo-Pick-Technologie, die ebenfalls prominent vertreten sein wird, adressiert ein noch fundamentaleres Problem der modernen Logistik, die sogenannte letzte Meile der Kommissionierung. Während die Automatisierung von Transportprozessen bereits weit fortgeschritten ist, stellt das Greifen, Identifizieren und Platzieren einzelner Artikel unterschiedlicher Größen, Formen und Beschaffenheit nach wie vor eine technische und wirtschaftliche Herausforderung dar. Progressive Robotics zeigt auf der Messe physische KI-Lösungen für die Gemischtpalettierung, die ohne vordefinierte Muster arbeiten und sich dynamisch in Echtzeit an den eingehenden Produktfluss anpassen. Diese Flexibilität ist in einer Zeit wachsender SKU-Vielfalt und kürzerer Produktlebenszyklen von unschätzbarem wirtschaftlichem Wert.
Autonome Mobile Roboter als Infrastrukturrevolution
In den Hallen 8, 9 und 10 manifestiert sich eine weitere technologische und ökonomische Entwicklungslinie, die autonome Mobilität in der Intralogistik. Nahezu alle führenden Hersteller von Flurförderzeugen präsentieren hier ihre neuesten Entwicklungen im Bereich fahrerloser Transportsysteme und autonomer mobiler Roboter. Diese Technologie repräsentiert einen fundamentalen Paradigmenwechsel in der innerbetrieblichen Logistik, dessen ökonomische Tragweite noch nicht vollständig erfasst ist.
Die wirtschaftliche Logik hinter dem massiven Ausbau autonomer Transportsysteme ist vielschichtig. Auf der offensichtlichsten Ebene substituieren AMR und FTF menschliche Arbeitskraft in einem Segment, das unter akutem Fachkräftemangel leidet. In Deutschland waren im vierten Quartal 2025 rund 45000 Stellen im Bereich Lagerwirtschaft und Post unbesetzt, Tendenz steigend. Die Kosten für einen Staplerfahrer einschließlich Lohnnebenkosten und Ausbildung liegen bei durchschnittlich 45000 bis 55000 Euro pro Jahr. Ein autonomes Transportfahrzeug amortisiert sich unter Berücksichtigung von Anschaffungs-, Wartungs- und Energiekosten typischerweise innerhalb von drei bis fünf Jahren, bietet jedoch einen 24-Stunden-Betrieb ohne Ausfallzeiten.
Die tiefere ökonomische Bedeutung liegt jedoch in der Flexibilität und Skalierbarkeit dieser Systeme. Hersteller wie KUKA zeigen auf der Messe autonome mobile Roboter mit Traglasten zwischen 250 und 3000 Kilogramm, die sich durch Software-Updates und modulare Aufrüstung an veränderte Anforderungen anpassen lassen. DS Automotion präsentiert mit Amy einen kompakten AMR für Kleinladungstransporte bis 25 Kilogramm, der durch seine einfache Bedienung und VDA-5050-Schnittstelle eine rasche Betriebsaufnahme im Schwarm ermöglicht. Diese Interoperabilität zwischen verschiedenen Herstellern und Systemen ist ökonomisch hochrelevant, da sie Vendor Lock-in verhindert und inkrementelle Investitionen ermöglicht.
KNAPP zeigt mit seinen Open Shuttles, die Europaletten, Industriepaletten, Halbpaletten und neu auch CHEP-Paletten transportieren können, die Breite der Einsatzmöglichkeiten. Die Integration von KI-gestützter Navigation ermöglicht es diesen Systemen, sich präzise und sicher in hochdynamischen, unstrukturierten Umgebungen zu bewegen. Hindernisse werden selbstständig erkannt und umfahren, was einen reibungslosen und sicheren Materialfluss gewährleistet. Die wirtschaftliche Bedeutung liegt in der Vermeidung von Stillstandzeiten und Kollisionsschäden, die in konventionellen Systemen erhebliche verdeckte Kosten verursachen.
Shuttle-Systeme und modulare Lagerrobotik
Das Herzstück moderner Automatisierungsstrategien bilden Shuttle-Systeme und modulare Lagerrobotik-Lösungen. Unternehmen wie SIVAplan präsentieren auf der LogiMAT automatisierte Hochregallager, Kanallagersysteme und flexible Shuttle-Module, die sich an diverse Regalhöhen, Gassenbreiten und Durchsatzanforderungen anpassen lassen. Die modulare Bauweise dieser Systeme erlaubt eine Anpassung an unterschiedliche Lageranforderungen und ermöglicht schnelle Inbetriebnahmen sowie Erweiterungen bei minimalen Ausfallzeiten.
