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Fregatten-Bau | Porsche Consulting rettet die Marine? Warum der Sportwagenbauer jetzt das Fregatten-Debakel lösen soll

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Veröffentlicht am: 2. Januar 2026 / Update vom: 2. Januar 2026 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Fregatten-Bau | Porsche rettet die Marine? Warum der Sportwagenbauer jetzt das Fregatten-Debakel lösen soll

Fregatten-Bau | Porsche rettet die Marine? Warum der Sportwagenbauer jetzt das Fregatten-Debakel lösen soll – Bild: Xpert.Digital

Milliarden-Grab F126: Droht dem größten Marine-Projekt aller Zeiten das Aus?

Stuttgart statt Nordsee: Wie “Sportwagen-DNA” das digitale Chaos beim Fregatten-Bau ordnen soll

Es klingt wie ein Aprilscherz, ist aber bittere industriepolitische Realität: Ein Hersteller von Luxus-Sportwagen soll verhindern, dass das wichtigste Rüstungsprojekt der Deutschen Marine auf Grund läuft. Die Fregatte F126, geplant als das modernste Kampfschiff der Bundeswehr, steckt in einer tiefen Krise – und ausgerechnet Porsche Consulting soll den Kurs korrigieren.

Das Szenario entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Während in Stuttgart am perfekten Spaltmaß gefeilt wird, droht im Milliarden-Projekt F126 die Zusammenarbeit zwischen niederländischen Designern und deutschen Werften am digitalen Reißbrett zu scheitern. Mit einem Auftragsvolumen von rund sechs Milliarden Euro steht nicht nur extrem viel Steuergeld auf dem Spiel, sondern auch die Einsatzfähigkeit der deutschen Seestreitkräfte im nächsten Jahrzehnt.

Doch warum holt das Verteidigungsministerium ausgerechnet Autobauer an Bord? Ist dies der geniale Schachzug, um verkrustete Manufaktur-Denkweisen aufzubrechen, oder der endgültige Offenbarungseid einer staatlichen Beschaffungsbürokratie, die ihre Kernkompetenzen verloren hat?

Diese Analyse blickt hinter die Schlagzeilen. Wir beleuchten, warum die digitale Schnittstelle zwischen den Niederlanden und Deutschland klemmt, weshalb Porsche Consulting bereits bei der Meyer Werft Geschichte schrieb und welche drei Szenarien nun für die Zukunft der deutschen Marine entscheidend sind. Es ist eine Geschichte über industrielle Kulturkämpfe, verlorene staatliche Souveränität und die Frage, ob man Kriegsschiffe wirklich im Takt einer Fließbandfertigung retten kann.

Wenn Stuttgarter Sportwagen-DNA auf maritime Realität trifft: Rettungsanker oder Offenbarungseid?

Die Nachricht sorgte für ein Rauschen im Blätterwald, das weit über die Fachpresse hinausging: Porsche Consulting, eine Tochtergesellschaft des Stuttgarter Sportwagenherstellers, soll das ins Straucheln geratene Prestigeprojekt der Deutschen Marine, die Fregatte F126 (ehemals MKS 180), durchleuchten und möglicherweise retten. Was auf den ersten Blick wie eine skurrile Anekdote klingt – Autobauer beraten Schiffbauer –, offenbart bei näherer Betrachtung die tiefgreifende strukturelle Krise des deutschen Rüstungsbeschaffungswesens.

Diese Analyse beleuchtet die ökonomischen Hintergründe, die operative Logik hinter der Auswahl von Porsche und die systemischen Defizite, die diesen Schritt überhaupt erst notwendig machten. Es geht nicht nur um ein Schiff; es geht um die industrielle Souveränität Deutschlands und die Frage, ob Lean-Management-Methoden der Automobilindustrie die komplexe Realität des Marineschiffbaus bewältigen können.

