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25.000 Solarmodule für Solarparkplatz über den Autos in Essen: Das Mega-Projekt auf dem Messeparkplatz P10

25.000 Solarmodule für Solarparkplatz über den Autos in Essen: Das Mega-Projekt auf dem Messeparkplatz P10

25.000 Solarmodule für Solarparkplatz über den Autos in Essen: Das Mega-Projekt auf dem Messeparkplatz P10 – Kreativbild: Xpert.Digital

Bis zu 20 Millionen Euro Investment: Wie dieser Essener Parkplatz plötzlich Geld verdient

19 Hektar Asphalt werden zum Kraftwerk: Essen baut riesigen Solar-Parkplatz

Beton, Blechlawinen und ungenutzter Raum – so sah der Alltag auf vielen Großparkplätzen bislang aus. Doch in Zeiten der Energiewende wird versiegelter Asphalt plötzlich zu einer wertvollen Ressource. In Essen entsteht auf dem Messeparkplatz P10 aktuell eines der spannendsten Infrastrukturprojekte Deutschlands: ein riesiges Solar-Carport, das den ungenutzten Luftraum über den parkenden Autos in ein grünes Kraftwerk verwandelt. Mit 25.000 Solarmodulen und einem Investitionsvolumen von bis zu 20 Millionen Euro zeigt die Ruhrmetropole, wie sich Klimaschutz und wirtschaftliche Vernunft clever kombinieren lassen, ohne dafür neue Naturflächen versiegeln zu müssen. Das zukunftsweisende Mega-Projekt könnte schon bald zur Blaupause für Städte in ganz Deutschland werden.

Ein Parkplatz lernt, Geld zu verdienen: Essens Messeparkplatz wird zum Kraftwerk

Wer den Parkplatz P10 an der Messe Essen kennt, verbindet mit ihm bislang wenig mehr als geteerte Fläche, Blechlawinen an Messetagen und gähnende Leere an allen anderen. Genau diese Banalität macht das Vorhaben, das die Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (EVV) gemeinsam mit der Messe Essen dort umsetzen will, bemerkenswert. Auf rund neunzehn Hektar Asphalt entsteht eines der größten Solar-Carport-Projekte Deutschlands, ein Bauwerk, das die bislang ungenutzte zweite Dimension einer Parkfläche, den Luftraum über den Autos, in eine Einnahmequelle verwandelt. Etwa 25.000 Photovoltaikmodule sollen künftig eine Leistung von gut elf Megawatt Peak erbringen und jährlich rund elf Gigawattstunden Strom liefern, was ausreicht, um mehrere tausend Haushalte zu versorgen. Die Stadt rechnet mit einer jährlichen Einsparung von etwa 5.000 Tonnen Kohlendioxid, einem Wert, der sich anschaulich mit den Emissionen mehrerer tausend Mittelklassewagen im Jahresbetrieb vergleichen lässt. Realisiert wird das Vorhaben von der EVV zusammen mit der Messe Essen, während das Bochumer Unternehmen ROOF+ als Generalunternehmer die technische Umsetzung verantwortet. Der Baustart ist für den Herbst 2026 vorgesehen, das Investitionsvolumen wird mit fünfzehn bis zwanzig Millionen Euro veranschlagt.

Das Projekt fügt sich in eine Entwicklung ein, die in den vergangenen Jahren in vielen deutschen Städten an Fahrt gewonnen hat: die systematische Doppelnutzung versiegelter Flächen. Parkplätze, Supermarktdächer und Logistikhallen galten lange als reine Nutzflächen ohne energetischen Mehrwert. Diese Sichtweise verändert sich gerade grundlegend, weil sinkende Modulpreise, steigende Strompreise und der politische Druck zur Beschleunigung der Energiewende gemeinsam ein wirtschaftliches Umfeld geschaffen haben, in dem solche Projekte plötzlich attraktiv werden. Essen mit seiner industriellen Vergangenheit im Ruhrgebiet positioniert sich damit bewusst als Vorreiter einer neuen urbanen Energieinfrastruktur.

Vom Kohlerevier zum Sonnenkraftwerk

Warum ausgerechnet Essen diesen Schritt geht

Essen war über ein Jahrhundert lang Symbol der fossilen Energiewirtschaft, Sitz von Bergwerken, Stahlwerken und Energiekonzernen, deren Namen untrennbar mit Kohle und Koks verbunden waren. Dass ausgerechnet diese Stadt heute eines der größten Solarprojekte des Landes auf einem Parkplatz realisiert, ist mehr als eine Randnotiz der Wirtschaftsgeschichte. Es ist Ausdruck eines strukturellen Wandels, der sich seit Jahren durch das Ruhrgebiet zieht und der von kommunalen Versorgern wie der EVV aktiv mitgestaltet wird. Die EVV betreibt bereits mehr als 250 Photovoltaikanlagen im Essener Stadtgebiet und hat sich damit eine gewisse Routine im Umgang mit solaren Großprojekten erarbeitet, die für die Umsetzung eines derart komplexen Vorhabens von Vorteil ist.