KNAPP zeigt als imposantes Highlight sein preisgekröntes Lagerrobotik-System AeroBot, ein 3D-Roboterlager-System, das für Einfachheit, Flexibilität und höchste Lagerdichte steht. Die ökonomische Überlegenheit solcher Systeme liegt in der dreidimensionalen Raumnutzung und der Fähigkeit, durch autonome Shuttlebetriebe hohe Durchsatzraten bei geringstmöglichen Zugriffszeiten zu erreichen. Die Optimierung der Lagerkapazität bei minimalem Flächenbedarf adressiert direkt eine der größten Kostenpositionen in der Logistik, die Immobilienkosten.
Die wirtschaftliche Attraktivität von Shuttle-Systemen wird durch ihre Skalierbarkeit noch verstärkt. Anders als konventionelle Regalbediengeräte-Systeme, bei denen typischerweise ein oder zwei RBG eine gesamte Gasse bedienen, können Shuttle-Systeme durch Hinzufügen weiterer Shuttles nahezu linear in ihrer Leistung gesteigert werden. Dies ermöglicht eine phasenweise Investitionsstrategie, bei der Unternehmen mit einer Grundkonfiguration beginnen und bei wachsenden Volumina sukzessive ausbauen können, ohne die Gesamtanlage umfassend umstrukturieren zu müssen.
Künstliche Intelligenz als Steuerungsrevolution
Die Integration künstlicher Intelligenz durchzieht nahezu alle Bereiche der auf der LogiMAT 2026 präsentierten Lösungen. In Halle 4 konzentrieren sich spezialisierte IT-Unternehmen und Systemintegratoren mit ihren Warehouse-Management-Systemen und Softwarelösungen. Die Einbindung von KI-Modellen für tragfähige Analysen und Prognosen, Cloud-Anwendungen und skalierbare Mietmodelle für Lagerverwaltung prägen die neuen Angebote.
PSI Software gewann 2025 den Best Product Award für PSIwms AI, eine KI-basierte Plattform, die direkt an das Warehouse-Management-System angebunden ist und eine übergreifende Optimierung von Lagerabläufen ermöglicht. Die Plattform analysiert und optimiert Intralogistikprozesse automatisch in Echtzeit mittels Algorithmen der künstlichen Intelligenz. Ein virtuelles Testlager, das mit dem WMS verbunden ist, ermöglicht das Testen tausender Szenarien flexibel, schnell und kostengünstig, ohne direkte Eingriffe im realen Betrieb.
Die ökonomische Relevanz wird durch Praxisbeispiele evident. Beim Modekonzern LPP, der ein Distributionszentrum mit 750000 Lagerplätzen und über 700 Mitarbeitern betreibt, konnte durch PSIwms AI die Kommissionierwege um etwa 31 Prozent verkürzt und die Effizienz des gesamten Kommissionierprozesses um etwa 23 Prozent gesteigert werden. Bei einem durchschnittlichen Kommissionieraufwand von 60 bis 70 Prozent der gesamten Lagerkosten bedeuten solche Effizienzsteigerungen unmittelbare und erhebliche Kostensenkungen.
IMAGO Technologies zeigt auf der Messe KI-basierte Vision-Lösungen, die Abweichungen frühzeitig erkennen, noch bevor sie zu Stillständen oder Qualitätsproblemen führen. Die Kombination aus kontinuierlicher Bildaufnahme und intelligenter Analyse ermöglicht eine vorausschauende Bewertung von Prozessen. KI-gestützte Behälter- und Ladungsträgerkontrolle erkennt ohne aufwendig definierte Regeln oder vorab gelabelte Trainingsdaten Abweichungen wie Verschmutzungen, Fehlbefüllungen oder Oberflächenanomalien. Die niedrigschwellige Einsetzbarkeit dieser Technologien macht KI auch für mittelständische Unternehmen wirtschaftlich attraktiv.
Die ICS Group präsentiert mit ihrer Stradivari-Plattform KI-Warehouse-Agenten für effiziente digitale Prozesse. Die 2024 mit dem Telematik Award ausgezeichnete Logistik-Plattform integriert Predictive Logistics, Demand Forecasting, simultane Barcodeerfassung, KI-gestützte Computer Vision und Echtzeitsteuerung. Diese Orchestrierung verschiedener KI-Funktionen zu einem kohärenten Gesamtsystem repräsentiert den aktuellen Stand der Warehouse-Intelligence-Entwicklung.
