Veröffentlicht am: 3. April 2025 / Update vom: 3. April 2025 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

83-Hektar-Solarpark auf Ex-Flugplatz in Lemwerder geplant – Mit Batteriespeicher und Wasserstoffkraftwerk – Bild: Xpert.Digital
Spannendes Zukunftsprojekt für Freiflächenfotovoltaikanlage mit Batteriespeicher und Wasserstoffkraftwerk
Ratsbeschluss für 83-Hektar-Solarpark auf Ex-Flugplatz in Lemwerder
Der Gemeinderat Lemwerder hat am 30. März 2025 einen wegweisenden Beschluss für die erneuerbare Energieversorgung der Region gefasst. Mit deutlicher Mehrheit wurde das Bauleitverfahren für einen großflächigen Solarpark auf dem ehemaligen Flugplatz angestoßen. Parallel wurden mehrere wichtige Personalwechsel vollzogen, darunter die Nachfolge eines aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Ratsmitglieds sowie Neubesetzungen bei der Feuerwehrführung.
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Solarpark-Projekt der Hamburger Sunvest GmbH
Der Rat der Gemeinde Lemwerder hat sich für die Nutzung eines 83 Hektar großen Teilbereichs des insgesamt 126 Hektar umfassenden ehemaligen Flugplatzes als Standort für einen Solarpark entschieden. Als Investor tritt die Hamburger Sunvest GmbH auf, die dort eine umfangreiche Freiflächenfotovoltaikanlage errichten möchte. Das Bauleitverfahren wurde gegen die Stimmen der Unabhängigen Wählergemeinschaft Lemwerder (UWL) angestoßen, wobei sich acht Ratsvertreter der Stimme enthielten.
Planungsdetails und Potential
Die von Sunvest geplante Anlage soll nach vollständigem Ausbau jährlich rund 115.000 Megawatt Strom produzieren, der insbesondere der lokalen Wirtschaft zugutekommen soll. Bemerkenswert an der Konzeption des Parks ist die Kombination verschiedener Technologien zur umfassenden Nutzung erneuerbarer Energien. Neben den Solarmodulen plant Sunvest die Installation von Batterieeinheiten zur Zwischenspeicherung sowie ein Wasserstoffkraftwerk, das durch Elektrolyse grünen Wasserstoff erzeugen soll.
Nachhaltigkeitsaspekte und Agri-Photovoltaik
Der geplante Solarpark folgt dem Konzept der Agri-Photovoltaik, bei dem die landwirtschaftliche Nutzung parallel zur Energiegewinnung fortgeführt wird. Konkret sollen unter den Modultischen Schafe weiden können. Dieses Doppelnutzungskonzept entspricht der Philosophie von Sunvest, die auf ihrer Unternehmenswebsite betont: “Naturfreundliche Solarparks produzieren nicht nur grüne Energie, sondern fördern auch nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und stärken die lokale Biodiversität.”
Planungsrechtliche Änderungen
Im Rahmen der Ratssitzung wurde eine wichtige Änderung im Planungsverfahren vorgenommen. Statt eines zunächst diskutierten vorhabenbezogenen Bebauungsplans entschied sich der Rat für einen Angebotsbebauungsplan, der dem Investor mehr Gestaltungsspielraum einräumt. Diese Planungsform erlaubt es Sunvest, Details wie die genaue Lage, Ausrichtung und Abstände der Modultische erst in einer späteren Planungsphase festzulegen. Dennoch behält sich der Rat ein gewisses Maß an Kontrolle vor, indem er in einer zweiten Abstimmung beschloss, dass der städtebauliche Vertrag vor Unterzeichnung dem Rat zur Genehmigung vorgelegt werden muss.
Kritik am Solarpark-Projekt
Die Entscheidung für den Solarpark fiel nicht einstimmig. Insbesondere die UWL-Fraktion positionierte sich gegen das Vorhaben. UWL-Fraktionschef Sven Schröder betonte, dass sich die Ablehnung nicht gegen erneuerbare Energien richte, sondern gegen die Nutzung des spezifischen Areals: “Nicht weil wir gegen erneuerbare Energien wären, sondern weil wir das Areal für ungeeignet halten. Es ist zu wertvoll.”
Besonders deutlich wurde die Opposition durch UWL-Fraktionsmitglied Rainer Wohlers, der auf eine Stimmabgabe gänzlich verzichtete, weil er die Abstimmung für rechtlich nicht zulässig hielt. Diese Haltung deutet auf grundsätzliche Bedenken hinsichtlich des Verfahrens hin, die jedoch in der Ratsmehrheit keine ausreichende Unterstützung fanden.