Der gewählte Standort ist dabei kein Zufall. Der Messeparkplatz P10 ist an den meisten Tagen des Jahres nur zu einem Bruchteil ausgelastet, da die Messe Essen ihre Hallen nicht durchgehend, sondern in Form einzelner, zeitlich begrenzter Veranstaltungen nutzt. Diese strukturelle Unterauslastung, die bei klassischen innerstädtischen Parkflächen häufig als Verschwendung wahrgenommen wird, erweist sich hier als Standortvorteil, weil die Fläche großflächig und langfristig für eine Solarüberdachung zur Verfügung steht, ohne den eigentlichen Nutzungszweck als Stellfläche einzuschränken. Der Netzanschluss soll über ein nahegelegenes Umspannwerk erfolgen, für das bereits eine Anschlusszusage vorliegt, was die technische Machbarkeit des Vorhabens deutlich erleichtert.

Bemerkenswert ist zudem die bewusste Entscheidung, für die Konstruktion der Carports auf ein Unternehmen aus der Region zurückzugreifen. ROOF+ mit Sitz im nahegelegenen Bochum steht sinnbildlich für den Versuch, die wirtschaftliche Wertschöpfung des Projekts nicht nach außen abfließen zu lassen, sondern im Ruhrgebiet zu verankern. Das ist ökonomisch keine Nebensächlichkeit, denn Großprojekte dieser Art können, je nach Vergabepraxis, entweder als regionaler Konjunkturimpuls wirken oder als reiner Kapitalabfluss an internationale Zulieferer enden.

Zahlen, die den Wandel greifbar machen

Was Leistung, Fläche und Ertrag wirklich bedeuten

Die technischen Kennzahlen des Projekts wirken auf den ersten Blick abstrakt, gewinnen aber an Aussagekraft, wenn man sie einordnet. Eine installierte Leistung von etwa elf Megawatt Peak entspricht ungefähr der Leistung, die man benötigen würde, um mehrere tausend Einfamilienhäuser mit einer typischen Photovoltaikanlage auszustatten, konzentriert jedoch auf eine einzige, kompakt bebaute Fläche. Die prognostizierte Jahresstromerzeugung von rund elf Gigawattstunden liegt in einer Größenordnung, die ausreicht, um den Strombedarf mehrerer tausend Haushalte zu decken oder alternativ einen erheblichen Teil des Bedarfs kommunaler Liegenschaften zu bedienen, was insbesondere deshalb interessant ist, weil ein Großteil des erzeugten Stroms direkt an die Stadt Essen fließen soll.

Die Flächeneffizienz des Projekts verdient besondere Beachtung. Auf rund neunzehn Hektar Parkfläche, umgerechnet ungefähr die Größe von siebenundzwanzig Fußballfeldern, entsteht eine Anlage, die ohne die Umnutzung landwirtschaftlicher oder naturbelassener Flächen realisiert wird. Dieser Aspekt ist volkswirtschaftlich bedeutsam, weil der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland zunehmend mit Nutzungskonflikten konfrontiert ist, etwa wenn Freiflächenanlagen auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Böden entstehen und dadurch Widerstand bei Landwirten und der Kommunalpolitik auslösen. Ein Solar-Carport auf einer bereits versiegelten, wirtschaftlich kaum genutzten Fläche umgeht diese Konflikte fast vollständig und zeigt exemplarisch, wie sich der Photovoltaikausbau ohne zusätzlichen Flächenverbrauch beschleunigen lässt.

Auch die Kohlendioxidbilanz lässt sich konkretisieren. Die veranschlagte jährliche Einsparung von rund 5.000 Tonnen Kohlendioxid entspricht ungefähr dem, was mehrere tausend Mittelklassefahrzeuge im Jahr an Emissionen verursachen, oder alternativ dem jährlichen Ausstoß mehrerer hundert Einfamilienhaushalte mit Gasheizung. Bei einer angenommenen Lebensdauer der Anlage von zwanzig bis dreißig Jahren summiert sich die Einsparung auf eine Größenordnung von deutlich über 100.000 Tonnen Kohlendioxid über die gesamte Betriebszeit – ein Effekt, der in Relation zum eingesetzten Kapital von fünfzehn bis zwanzig Millionen Euro einen vergleichsweise günstigen Klimaschutzhebel darstellt.