Identifikationstechnologien und digitale Transparenz
In Halle 2 präsentieren Hersteller aus dem AutoID-Segment ihre aktuellen Lösungen. Die Verknüpfung unterschiedlicher Technologien wie KI, Sensorik, RFID und Vision-Systeme zu intelligenten Lösungen für effiziente Kennzeichnung, Informationscodierung und Datenerfassung bildet die Grundlage für digitale Transparenz in Lieferketten.
Kathrein Solutions gewann 2025 den Best Product Award für seinen Gen4 RFID-Reader, der mit integrierter Phased-Array-Antennentechnologie und drei skalierbaren Antennenbeams neue Standards setzt. Auf Gabelstaplern montiert kann der Reader alle Transponder auf einer Palette sicher und spezifisch auslesen und ermöglicht so eine Echtzeit-Inventur während Waren noch in Bewegung sind. Die erfassten Daten werden direkt via WLAN oder 5G an das ERP-System übermittelt. Dies eliminiert manuelle Scanprozesse und reduziert den Bedarf für zusätzliche RFID-Gates.
Die wirtschaftliche Bedeutung solcher Systeme liegt in der Vermeidung von Bestandsungenauigkeiten, die in der Logistikbranche ein massives verdecktes Kostenproblem darstellen. Studien zeigen, dass durchschnittliche Bestandsabweichungen zwischen physischem Lagerbestand und Systembestand zwischen drei und fünf Prozent des Gesamtbestands liegen. Bei einem Unternehmen mit 10 Millionen Euro Lagerbestand bedeutet dies potenzielle Verluste oder Ineffizienzen im Bereich von 300000 bis 500000 Euro. RFID-Technologien der vierten Generation ermöglichen Bestandsgenauigkeiten von über 99,5 Prozent und reduzieren diese verdeckten Kosten drastisch.
Die Vielfalt der vorgestellten Lösungen reicht von innovativer Scanner-Hardware über RTLS- und RFID-Lösungen bis hin zu neuen Materialentwicklungen für Etiketten, wiederverwendbaren Etiketten, E-Paper- und funkgesteuerten Digitaletiketten. Diese Diversität spiegelt die unterschiedlichen Anforderungsprofile verschiedener Branchen und Einsatzszenarien wider und ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen mit optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnissen.
Elektrische Antriebe und Energieeffizienz
In den Hallen 9 und 10 präsentieren nahezu alle führenden Hersteller von Flurförderzeugen ihre Innovationen im Bereich elektrischer Antriebe und alternativer Energiekonzepte. Clark zeigt unter dem Motto The First Name in Forklifts elektrische Crossover-Stapler der Baureihen Raider und Renegade mit Tragfähigkeiten von 2,5 bis 3,5 Tonnen sowie die S-Series Electric mit 1,6 bis 2 Tonnen Traglast.
Die wirtschaftliche Logik hinter der Elektrifizierung von Flurförderzeugen ist vielschichtig. Neben regulatorischen Anforderungen zur Emissionsreduktion und dem wachsenden Nachhaltigkeitsdruck durch Kunden und Investoren spielen direkte Betriebskostenvorteile eine zentrale Rolle. Elektrische Gegengewichtsstapler weisen typischerweise 40 bis 60 Prozent niedrigere Energiekosten auf als vergleichbare Diesel- oder Gasstapler. Bei einer Jahresnutzung von 2000 Stunden und Energiekosten von 30 Cent pro Kilowattstunde gegenüber Dieselkosten von 1,50 Euro pro Liter ergeben sich Einsparungen im Bereich von mehreren tausend Euro pro Fahrzeug und Jahr.
Die Verfügbarkeit mit Lithium-Ionen-Batterien statt konventioneller Blei-Säure-Batterien verstärkt diese Vorteile zusätzlich. Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen Zwischenladungen ohne Memory-Effekt, eliminieren den Batteriewechsel und verlängern die Einsatzzeiten. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich durch längere Lebensdauer, höhere Effizienz und geringeren Wartungsaufwand typischerweise innerhalb der Nutzungsdauer. Hersteller wie Clark bieten flexible Plug-and-Play-Lösungen an, bei denen die Batterieart durch einfache Software-Anpassungen gewechselt werden kann, was Unternehmen maximale Flexibilität bei sich ändernden Einsatzanforderungen gibt.