Wie man ein Schiff wie einen Sportwagen baut: Das Geheimnis der Meyer Werft

Porsche Consulting ist eine Managementberatung und 100-prozentige Tochter der Porsche AG, gegründet 1994, mit Spezialisierung auf operative Exzellenz, Lean-Management und Industrialisierung komplexer Produktions- und Entwicklungsprozesse in Industrieunternehmen, darunter Automobilbau, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt sowie Schiffbau. Die Berater treten vor allem dann auf, wenn Unternehmen Bauzeiten verkürzen, Produktivität steigern und Abläufe stärker standardisieren und takten wollen.
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Die Meyer Werft in Papenburg ist eine der weltweit führenden Werften im Kreuzfahrtschiffbau und baut extrem komplexe Schiffe mit bis zu 15 Millionen Einzelteilen, die in hoher Variantenvielfalt und unter enormem Termindruck gefertigt werden. Vor allem seit den 2000er Jahren stand die Werft vor der Herausforderung, immer größere und technisch anspruchsvollere Kreuzfahrtschiffe wirtschaftlich und terminsicher zu liefern und zugleich die eigene Organisation zu modernisieren.

Die Zusammenarbeit zwischen Porsche Consulting und der Meyer Werft begann Ende der 2000er Jahre und wurde über mehrere Jahre als langfristige Partnerschaft fortgeführt. Auslöser war der Wunsch der Werftleitung, insbesondere von Familienunternehmern in der Geschäftsführung, die Bauzeiten der Kreuzfahrtschiffe deutlich zu verkürzen, die Produktivität zu steigern und die internen Prozesse nach dem Vorbild der Automobilindustrie neu zu ordnen.

Konkret wurden bei Meyer unter Anleitung von Porsche Consulting ein professionelles Prozessmanagement, ein verschlankter Auftragsabwicklungsprozess und eine stärker taktgesteuerte Fertigungslogik eingeführt. In der Produktion wurden die Schiffe konsequent in Sektionen und Blöcke aufgeteilt, die nach einem Fischgrätprinzip in das Baudock „fließen“ und dort modular zusammengefügt werden, wodurch sich Abläufe parallelisieren lassen und Stillstände reduziert werden.

Ein zentrales Ziel war die Verkürzung der Dockliegezeit, also der Zeit, in der ein Schiff das Baudock blockiert und damit Kapital bindet. Zwischen etwa 2009 und 2013 gelang es, diese Belegungszeit trotz wachsender Schiffsgrößen von rund neun auf etwa sechs Monate zu reduzieren, was von der Fachpresse und Branchenanalysen als messbarer Erfolg der Kooperation hervorgehoben wurde.

Neben der reinen Ablaufoptimierung wurde auch die Entwicklungs- und Konstruktionsorganisation angepasst, damit Konstruktion und Auslegung früher fertig sind und die neuen, stärker getakteten Fertigungsprozesse überhaupt bedienen können. Dazu kamen Programme für kontinuierliche Verbesserung, eine interne Akademie und Schulungsformate, mit denen die Mitarbeiter befähigt wurden, die neue Prozesslogik dauerhaft mitzutragen.

1. Das Milliardengrab: Anatomie eines Stillstands

Das Projekt F126 ist nicht irgendein Rüstungsvorhaben. Mit einem ursprünglichen Auftragsvolumen von rund sechs Milliarden Euro für zunächst vier Schiffe (plus Option auf zwei weitere) handelt es sich um das größte Marine-Beschaffungsprojekt der Bundeswehr seit 1945. Die Erwartungen waren gigantisch: Ein “eierlegende Wollmilchsau”-Design, modular anpassbar für weltweite Einsätze, von der Piratenjagd bis zum hochintensiven Gefecht.

Doch die Realität im Jahr 2026 ist ernüchternd. Offiziell sollte das erste Schiff 2028 ausgeliefert werden. Aktuelle Prognosen gehen jedoch von einer Verzögerung von “mindestens drei bis vier Jahren” aus – also einer Indienststellung kaum vor 2031 oder 2032.