Das Geschäftsmodell hinter dem Blechdach

Wie sich eine solche Investition tatsächlich rechnet

Die entscheidende Frage bei jedem Großprojekt dieser Art lautet, ob und wie sich die eingesetzten fünfzehn bis zwanzig Millionen Euro amortisieren. Solar-Carports unterscheiden sich in ihrer Wirtschaftlichkeit grundlegend von klassischen Dachanlagen oder Freiflächenanlagen, weil sie zusätzliche Baukosten für die tragende Stahlkonstruktion verursachen, die bei einer normalen Aufdachanlage entfallen würden. Diese Mehrkosten müssen durch andere Vorteile kompensiert werden, und genau hier liegt der eigentliche wirtschaftliche Kern des Projekts.

Der erste Vorteil liegt in der doppelten Flächennutzung. Während eine klassische Freiflächenanlage eine Fläche exklusiv für die Energieerzeugung beansprucht, bleibt die Parkfläche unter dem Solar-Carport vollständig nutzbar, wodurch keine Opportunitätskosten für eine alternative Flächennutzung entstehen. Der zweite Vorteil liegt in der Nähe zum Verbrauchsort. Weil der erzeugte Strom nahezu vollständig direkt an die Stadt Essen beziehungsweise deren Liegenschaften vermarktet werden soll, entfallen weite Transportwege und die damit verbundenen Netzentgelte, was die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu einer Einspeisung ins allgemeine Netz deutlich verbessert. Diese Form der direkten Stromlieferung, häufig als Power Purchase Agreement bezeichnet, sichert dem Betreiber über feste Vertragslaufzeiten stabile und planbare Einnahmen, unabhängig von den oft volatilen Marktpreisen für Strom.

Der dritte und in der aktuellen Marktlage vielleicht wichtigste Vorteil ist die Entwicklung der Strompreise. Ein Betreiber, der heute in eine Photovoltaikanlage mit einer Nutzungsdauer von zwei bis drei Jahrzehnten investiert, kalkuliert nicht mit den Strompreisen von heute, sondern mit den erwarteten Preisen über die gesamte Betriebszeit. Angesichts der strukturell steigenden Nachfrage nach Strom durch Elektromobilität, Wärmepumpen und die zunehmende Elektrifizierung industrieller Prozesse erscheint eine langfristige Investition in eigene Erzeugungskapazitäten aus heutiger Sicht deutlich attraktiver als noch vor einem Jahrzehnt. Hinzu kommt die geplante Finanzierungsstruktur, bei der die EVV einen erheblichen Anteil des Kapitals über Fremdkapital aufnehmen will, was die Eigenkapitalrendite bei erfolgreichem Betrieb deutlich erhöht, gleichzeitig aber auch das Risiko einer Fehlkalkulation verschärft, sollte sich die Strompreisentwicklung anders darstellen als erwartet.

Interessant ist zudem die angedachte Einbindung einer möglichen Bürgerbeteiligung, über die Gespräche mit einem regionalen Kreditinstitut geführt wurden. Solche Modelle erlauben es Bürgern, sich mit vergleichsweise kleinen Beträgen an der Finanzierung zu beteiligen und im Gegenzug an den Erträgen der Anlage teilzuhaben. Ökonomisch betrachtet ist dies weniger eine reine Finanzierungsfrage als vielmehr ein Instrument zur Erhöhung der lokalen Akzeptanz eines Großprojekts, dessen Bau zwangsläufig mit temporären Einschränkungen der Parkplatznutzung einhergehen wird.

 

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Vom Parkplatz zum Kraftwerk: Essens Solarprojekt könnte bundesweit Schule machen

Ein Baustein einer größeren Bewegung

Wie sich der Solarcarport-Trend über Deutschland ausbreitet

Essen ist mit diesem Vorhaben kein Einzelfall, sondern Teil einer Entwicklung, die sich derzeit in vielen deutschen Großstädten beobachten lässt. Vergleichbare Projekte entstehen unter anderem in Leipzig, wo ein Pilotvorhaben verschiedene technische und wirtschaftliche Varianten von Parkplatzüberdachungen mit Photovoltaik testet, um daraus belastbare Erkenntnisse für skalierbare Rollouts in anderen Städten zu gewinnen. Dass Messegelände und großflächige Parkplätze dabei bevorzugte Standorte sind, liegt auf der Hand, denn sie kombinieren große zusammenhängende Flächen, eine oft ohnehin geringe durchschnittliche Auslastung und eine Nähe zu Netzanschlusspunkten, wie sie für Messegelände aufgrund ihres eigenen hohen Strombedarfs meist ohnehin vorhanden sind.