Die Integration von Telemetriesystemen, Kamerasystemen für Assistenz- und Warnfunktionen, biometrischen Zugangssystemen und erweiterten Sicherheitsfunktionen in moderne Elektrostapler schafft zusätzliche wirtschaftliche Mehrwerte. Flottenmanagement-Software ermöglicht die Überwachung von Auslastung, Wartungsbedarf und Fahrerverhalten in Echtzeit, was präventive Wartung und optimale Ressourcenallokation ermöglicht.
Verpackungstechnologie und nachhaltige Materialwirtschaft
In Halle 6 dominieren Aussteller aus dem Bereich Verpackung, Verpackungstechnik und Behälterlösungen. Das Produktspektrum zielt einerseits auf Nachhaltigkeit durch Materialreduzierung, Right-Sized-Packaging, Kreislaufwirtschaft und Mehrwegverpackungen. Andererseits werden Hochleistungs-Verpackungsstraßen und Umreifungsmaschinen mit optimierten Verbrauchskenndaten und hohen Durchsätzen gezeigt.
Heripack präsentiert den Volumenreduzierer HVR-500, eine vollautomatische Verpackungsmaschine mit einem Alleinstellungsmerkmal zur Reduzierung des Packvolumens. Die wirtschaftliche Bedeutung von Right-Sized-Packaging wird häufig unterschätzt. Studien zeigen, dass im E-Commerce durchschnittlich 40 bis 50 Prozent des Paketvolumens aus Luft und Füllmaterial besteht. Bei Versandkosten, die volumenbasiert berechnet werden, können Volumenreduzierungen von 20 bis 30 Prozent unmittelbar zu entsprechenden Kostensenkungen bei Fracht und Versand führen.
Kern und Müller präsentieren das preisgekrönte Multiformat-Verpackungssystem PackOnTime 2box sowie das Belegbeigabe-System LogiPack, das die automatische und zielgenaue Beigabe von Rechnungen oder personalisierten Dokumenten mit einer Durchsatzleistung von bis zu 2200 Kartons pro Stunde ermöglicht. Die Effizienzsteigerungen in der Verpackung sind besonders relevant vor dem Hintergrund, dass Verpackungsprozesse typischerweise 15 bis 25 Prozent der gesamten Fulfillment-Kosten ausmachen.
Die Fokussierung auf nachhaltige Verpackungslösungen ist keineswegs nur regulatorisch getrieben. Mit der EU-Verpackungsverordnung PPWR, die ab 2030 verbindlich wird und höhere Recyclingquoten, Mehrweglösungen sowie Transparenz und Nachverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette fordert, entstehen erhebliche Anpassungskosten. Gleichzeitig eröffnen sich jedoch Marktchancen für Unternehmen, die frühzeitig in kreislaufwirtschaftliche Lösungen investieren. Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs- Wasser- und Kreislaufwirtschaft fordert eine Made-in-Europe-Regelung für recycelte Kunststoffe, um die heimische Recyclingindustrie zu stärken und Wertschöpfung in Europa zu halten.
LTW Intralogistics Lösungen
LTW bietet seinen Kund:innen keine losen Bausteine, sondern integrierte Gesamtlösungen. Beratung, Planung, mechanische und elektrotechnische Komponenten, Steuerungs- und Leittechnik sowie Software und Service – alles ist vernetzt und präzise aufeinander abgestimmt.
Besonders vorteilhaft ist die eigene Fertigung wesentlicher Komponenten. Dadurch können Qualität, Lieferketten und Schnittstellen optimal kontrolliert werden.
LTW steht für Verlässlichkeit, Transparenz und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Loyalität und Ehrlichkeit sind fest im Unternehmensverständnis verankert – hier zählt noch ein Handschlag.
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Digitale Zwillinge und virtuelle Inbetriebnahme
SimPlan präsentiert auf der LogiMAT zwei innovative Cloud-basierte Lösungen, die die Planungs- und Optimierungsprozesse in der Intralogistik revolutionieren. SimVSM, eine Wertstromanalyse-Software mit integrierter KI-Komponente, ermöglicht die Digitalisierung von Brown Papers. Handskizzen von Prozessen werden automatisch erkannt und in digitale Wertstrommodelle überführt, die anschließend analysiert, angepasst und simuliert werden können.
SimPacSi, eine Cloud-basierte SaaS-Lösung zur Modellierung, Simulation und Optimierung von Verarbeitungs- und Verpackungsanlagen, ermöglicht Unternehmen bereits in der frühen Projektphase fundierte Entscheidungen zu treffen. Im Gegensatz zu statischen Berechnungen berücksichtigt SimPacSi dynamische Parameter wie Störgrößen und Verfügbarkeiten. Die integrierte Batchsimulation ermöglicht automatisierte Durchläufe mit variablen Laufzeiten und detaillierte Auswertungen auf Maschinen- und Linienebene.