Die Wurzel des Übels: Schnittstellen statt Schweißen

Anders als bei früheren Debakeln (wie der F125 Baden-Württemberg-Klasse, die mit Schlagseite und Softwarefehlern kämpfte), liegt das Problem der F126 aktuell noch vor der physischen Fertigung, im sogenannten “Detailed Design”. Der Hauptauftragnehmer, die niederländische Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS), und der deutsche Unterauftragnehmer NVL (Naval Vessels Lürssen, ehemals Blohm+Voss) finden technologisch nicht zueinander.

Das Kernproblem ist digitaler Natur: Die Synchronisation der Konstruktionssoftware (basierend auf Dassault-Systemen) zwischen den niederländischen Architekten und den deutschen Werften, die die Segmente fertigen sollen, funktioniert nicht reibungslos. Im modernen Schiffbau wird nicht mehr nach Papierplänen gebaut, sondern nach digitalen Zwillingen. Wenn die Schnittstellen hier nicht stimmen, kann kein Stahl geschnitten werden. Der Baufortschritt ist faktisch eingefroren.

Die ökonomische Konsequenz ist fatal: Da Zahlungen im Rüstungsgeschäft meist an “Milestones” (Meilensteine) gekoppelt sind, fließen keine Gelder an Damen. Der niederländische Konzern musste bereits durch einen Brückenkredit der niederländischen Regierung (ca. 270 Millionen Euro) gestützt werden, um die Liquidität zu sichern. Ein Dominoeffekt droht, der auch die deutschen Zulieferer in Kurzarbeit zwingt.

2. Prozess-Alchemie: Warum ausgerechnet ein Autobauer?

Die kritische Frage, die sich Steuerzahler und Fachleute gleichermaßen stellen: Was qualifiziert einen Hersteller von Luxus-Sportwagen dazu, hochkomplexe Kriegsschiffe zu retten? Ist dies ein Triumph des Marketings oder eine rationale Entscheidung?

Die Antwort liegt in der Vergangenheit – genauer gesagt in Papenburg bei der Meyer Werft. Porsche Consulting hat sich dort, fernab von Zuffenhausen, einen Namen als “Hardcore-Industrialisierer” gemacht.

Der “Takt” im Trockendock

Der Schiffbau war traditionell eine Manufakturarbeit. Jedes Schiff ein Unikat, gebaut in einer “Baustellenfertigung”. Porsche Consulting implementierte bei der Meyer Werft Prinzipien, die in der Automobilindustrie seit Toyota Standard sind, im Schiffbau aber als unmöglich galten:

  1. Modularisierung und Sektionsbau: Schiffe werden in riesigen Blöcken (Sektionen) fast fertig ausgerüstet, bevor sie ins Dock kommen.
  2. Fließfertigung (Flow Principle): Auch wenn das Schiff sich nicht auf einem Band bewegt, bewegen sich die Arbeitspakete in einem strikten Takt.
  3. Reduktion der Liegezeit: Durch diese Maßnahmen konnte die Dockliegezeit bei der Meyer Werft von neun auf sechs Monate reduziert werden – ein massiver Kapitaleffizienzgewinn.

Die Logik der Beauftragung für die F126 ist also nicht, dass Porsche Ingenieure das Radar-System verstehen (dafür gibt es Thales), sondern dass sie verstehen, wie man Komplexität in industrielle Prozesse übersetzt. Wenn das Problem der F126 darin besteht, dass niederländische Designs nicht in deutsche Fertigungsprozesse “fließen”, dann ist das genau die Art von “Supply Chain Engineering”, auf die Porsche spezialisiert ist. Es geht um die Industrialisierung des Unikats.

Hier zeigt sich jedoch eine Gefahr: Ein Kreuzfahrtschiff ist primär ein schwimmendes Hotel (Stahl + Kabinen). Eine Fregatte ist ein schwimmendes Waffensystem mit extremer Systemdichte auf engstem Raum. Die Übertragbarkeit der “Meyer-Methodik” auf den Kriegsschiffbau ist keineswegs garantiert. Im Marineschiffbau führen Änderungen an einer Stelle (z.B. schwereres Radar) oft zu kaskadierenden Effekten im gesamten Schiffsdesign (Stabilität, Energieversorgung), die sich nicht einfach “weg-takten” lassen.