Auch auf Unternehmensseite lässt sich eine zunehmende Marktdynamik feststellen. Der etablierte Solarinstallateur Enpal hat jüngst eine Kooperation mit ROOF+ angekündigt, um gemeinsam größere Photovoltaikprojekte im gewerblichen und industriellen Segment umzusetzen, wobei das Essener Messeparkplatzprojekt explizit als Startschuss dieser Zusammenarbeit genannt wird. Solche Kooperationen zwischen spezialisierten Carport-Herstellern und größeren, kapitalstärkeren Solarunternehmen deuten darauf hin, dass sich der Markt für großflächige Parkplatzüberdachungen in den kommenden Jahren professionalisieren und konsolidieren dürfte. Für Unternehmen, die über große Parkflächen ab etwa hundert Kilowatt möglicher Anschlussleistung verfügen, dürfte sich damit ein zunehmend attraktives und leichter zugängliches Marktsegment entwickeln.

Diese Entwicklung ist ökonomisch bedeutsam, weil sie einen strukturellen Engpass des deutschen Energiewende-Ausbaus adressiert, nämlich die Flächenverfügbarkeit. Während der Ausbau von Windenergie an Land regelmäßig an langwierigen Genehmigungsverfahren und lokalem Widerstand scheitert und Freiflächen-Photovoltaik zunehmend in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung gerät, bieten Parkplätze eine bislang weitgehend ungenutzte Flächenreserve, die ohne zusätzliche Flächenversiegelung erschlossen werden kann. Schätzungen zur bundesweiten Parkplatzfläche gehen von einem theoretischen Photovoltaikpotenzial in einer Größenordnung aus, die mehrere klassische Großkraftwerke ersetzen könnte, sollte dieses Potenzial konsequent gehoben werden.

Zwischen Chance und Herausforderung

Was für das Projekt spricht und wo die Risiken liegen

Bei aller berechtigten Begeisterung für das Essener Vorhaben lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Herausforderungen, die mit einem Projekt dieser Größenordnung verbunden sind. Zunächst ist die reine Bauzeit einer Anlage dieser Dimension nicht zu unterschätzen. Ursprünglich war eine Inbetriebnahme bereits im Jahr 2025 angestrebt, tatsächlich verzögerte sich das Vorhaben durch das laufende Baugenehmigungsverfahren und die Auswahl der Projektpartner um mehr als ein Jahr. Solche Verzögerungen sind bei komplexen Infrastrukturprojekten keine Seltenheit, verdeutlichen aber, wie sehr auch vermeintlich unkomplizierte Vorhaben auf bereits versiegelten Flächen von bürokratischen Abläufen abhängig bleiben.

Ein weiteres Risiko liegt in der technischen Komplexität der Konstruktion selbst. Anders als bei einer klassischen Dachanlage muss die Carport-Struktur so ausgelegt sein, dass sie große Spannweiten überbrückt, ohne die Nutzbarkeit der darunterliegenden Parkflächen durch zu viele Stützpfeiler einzuschränken. Gleichzeitig muss die Konstruktion Windlasten, Schneelasten und die Belastungen durch parkende und rangierende Fahrzeuge sicher aufnehmen können. Diese technischen Anforderungen treiben die Baukosten gegenüber einer einfachen Freiflächenanlage nach oben, was sich unmittelbar auf die Amortisationszeit auswirkt.

Auch die Frage der Wirtschaftlichkeit bleibt, wie bei jedem langfristigen Infrastrukturprojekt, mit Unsicherheiten behaftet. Die Kalkulation der EVV geht offenbar von einer Amortisation der Investition innerhalb von rund zehn Jahren aus, sofern sich die Strompreise in etwa so entwickeln wie in den vergangenen Jahren. Sollte sich der Strommarkt hingegen durch einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und ein entsprechend steigendes Angebot an günstigem Solar- und Windstrom in eine Richtung sinkender Großhandelspreise entwickeln, könnten sich die tatsächlichen Erträge geringer darstellen als ursprünglich kalkuliert. Dieses sogenannte Kannibalisierungsrisiko, bei dem viele gleichzeitig einspeisende Solaranlagen die Preise während sonnenreicher Stunden gemeinsam nach unten drücken, betrifft praktisch jedes neue Photovoltaikprojekt in Deutschland und lässt sich durch feste Liefervereinbarungen, wie im Fall des Essener Projekts, nur teilweise abfedern.

