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Ant Group (Alibaba) erzielt KI-Durchbruch: Kostengünstigere Modelle durch innovative Chip-Kombination

Veröffentlicht am: 24. März 2025 / Update vom: 24. März 2025 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Ant Group (Alibaba) erzielt KI-Durchbruch: Kostengünstigere Modelle durch innovative Chip-Kombination

Ant Group (Alibaba) erzielt KI-Durchbruch: Kostengünstigere Modelle durch innovative Chip-Kombination – Bild: Xpert.Digital

Chinas technologischer Durchbruch: KI-Modelle werden 20 % kosteneffizienter

Handelskonflikt treibt technologischen Fortschritt bei KI-Chips voran

Die Ant Group, eine Tochtergesellschaft des chinesischen Technologieriesen Alibaba, hat einen bedeutenden Durchbruch bei der Entwicklung von KI-Modellen verkündet. Durch eine innovative Kombination von Halbleitern aus chinesischer und US-amerikanischer Produktion gelingt es dem Unternehmen, seine KI-Modelle um 20 Prozent kostengünstiger zu trainieren. Diese Entwicklung könnte weitreichende Folgen für den globalen KI-Chip-Markt haben und Chinas Position im Technologiewettbewerb stärken. Besonders bemerkenswert ist, dass die Ant Group dabei auf leistungsschwächere, aber effiziente Alternativen zu den hochpreisigen Nvidia-Chips setzt, ohne dabei signifikante Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. Dies geschieht vor dem Hintergrund zunehmender Handelsspannungen zwischen den USA und China und stellt einen wichtigen Schritt in Richtung größerer technologischer Unabhängigkeit dar.

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Die innovative Chip-Strategie der Ant Group

Die von Ant Group entwickelte Lösung basiert auf einer cleveren Mischung verschiedener Halbleitertypen. Anstatt ausschließlich auf die leistungsstarken, aber teuren Nvidia H800-Chips zu setzen, nutzt das Unternehmen nun verstärkt kostengünstigere Alternativen von AMD sowie von chinesischen Herstellern wie Alibaba selbst und Huawei. Die Entwicklung dieser alternativen Chip-Strategie wurde maßgeblich durch die US-Exportbeschränkungen für Hochleistungschips nach China beschleunigt.

Für ihre KI-Trainingsmodelle verwendet die Ant Group den “Mixture of Experts” (MoE) Ansatz, eine Technik, die es ermöglicht, große Sprachmodelle effizienter zu trainieren. Bei dieser Methode werden Aufgaben in kleinere Datensätze aufgeteilt, um sie effizienter zu bearbeiten – “ähnlich der Verwendung eines Expertenteams, das sich jeweils auf einen bestimmten Teil des Problems konzentriert, um die Gesamteffizienz zu verbessern”. Dieser Ansatz hat sich bereits bei anderen Unternehmen wie Google und dem chinesischen Startup Deepseek bewährt.

Technische Leistungsfähigkeit und Vergleich mit Nvidia

Trotz des Wechsels auf vermeintlich schwächere Chips behauptet die Ant Group, Ergebnisse zu erzielen, die mit denen von Nvidia-Hardware vergleichbar sind. Nach eigenen Angaben konnte das Unternehmen die Kosten für das Training von einer Billion Token von 6,35 Millionen Yuan (etwa 810.000 Euro) auf 5,1 Millionen Yuan senken. Diese beachtliche Kostensenkung bei gleichbleibender Leistung könnte den Druck auf Nvidia als dominierenden Anbieter von KI-Chips erhöhen.

Die Ant Group hat kürzlich eine Forschungsarbeit veröffentlicht, in der sie behauptet, dass ihre Modelle in bestimmten Benchmarks sogar die Leistung von Modellen anderer großer Technologieunternehmen wie Meta übertreffen können. Besonders im Bereich der chinesischen Benchmarks sollen die eigenen Sprachmodelle Ling-Lite und Ling-Plus besser abschneiden als vergleichbare Modelle von Deepseek.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Kostenoptimierung

Die Kostenoptimierung durch alternative Chip-Strategien gewinnt zunehmend an Bedeutung in der KI-Branche. Während die Preise für Endkunden-Dienste wie ChatGPT relativ stabil bleiben, sinken die Kosten im B2B-Bereich kontinuierlich. Alibaba selbst hatte bereits im vergangenen Jahr die Preise für verschiedene KI-Modelle mehrfach gesenkt, darunter eine 85-prozentige Preisreduzierung für ihr Vision-Language-Modell Qwen-VL.

Diese Kostensenkungen sind Teil eines größeren Trends in der KI-Branche, der durch verschiedene Faktoren angetrieben wird:

  1. Die hohe Konkurrenz zwischen verschiedenen Anbietern, sowohl in China (Alibaba, Tencent, Baidu, JD, Huawei und Bytedance) als auch global
  2. Die Entwicklung kleinerer, kostengünstigerer Modelle, die immer leistungsfähiger werden
  3. Neue Methoden wie Model-Distillation, bei der das Wissen eines großen Modells in ein kleineres transferiert wird
  4. Der Kostendruck durch zahlreiche Open-Source oder frei verfügbare Modelle wie Metas Llama-Familie

Die wachsende Bedeutung kosteneffizienter KI-Modelle

Der von der Ant Group verkündete Durchbruch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Effizienz von KI-Modellen zunehmend in den Fokus rückt. Im Januar hatte das chinesische Start-up Deepseek für Aufsehen gesorgt, als es ein KI-Modell vorstellte, das mit deutlich geringeren Ressourcen trainiert wurde als bisherige Modelle. Diese Entwicklung hatte sogar zu einem dramatischen Rückgang des Nvidia-Aktienkurses geführt.