 

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Passend dazu:

  • Die Working Group Defence der SME Connect – Stärkung der KMU in der europäischen Verteidigung

 

Operation am offenen Herzen: Kann Porsche das sinkende Schiff der Bundeswehr noch retten?

3. Der Offenbarungseid des Staates: Die “Beraterrepublik”

So logisch die Beauftragung operativ erscheinen mag, so vernichtend ist das Urteil, das sie über die staatliche Beschaffungsorganisation fällt. Die Beauftragung von Porsche Consulting ist das Symptom einer tiefgreifenden Erosion staatlicher Kompetenz.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz verfügt theoretisch über Tausende Mitarbeiter. Warum benötigt eine Behörde, deren einziger Zweck die Beschaffung von Rüstungsgütern ist, externe Hilfe, um den Status eines Rüstungsprojekts zu bewerten?

Prinzipal-Agent-Versagen

Ökonomisch betrachtet liegt hier ein klassisches Prinzipal-Agent-Problem vor, das durch den Abbau von technischer Expertise verschärft wurde:

Der Prinzipal (Staat) hat über Jahre hinweg Ingenieursstellen abgebaut und durch Verwaltungsjuristen ersetzt. Er kann die technische Validität der Aussagen des Agenten (Damen) nicht mehr eigenständig überprüfen. Wenn Damen sagt: “Das IT-Problem ist fast gelöst”, und der Unterauftragnehmer NVL sagt: “Die Daten sind unbrauchbar”, fehlt dem BAAINBw die interne Kapazität, um “unter die Motorhaube” zu schauen und die Wahrheit zu ermitteln.

Porsche Consulting fungiert hier als “verifizierender Dritter”. Dies ist jedoch ein Armutszeugnis. In früheren Jahrzehnten verfügte die Bundesmarine über eigene Konstruktionsbüros, die den Werften auf Augenhöhe begegnen konnten. Heute kauft sich der Staat diese Augenhöhe teuer ein – ein Trend, der unter Ursula von der Leyen (Stichwort: “McKinsey-Armee”) begann und sich unter Boris Pistorius trotz Reformbemühungen fortsetzt.

Die “Lobby-Frage” muss hier differenziert betrachtet werden. Es ist unwahrscheinlich, dass Porsche Consulting den Auftrag durch klassische “Hinterzimmer-Deals” erhielt. Vielmehr profitiert das Unternehmen von seiner Positionierung als “neutraler industrieller Auditor”. Die großen Strategieberatungen (McKinsey, BCG) sind oft zu weit weg vom Stahlbau; technische Prüfer wie der TÜV oder DNV sind zu sehr auf Compliance fokussiert. Porsche besetzt die Nische der “operativen Exzellenz”. Dennoch: Dass der Staat für seine Kernaufgabe – die Ausrüstung seiner Streitkräfte – private Hilfe benötigt, zeigt, dass die “Schwarze Null” der Vergangenheit auch eine intellektuelle Nullrunde in den Amtsstuben hinterlassen hat.

4. Strategische Dissonanz: Holländische Führung, Deutsche Ausführung

Ein weiterer, oft übersehener Aspekt der F126-Krise ist die geopolitische und industriepolitische Fehlkonstruktion des Vertrages. Die Entscheidung im Jahr 2020, den Auftrag an die niederländische Damen-Werft zu vergeben (und nicht an das deutsche Konsortium um TKMS/Lürssen), war ein Novum. Erstmals wurde ein Überwasserkampfschiff der Deutschen Marine im EU-Ausland bestellt.

Ökonomisch war dies damals begründbar: Damen bot den niedrigeren Preis und das scheinbar bessere Konzept. Doch die Realität der Umsetzung offenbart die hohen Transaktionskosten grenzüberschreitender Rüstungsprojekte:

Kultureller Clash: Die pragmatische, oft hemdsärmelige niederländische Schiffbaukultur (“Wir lösen das Problem, wenn es auftritt”) prallt auf die deutsche, überregulierte Beschaffungsbürokratie und die Detailverliebtheit deutscher Werften (“Wir brauchen erst eine genehmigte Zeichnung”).