Die ökonomische Bedeutung solcher Planungswerkzeuge liegt in der Risikoreduzierung bei Investitionsentscheidungen. Intralogistik-Projekte weisen typischerweise Investitionsvolumina im mehrstelligen Millionenbereich auf und Amortisationszeiten von fünf bis zehn Jahren. Fehlplanungen können existenzbedrohend sein. Digitale Zwillinge und Simulationen ermöglichen es, verschiedene Szenarien durchzuspielen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und die Dimensionierung von Systemen zu optimieren, bevor die erste physische Komponente installiert wird.
Die Verfügbarkeit als kostenfreie Basisversion mit erweiterten Premium-Funktionen senkt die Einstiegshürden für kleine und mittelständische Unternehmen erheblich. Der ortsunabhängige Zugriff, skalierbare Rechenleistung, automatische Updates und Echtzeit-Kollaboration machen diese Werkzeuge auch für verteilte Teams und internationale Projekte attraktiv.
Retrofit und Smart Maintenance
Ein neues Highlight im Rahmenprogramm der LogiMAT 2026 ist das Anwenderforum Smart Maintenance, das sich mit der Modernisierung bestehender Intralogistikanlagen befasst. Dabei werden Lösungen für Retrofit-Projekte präsentiert, bei denen die Lebensdauer von Regalbediengeräten oder Fördertechnik nach bis zu 20 Jahren Dauereinsatz wesentlich verlängert wird.
Die ökonomische Logik hinter Retrofit-Strategien ist unmittelbar einleuchtend. Neuinvestitionen in vollständig automatisierte Lagersysteme liegen typischerweise zwischen 500 und 1500 Euro pro Palettenstellplatz. Bei einem mittelgroßen Hochregallager mit 10.000 Stellplätzen bedeutet dies Investitionsvolumina von 5 bis 15 Millionen Euro. Retrofit-Projekte, bei denen wesentliche Komponenten wie Steuerungen, Antriebe oder Sicherheitssysteme modernisiert werden, liegen typischerweise bei 20 bis 40 Prozent dieser Kosten und verlängern die Nutzungsdauer um weitere 10 bis 15 Jahre.
Die herstellerunabhängige Ausrichtung von spezialisierten Anbietern ist besonders relevant, da viele Hersteller von Intralogistikanlagen über die Jahre aus dem Markt ausgeschieden sind oder ihre Service-Organisationen umstrukturiert haben. Unternehmen, die auf proprietäre Systeme gesetzt haben, sehen sich häufig mit mangelnder Ersatzteilverfügbarkeit und überhöhten Service-Kosten konfrontiert. Herstellerunabhängige Service-Anbieter mit umfassenden Erfahrungen in Konstruktion, Fertigung und SPS-Programmierung bieten Auswege aus Vendor-Lock-in-Situationen.
Die Integration moderner Steuerungskonzepte und die Anbindung an aktuelle WMS-Systeme ermöglichen es, auch ältere Anlagen in moderne, vernetzte Intralogistik-Architekturen zu integrieren. Die Distance-Steuerung für RBG, Flow für Fördertechnik sowie Distance Curve für den koordinierten Betrieb mehrerer kurvengängiger Regalbediengeräte zeigen, wie durch Software-Innovation auch die Leistungsfähigkeit bestehender Hardware signifikant gesteigert werden kann.
Nachwuchskräfte und Fachkräftemangel
Der LogiMAT Career Day am 26. März 2026 sowie die Young Innovators am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie adressieren ein fundamentales Problem der Branche, den akuten Fachkräftemangel. Die Verbindung von Studierenden und Berufseinsteigern mit potenziellen Arbeitgebern ist nicht nur für die individuellen Karrieren relevant, sondern für die gesamte Branche strategisch bedeutsam.
Der Fachkräftemangel in der Logistikbranche manifestiert sich auf mehreren Ebenen. Auf der operativen Ebene fehlen Lagermitarbeiter, Staplerfahrer und Kommissionierer. Auf der technischen Ebene werden Inbetriebnahme-Ingenieure, Automatisierungstechniker und Softwareentwickler gesucht. Auf der planerischen und strategischen Ebene besteht Bedarf an Supply Chain Managern, Logistikplanern und Intralogistik-Spezialisten.