Positiv hervorzuheben ist hingegen, dass das Projekt durch die enge Verzahnung mit einem kommunalen Versorger und einer öffentlichen Institution wie der Messe Essen eine vergleichsweise hohe Planungssicherheit besitzt, wie sie rein privatwirtschaftliche Projekte selten aufweisen. Die politische Rückendeckung durch die Stadt Essen dürfte zudem dazu beitragen, dass etwaige weitere bürokratische Hürden im weiteren Projektverlauf zügiger überwunden werden als bei vergleichbaren Vorhaben ohne kommunale Beteiligung.

Ein Modell mit Signalwirkung

Warum P10 mehr ist als nur ein Solarprojekt

Über die reine energiewirtschaftliche Bedeutung hinaus besitzt das Essener Vorhaben eine gewisse Signalwirkung für die Debatte um die Zukunft urbaner Infrastruktur. Es zeigt exemplarisch, dass die Energiewende in Deutschland nicht ausschließlich über den Zubau neuer Freiflächenanlagen im ländlichen Raum oder über den umstrittenen Ausbau der Windenergie an Land gelingen muss, sondern auch durch die intelligentere Nutzung bereits vorhandener städtischer Infrastruktur vorangebracht werden kann. Für Kommunen mit ähnlichen Flächenpotenzialen, etwa an Messegeländen, Krankenhäusern, Universitäten oder großen Einzelhandelsstandorten, liefert das Essener Projekt einen konkreten Referenzpunkt, an dem sich die technische und wirtschaftliche Machbarkeit solcher Vorhaben ablesen lässt.

Nicht zuletzt zeigt das Projekt, wie sich die Rolle kommunaler Versorgungsunternehmen in der Energiewende verändert. Wo Stadtwerke und ähnliche Institutionen traditionell vor allem für den Betrieb von Netzen und die Versorgungssicherheit verantwortlich waren, übernehmen sie zunehmend die Rolle aktiver Projektentwickler eigener Erzeugungsanlagen. Diese Verschiebung dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen, da kommunale Unternehmen einerseits über die notwendige Kapitalausstattung und lokale Vernetzung verfügen, andererseits aber auch politisch zunehmend unter Druck stehen, eigene, sichtbare Beiträge zum Klimaschutz vorzuweisen.

Sollte sich der Essener Solar-Carport wie geplant realisieren lassen und die kalkulierten Erträge tatsächlich erreichen, dürfte das Projekt weit über die Stadtgrenzen hinaus als Blaupause für ähnliche Vorhaben dienen. Der Messeparkplatz P10 würde damit vom unauffälligen Betonparkplatz zu einem sichtbaren Symbol dafür, wie sich wirtschaftliche Vernunft und ökologische Notwendigkeit auf überraschend pragmatische Weise miteinander verbinden lassen.

 

Der Xpert.Solar Solarcarport-Planer

Solare Parkplätze sind eine vielversprechende Möglichkeit, erneuerbare Energie zu erzeugen und gleichzeitig den begrenzten Platzbedarf in Städten und urbanen Gebieten zu optimieren. Allerdings gibt es tatsächlich einige Herausforderungen, die die Einführung solcher Parkplätze erschweren können.

Eine der größten Hürden ist der hohe Kosten- und Planungsaufwand, der mit der Installation von Solarmodulen auf Parkplätzen verbunden ist. Es müssen nicht nur die Kosten für die Solarmodule selbst berücksichtigt werden, sondern auch die Kosten für die Infrastruktur, die für die Verbindung der Module mit dem Stromnetz erforderlich ist. Außerdem muss der Platzbedarf für die Installation der Solarmodule genau geplant und abgestimmt werden, um eine effektive Nutzung der verfügbaren Fläche zu gewährleisten.

Ein weiteres Hindernis sind bürokratische Hürden und Genehmigungsverfahren, die die Installation von Solarmodulen auf Parkplätzen erschweren können. Je nach Region oder Land können unterschiedliche Vorschriften und Regelungen gelten, die den Prozess der Genehmigung und Umsetzung verkomplizieren können.

Trotz dieser Herausforderungen besteht eine hohe Nachfrage nach Solar-Parkplätzen, da sie eine effektive Möglichkeit darstellen, erneuerbare Energien zu fördern und gleichzeitig den Platzbedarf in städtischen Gebieten zu optimieren. Mit einer sorgfältigen Planung und Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Parteien können die Hürden überwunden werden, um die Einführung solcher Parkplätze zu erleichtern.

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