Auseinanderfallende Interessen: Damen möchte als Generalunternehmer Marge erzielen. NVL (Lürssen) als Unterauftragnehmer fühlt sich degradiert zum “verlängerten Werkbank” und hat wenig Anreiz, die Fehler des niederländischen Designs auf eigene Kosten auszubügeln.

Porsche Consulting muss in diesem verminten Gelände nicht nur Prozesse optimieren, sondern de facto diplomatische Vermittlung zwischen zwei Industriekulturen leisten, die sich gegenseitig blockieren.

5. Szenario-Analyse: Was der “Porsche-Bericht” auslösen könnte

Der Bericht von Porsche Consulting wird, sobald er vorliegt, politische Sprengkraft besitzen. Ökonomisch betrachtet stehen drei Szenarien im Raum:

Szenario A: Der “Turnaround” (Wahrscheinlichkeit: 30%)

Porsche identifiziert klare “Bottlenecks” im Datenaustausch. Ein “Task Force”-Modus wird etabliert, bei dem Ingenieure von Damen und NVL physisch in einem Raum (War Room) sitzen, statt E-Mails zu schreiben. Die Kosten steigen moderat, die Verzögerung wird auf 2 Jahre begrenzt.
Ökonomische Bewertung: Das “Sunk Cost”-Szenario. Man macht weiter, weil man schon zu viel investiert hat.

Szenario B: Die “Notbremse” / Vertragsauflösung (Wahrscheinlichkeit: 40%)

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die IT-Architekturen inkompatibel sind und Damen die Komplexität der deutschen Bauvorschriften unterschätzt hat. Der Vertrag wird gekündigt (“Termination for Default”).
Folge: Ein deutsches Konsortium (NVL/TKMS) übernimmt die Führung. Das Design müsste wahrscheinlich “eingedeutscht” werden, was Jahre dauert. Alternativ kauft man ein existierendes Design “von der Stange” (z.B. MEKO A200), um die Fähigkeitslücke schnell zu schließen. Dies wäre das Ende des Traums vom “High-Tech-Schiff F126”, aber eine Rettung der Einsatzbereitschaft.

Szenario C: Die “Bad Bank” Lösung (Wahrscheinlichkeit: 30%)

Der Staat pumpt massiv Geld nach, um die Integrationsprobleme zu lösen (“Cost-Plus”-Verträge), und akzeptiert, dass die F126 statt 6 Milliarden eher 9 oder 10 Milliarden kosten wird.

Ökonomische Bewertung: Das schlechteste Ergebnis für den Steuerzahler, aber politisch oft der Weg des geringsten Widerstands, um das Scheitern nicht eingestehen zu müssen.

Deutschlands teuerstes Lehrstück: Wie falsches Sparen ein Milliarden-Projekt versenkt

Die Einberufung von Porsche Consulting ist der letzte Versuch, ein Projekt zu retten, das an seiner eigenen Komplexität zu ersticken droht. Es ist kein einfacher Beratungsauftrag, sondern eine Operation am offenen Herzen der deutschen Sicherheitsarchitektur.

Dass ein Autobauer benötigt wird, um Schiffbauern zu erklären, wie man Prozesse steuert, ist eine Demütigung für die maritime Industrie – aber vielleicht eine heilsame. Die eigentliche Lektion liegt jedoch nicht in den Werfthallen, sondern in Berlin und Koblenz: Wer seine eigene Kompetenz zur Projektsteuerung “wegspart”, wird am Ende das Vielfache an Beraterhonoraren und Verzögerungskosten zahlen. Die F126 droht, das teuerste Lehrstück der Bundeswehrgeschichte zu werden – mit oder ohne Porsche-Logo auf dem Projektreport.

 

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