Die ökonomischen Konsequenzen des Fachkräftemangels sind erheblich. Unbesetzte Stellen führen zu Kapazitätsengpässen, Überlastung vorhandener Mitarbeiter, Qualitätseinbußen und letztlich zu entgangenen Umsätzen. Die Zeit-zu-Besetzung für spezialisierte Logistik-Positionen liegt im Durchschnitt bei sechs bis neun Monaten, in Spezialgebieten noch länger. Die Kosten einer unbesetzten Stelle werden auf 50 bis 70 Prozent des Jahresgehalts geschätzt.
Automatisierungslösungen, wie sie auf der LogiMAT präsentiert werden, sind teilweise eine Antwort auf den Arbeitskräftemangel. Sie ersetzen jedoch nicht vollständig menschliche Arbeit, sondern verlagern die Anforderungen. Während operative Tätigkeiten automatisiert werden, steigt der Bedarf an technisch qualifiziertem Personal für Betrieb, Wartung und Optimierung der Systeme. Der Career Day schafft eine Plattform, um diesen qualifizierten Nachwuchs frühzeitig zu identifizieren und für die Branche zu gewinnen.
Rahmenprogramm als Wissensvermittlungsplattform
Die LogiMAT 2026 bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm mit 25 hochkarätig besetzten Expert Forums auf zwei Bühnenflächen, Exhibitor Insights, dem Anwenderforum Mobile Robotik sowie Live-Demonstrationen zu AutoID-Technologien und Ladungssicherung. Dieses Programm auf Kongressniveau unterscheidet die LogiMAT von reinen Produktmessen und positioniert sie als zentrale Wissensvermittlungs- und Networking-Plattform.
Das Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart präsentiert auf einem Expert Forum Forschungsergebnisse zu kooperierenden FTF für mehr Effizienz in der Intralogistik. Die Brücke zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung ist für Innovationstransfer von zentraler Bedeutung. Unternehmen erhalten Einblicke in zukunftsweisende Technologien, die noch nicht marktreif sind, aber mittelfristig relevant werden können. Forschungseinrichtungen erhalten Feedback aus der Praxis zu realen Problemstellungen und Anforderungen.
Die ICS Group hält einen Fachvortrag zu KI-Warehouse-Agenten und effizienten digitalen Prozessen mit der Stradivari-Plattform. Das Fraunhofer IML ist mit Vorträgen zu modernen Warehouse-Management-Systemen vertreten. Diese Kombination aus Anbieter-Präsentationen und unabhängiger Forschung ermöglicht den Besuchern eine differenzierte Einschätzung von Technologien und Lösungsansätzen.
Das Anwenderforum Mobile Robotik konzentriert sich auf aktuelle Entwicklungen im Bereich FTS und AMR in einer konzentrierten Atmosphäre abseits des Messetrubels. Die neutrale und praxisnahe Beratung durch Mitglieder des Forum-FTS bietet Entscheidungsträgern eine unabhängige Perspektive bei Investitionsvorhaben, die häufig im mehrstelligen Millionenbereich liegen.
Flexibilität und Skalierbarkeit als strategische Imperative
Ein roter Faden, der sich durch nahezu alle auf der LogiMAT 2026 präsentierten Lösungen zieht, ist die Fokussierung auf Flexibilität und Skalierbarkeit. Diese Eigenschaften sind keineswegs technische Nebensächlichkeiten, sondern Antworten auf fundamentale ökonomische Unsicherheiten.
Die Volatilität von Absatzvolumina hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Saisonale Schwankungen, die früher bei 20 bis 30 Prozent lagen, erreichen in bestimmten Branchen heute 100 bis 200 Prozent. Die Covid-Pandemie, Lieferkettenprobleme und geopolitische Verwerfungen haben Planungssicherheiten weiter reduziert. Unternehmen, die ihre Intralogistik-Kapazitäten auf Spitzenlasten dimensionieren, zahlen hohe Fixkosten für Anlagen, die einen Großteil des Jahres unterausgelastet sind. Unternehmen, die auf Durchschnittslasten dimensionieren, können Spitzenzeiten nicht bedienen und verlieren Umsätze.
Modulare und skalierbare Systeme ermöglichen inkrementelle Erweiterungen. Element Logic präsentiert mit FlexBins eine Innovation, die die Nutzung von AutoStore-Anlagen mit gemischten Behältergrößen ermöglicht und ohne Betriebsunterbrechung nachrüstbar ist. KNAPP zeigt modulare Shuttle-Systeme, bei denen Performance durch Hinzufügen weiterer Shuttles nahezu linear gesteigert werden kann. Diese Flexibilität ermöglicht Pay-as-you-grow-Strategien, bei denen Investitionen eng an tatsächliche Volumina gekoppelt werden können.