Wirtschaftliche Perspektiven
Vertreter der Sunvest GmbH zeigten sich nach der Ratssitzung optimistisch bezüglich der wirtschaftlichen Aussichten des Projekts. Anders als bei anderen Solarpark-Projekten, bei denen Investoren aktiv nach Stromabnehmern suchen müssen, berichteten die Hamburger Unternehmer von einem regen Interesse potenzieller Kunden. Bereits während der Planungsphase hätten sich verschiedene Unternehmen bei Sunvest gemeldet, um Interesse am Strombezug zu bekunden. Diese Nachfragesituation unterstreicht den Bedarf an erneuerbaren Energien in der Region und verspricht eine schnelle wirtschaftliche Integration des Solarparks.
Personalentscheidungen im Gemeinderat
Wechsel in der CDU-Fraktion
Parallel zum Solarpark-Beschluss wurden mehrere wichtige Personalentscheidungen getroffen. Bürgermeisterin Christina Winkelmann verabschiedete den CDU-Ratsherrn Miles Eckern mit einem Blumenstrauß und einem kleinen Präsent aus dem Rat. Eckern hatte nach sechs Jahren Zugehörigkeit aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt.
Seine Position übernimmt der 68-jährige Christdemokrat Borchert Meyer aus der Ortschaft Braake. Für Meyer ist es keine Premiere im Rat, da er bereits von 2001 bis 2006 Mitglied der CDU-Fraktion war. Damals folgte er seinem Vater Hans-Hinrich Meyer nach, der dem Lemwerderaner Rat 30 Jahre lang angehört hatte. Meyer übernimmt alle Posten seines Vorgängers mit Ausnahme des Sitzes im Ausschuss für Planung und Gemeindeentwicklung, der nun von CDU-Fraktionschef Wolf Rosenhagen besetzt wird.
Feuerwehrführung neu besetzt
Weitere personelle Änderungen betrafen die Führung der Feuerwehr. Der Rat verlängerte einstimmig die Berufung von Hartwig Sondag zum Gemeindebrandmeister. Allerdings wird Sondag die Position nicht für die volle Wahlperiode ausfüllen können, da er im Jahr 2029 seinen 67. Geburtstag begeht und dann etwa eineinhalb Jahre vor Ende der regulären Amtszeit ausscheiden wird.
Für volle sechs Jahre bestimmten die Kommunalpolitiker Lars Prößler zum stellvertretenden Gemeindebrandmeister. Prößler übernimmt das Amt von Wolfgang Eilers, der nicht wieder zur Wahl angetreten war.
Neubesetzung im Ratsvorsitz
Als weitere personelle Änderung wurde Karsten Haye-Warfelmann zum stellvertretenden Ratsvorsitzenden gewählt. Diese Position ist für die Leitung von Ratssitzungen von Bedeutung, wenn der oder die reguläre Vorsitzende verhindert ist.
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Weitere Solarpark-Projekte in Lemwerder
Der neu beschlossene Solarpark auf dem ehemaligen Flugplatz reiht sich in eine wachsende Zahl von Photovoltaik-Projekten in der Gemeinde Lemwerder ein. Bereits im Mai 2024 hatte die Gemeinde eine öffentliche Bekanntmachung zur Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 40 “Solarpark Agri-Photovoltaik Butzhausen” herausgegeben.
Daneben betreibt der Hamburger Solarparkentwickler ENERPARC bereits mehrere Freiflächen-Solaranlagen in der Region, die seit November 2024 mit Großbatteriespeichern ausgestattet sind. Diese Speicher haben eine DC-Nennkapazität von 17,8 MWh und ermöglichen eine effiziente Speicherung des erzeugten Solarstroms mit 6,9 MW über etwa 2,5 Stunden.
Zudem plant Landwirt Henning Kruse in Lemwerder einen privaten Agri-Photovoltaik-Park auf einer Fläche von 18 Hektar, wo er gleichzeitig Solarstrom erzeugen und Heu für seine Kühe produzieren möchte.
Lokal geprägt, global gedacht: Lemwerders Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung
Der Beschluss des Gemeinderats von Lemwerder markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung erneuerbarer Energien in der Region. Mit dem 83 Hektar großen Solarpark auf dem ehemaligen Flugplatz entsteht ein bedeutendes Projekt, das nicht nur zur Energiewende beiträgt, sondern auch innovative Konzepte wie Energiespeicherung, Wasserstoffproduktion und Agri-Photovoltaik vereint.
Obwohl es Kritik an der Standortwahl gab, zeigt die mehrheitliche Zustimmung des Rates die grundsätzliche Unterstützung für erneuerbare Energien in Lemwerder. Die verschiedenen Solarpark-Projekte in der Gemeinde verdeutlichen, dass Lemwerder sich als Standort für nachhaltige Energieerzeugung etabliert. Die frühzeitige Nachfrage potenzieller Stromkunden unterstreicht zudem den wirtschaftlichen Nutzen dieser Entwicklung für die Region.
Die Personalentscheidungen im Rat gewährleisten währenddessen die kontinuierliche politische Arbeit in der Gemeinde und bringen mit Borchert Meyer einen erfahrenen Kommunalpolitiker zurück ins Gremium, der für einen “vernünftigen, respektvollen und vertrauensvollen Umgang” im Rathaus eintreten möchte.
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