Nvidia-CEO Jensen Huang argumentiert jedoch, dass der tatsächliche Bedarf an Rechenkapazität nicht während des Trainings, sondern vielmehr bei der Generierung der Antworten entsteht. Dennoch zeigt der Ansatz der Ant Group, dass auch im Bereich des KI-Trainings erhebliche Kosteneinsparungen möglich sind.

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Geopolitische Bedeutung und technologische Souveränität

Die Entwicklung der Ant Group hat eine erhebliche geopolitische Dimension. Die strengen US-Exportbeschränkungen für Hochleistungschips haben chinesische Unternehmen zunehmend dazu veranlasst, Alternativen zu amerikanischer Technologie zu suchen. Die US-Handelsministerin Gina Raimondo hatte im Dezember 2023 deutlich gemacht, dass KI-Chips auf dem aktuellen Stand der Technik nicht nach China geliefert werden dürfen und die chinesische Industrie nicht befähigt werden darf, diese selbst herzustellen.

In diesem Kontext stellt die Chip-Strategie der Ant Group einen wichtigen Schritt in Richtung größerer technologischer Unabhängigkeit dar. Robert Lea, Senior Analyst bei Bloomberg Intelligence, merkte an, dass die Behauptungen der Ant Group, falls bestätigt, zeigen würden, “dass China auf dem besten Weg sei, in der KI autark zu werden, da sich das Land zu niedrigeren, rechnerisch effizienten Modellen verwandelt, um die Exportkontrollen auf NVIDIA-Chips zu bewältigen”.

Auswirkungen auf die globale Technologiekonkurrenz

China macht nicht nur im Bereich der E-Autos, sondern auch bei KI große Anstrengungen, um zum Weltmarktführer aufzusteigen. Der innovative Ansatz der Ant Group könnte als Modell für andere chinesische Unternehmen dienen, die in einem zunehmend komplexen geopolitischen Umfeld operieren müssen. Die Fähigkeit, flexibel auf unterschiedliche Technologien zuzugreifen, könnte sich als entscheidender Wettbewerbsvorteil erweisen.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass China trotz der US-Beschränkungen bedeutende Fortschritte im KI-Bereich erzielt. Ähnlich wie die Ant Group hat auch Deepseek mit seinem R1-Modell bewiesen, dass man ähnliche Leistungen wie OpenAIs Chat GPT mit älterer Hardware und nur einem Bruchteil des Budgets erreichen kann.

Breitere Implikationen für den globalen KI-Markt

Der von der Ant Group verkündete Durchbruch könnte weitreichende Auswirkungen auf den globalen KI-Markt haben. In China tobt bereits seit Monaten ein Preiskampf der KI-Anbieter. Der Auslöser war die Veröffentlichung von “V2”, der Vorgängerin von DeepSeeks aktueller KI “V3”. Als Reaktion darauf hatten Alibaba und andere Technologie-Konzerne wie Baidu und Tencent die Preise für die Nutzung ihrer jeweiligen KI-Programme um bis zu 97 Prozent gesenkt.

Preisdruck und Optimierung im globalen Kontext

Der Preisdruck im KI-Bereich beschränkt sich nicht auf China. Auch westliche Unternehmen wie Google haben begonnen, ihre KI-Modelle zu optimieren und die Preise zu senken. Google hat beispielsweise im September 2024 die Preise für sein Gemini 1.5 Pro Modell für Input- und Output-Token um mehr als 50 Prozent reduziert.

Die Entwicklungen bei der Ant Group und anderen chinesischen Unternehmen könnten diesen globalen Trend noch verstärken. Besonders interessant ist, dass die kostengünstigeren Modelle nicht zwangsläufig weniger leistungsfähig sein müssen. Google berichtet beispielsweise von signifikanten Leistungssteigerungen bei seinen optimierten Modellen, insbesondere in den Bereichen Mathematik (20 Prozent Verbesserung), langer Kontext und Vision.

Ein weiterer Wendepunkt in der KI-Entwicklung aus China?

Der von der Ant Group verkündete Durchbruch könnte einen wichtigen Wendepunkt in der KI-Entwicklung markieren. Die Fähigkeit, leistungsfähige KI-Modelle mit kostengünstigeren Chips zu trainieren, könnte die Dominanz von Nvidia im KI-Chip-Markt herausfordern und die Demokratisierung von KI-Technologien vorantreiben.

Diese Entwicklung zeigt auch, wie Unternehmen durch innovative Ansätze und strategische Partnerschaften ihre Position in einem dynamischen und herausfordernden Marktumfeld stärken können. Die Nutzung einer diversifizierten Chip-Basis könnte ein Weg sein, um die Herausforderungen der globalen Lieferketten zu meistern und gleichzeitig die Entwicklungskosten zu senken.

Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob andere Unternehmen dem Beispiel der Ant Group folgen und ähnliche Strategien entwickeln werden. Die Fähigkeit, KI-Modelle kostengünstig zu trainieren, könnte ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend umkämpften Markt sein und letztendlich den Zugang zu KI-Technologien für eine breitere Palette von Organisationen und Anwendungen ermöglichen.

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