Das von Element Logic präsentierte Automation as a Service Modell repräsentiert einen Paradigmenwechsel von Capex zu Opex. Unternehmen abonnieren Automatisierungslösungen und zahlen leistungsbasiert nach Durchsatz oder Lagerkapazität. Klare Verfügbarkeitsgarantien sichern stabilen Betrieb und maximale Performance. Dieses Modell reduziert Anfangsinvestitionen drastisch, verlagert jedoch operatives Risiko zum Anbieter und schafft Planungssicherheit durch vorhersagbare, volumenabhängige Kosten.
Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor
Die Fokussierung auf Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz auf der LogiMAT 2026 ist keineswegs nur Greenwashing oder regulatorisch getrieben, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Wettbewerbsfaktor. Messeleiter Michael Ruchty betont, dass Nachhaltigkeit für Aussteller verschiedener Branchensegmente ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor ist. Energieeinsparungen, Restmüllreduzierung und effizienter Ressourceneinsatz festigen und erweitern Marktpositionen.
Die ökonomische Logik ist vielschichtig. Auf der Kostenseite führen energieeffiziente Systeme unmittelbar zu niedrigeren Betriebskosten. SMB stellt ein Kompaktlager vor, das mit nur 0,01 Kilowattstunden pro Ein- und Auslagerung arbeitet. Bei 1 Million Bewegungen pro Jahr und Stromkosten von 30 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich Energiekosten von nur 3000 Euro. Konventionelle Systeme liegen häufig um den Faktor 3 bis 5 höher.
Auf der Erlösseite wächst der Druck von Kunden und Endverbrauchern für nachhaltige Lieferketten. Große Einzelhändler und E-Commerce-Plattformen verlangen zunehmend Nachweise über CO2-Fußabdrücke und nachhaltige Praktiken von ihren Logistikdienstleistern. Die EU-Taxonomie-Verordnung und kommende Berichtspflichten erhöhen den Druck weiter. Unternehmen, die frühzeitig in nachhaltige Intralogistik investieren, positionieren sich als bevorzugte Partner für wachsende Kundensegmente.
Die Kreislaufwirtschaft und Mehrwegverpackungen, die prominent in Halle 6 präsentiert werden, adressieren sowohl Kostenaspekte als auch regulatorische Anforderungen. Die Circular Valley Convention, die im März 2026 parallel zur LogiMAT in Düsseldorf stattfindet, unterstreicht die branchenübergreifende Bedeutung zirkulärer Wertschöpfung.
Investitionsentscheidungen unter Unsicherheit
Die zentrale ökonomische Herausforderung für Unternehmen, die die LogiMAT 2026 besuchen, liegt in der Bewertung und Priorisierung von Investitionen unter erheblicher Unsicherheit. Intralogistik-Projekte weisen typischerweise Amortisationszeiten von fünf bis zehn Jahren auf. In diesem Zeitraum können sich Geschäftsmodelle, Kundenstrukturen, regulatorische Rahmenbedingungen und Technologien fundamental verändern.
Die Diversität der auf der Messe präsentierten Lösungen spiegelt diese Komplexität wider. Es gibt keine One-size-fits-all-Lösung. Ein E-Commerce-Fulfillment-Center mit hoher SKU-Diversität und kleinen Auftragsgrößen hat fundamental andere Anforderungen als ein B2B-Distributionszentrum mit palettisierter Ware und großen Losgrößen. Ein Kühlhaus mit Temperaturen von minus 25 Grad erfordert andere Technologien als ein Ambient-Lager.
Die Bewertung von Investitionsalternativen erfordert die Integration multipler Faktoren, Investitionskosten, Betriebskosten, Flexibilität, Skalierbarkeit, Energieeffizienz, Verfügbarkeit, Service-Qualität, Zukunftssicherheit und viele mehr. Total Cost of Ownership Analysen über die gesamte Nutzungsdauer sind komplex und mit Unsicherheiten behaftet.
Die LogiMAT bietet als zentrale Informations- und Vergleichsplattform einen immensen Mehrwert. Fachbesucher können innerhalb von drei Messetagen ein Spektrum an Lösungen evaluieren, das in individuellen Anbietergesprächen Monate in Anspruch nehmen würde. Die Vergleichbarkeit und die Möglichkeit, verschiedene Technologien und Anbieter direkt nebeneinander zu erleben, schafft Transparenz und verbessert die Qualität von Investitionsentscheidungen.
Europäische Intralogistik im globalen Wettbewerb
Die LogiMAT als größte jährlich stattfindende Intralogistikmesse Europas ist auch ein Seismograf für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Intralogistikbranche im globalen Kontext. Mit 35 Prozent internationalen Ausstellern bei der Ausgabe 2025 und Teilnehmern aus über 40 Ländern ist die Messe international ausgerichtet, behält jedoch ihren europäischen Schwerpunkt.
Die Innovations- und Technologieführerschaft in der Intralogistik liegt traditionell in Europa, insbesondere in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern. Unternehmen wie SSI Schäfer, Dematic, KNAPP, Witron und viele andere gehören zu den globalen Marktführern. Diese Position ist jedoch keineswegs selbstverständlich und steht unter zunehmendem Druck aus Asien und Nordamerika.
Chinesische Anbieter wie Geek+ im Bereich AMR oder Megvii im Bereich KI-Vision-Systeme haben in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile gewonnen, insbesondere in preissensitiven Segmenten. US-amerikanische Technologiekonzerne investieren ebenfalls massiv in Logistikautomatisierung, getrieben durch die Anforderungen von Amazon, Walmart und anderen E-Commerce-Giganten.
Die europäische Intralogistikbranche kann ihre Position nur durch kontinuierliche Innovation, Qualität und Service verteidigen. Die LogiMAT als zentrale Innovationsplattform spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Konzentration von über 1600 Ausstellern und erwarteten 65000 bis 70000 Fachbesuchern schafft ein Innovations-Ökosystem, in dem sich Anbieter, Anwender, Forschungseinrichtungen und Investoren vernetzen und gegenseitig inspirieren.
Die Präsenz internationaler Aussteller und Besucher fördert den Technologietransfer und internationale Kooperationen. Gleichzeitig ermöglicht sie europäischen Anbietern, ihre Lösungen einem globalen Publikum zu präsentieren und internationale Märkte zu erschließen. In einem Umfeld, in dem Skaleneffekte zunehmend relevant werden und globale Plattformen dominieren, ist die internationale Vernetzung überlebenswichtig.
Das Momentum der Transformation
Die LogiMAT 2026 findet in einer Zeit statt, die von fundamentalen Umbrüchen geprägt ist. Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und Kundenerwartungen. Die Dekarbonisierung erfordert fundamentale Veränderungen in Energie- und Materialnutzung. Die Deglobalisierung und Regionalisierung von Lieferketten verändert Warenströme und Anforderungen an Flexibilität. Der demographische Wandel verschärft den Fachkräftemangel und macht Automatisierung zur Notwendigkeit.
In diesem Umfeld ist die Frage nicht mehr, ob Unternehmen in ihre Intralogistik investieren, sondern wie sie es tun. Die strategischen Entscheidungen, die heute getroffen werden, bestimmen die Wettbewerbsfähigkeit für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Fehlentscheidungen können existenzbedrohend sein, richtige Entscheidungen Wettbewerbsvorteile von enormer Tragweite schaffen.
Die Diversität und Innovationsintensität der auf der LogiMAT 2026 präsentierten Lösungen zeigt, dass die Technologien für diese Transformation verfügbar sind. Autonome mobile Roboter, KI-gesteuerte Warehouse-Management-Systeme, modulare Lagerrobotik, energieeffiziente Flurförderzeuge, intelligente Verpackungssysteme und vernetzte Identifikationstechnologien bieten ein umfassendes Instrumentarium für die Modernisierung der Intralogistik.
Die Herausforderung liegt in der intelligenten Orchestrierung dieser Technologien zu kohärenten Gesamtsystemen, die spezifische Anforderungen erfüllen, wirtschaftlich tragfähig sind und zukünftigen Entwicklungen gewachsen bleiben. Die LogiMAT 2026 bietet als zentrale Plattform der Branche die Möglichkeit, dieses komplexe Lösungsportfolio zu evaluieren, zu vergleichen und fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. Die drei Messetage in Stuttgart mögen kurz sein, ihre Bedeutung für die strategische Ausrichtung ganzer Unternehmen und Branchen ist jedoch immens. In einer Zeit beschleunigten Wandels wird die Fähigkeit, Informationen effizient zu filtern, Technologien richtig zu bewerten und rechtzeitig zu handeln, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die LogiMAT 2026 ist mehr als eine Messe, sie ist ein Katalysator für die Transformation einer gesamten Industrie.
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Unsere globale Branchen- und Wirtschafts-Expertise in Business Development, Vertrieb und Marketing - Bild: Xpert.Digital
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