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Solarparks in Asdonkshof und Leucht: 81 Hektar für die Energiewende – Wie Kamp-Lintfort mit zwei Mega-Solarparks Geschichte schreibt

81 Hektar für die Energiewende: Wie Kamp-Lintfort mit zwei Mega-Solarparks Geschichte schreibt

81 Hektar für die Energiewende: Wie Kamp-Lintfort mit zwei Mega-Solarparks Geschichte schreibt – Kreativbild zum Thema, mit KI: Xpert.Digital

Vom Müllberg zum Kraftwerk: Warum ein neues Solar-Projekt am Niederrhein bundesweit Vorbild ist

Ohne staatliche Förderung: Wie ein riesiger Solarpark in Kamp-Lintfort den Strommarkt revolutioniert

Geldregen durch Paragraf 6? Was die geplanten Solar-Giganten für Kamp-Lintfort bedeuten

In Kamp-Lintfort stehen die Weichen auf Zukunft: Gleich zwei gewaltige Solarpark-Projekte mit einer Gesamtfläche von rund 81 Hektar sollen die Energielandschaft am Niederrhein in den kommenden Jahren nachhaltig verändern. Während am Asdonkshof eine ehemalige Abfalldeponie durch ein kommunales Bündnis geschickt als riesige Batterie und Stromquelle zwischengenutzt wird, entsteht mit dem Projekt „Leucht“ parallel ein privatwirtschaftlicher Solar-Gigant. Dessen Strom fließt künftig völlig ohne staatliche EEG-Förderung direkt in die Industrie. Beide Vorhaben sind dabei weit mehr als nur lokale Bauprojekte – sie spiegeln exemplarisch einen rasanten bundesweiten Strukturwandel wider, bei dem großflächige Solarparks längst die klassischen Dachanlagen überholt haben. Lesen Sie, wie eine Kommune zum Vorreiter wird, welche verlockenden finanziellen Chancen sich für die Stadtkasse ergeben und warum diese beiden Modelle beispielhaft für die deutsche Energiewende im Jahr 2026 stehen.

Zwei Solarparks für Kamp-Lintfort

Wenn die Deponie zum Kraftwerk wird und die Energiewende plötzlich vor der eigenen Tür steht

In Kamp-Lintfort verhandelt der Ausschuss für Stadtentwicklung derzeit über zwei vorhabenbezogene Bebauungspläne, die zusammen rund 81 Hektar Fläche für Freiflächen-Photovoltaik erschließen sollen. Auf den ersten Blick handelt es sich um ein weiteres kommunales Genehmigungsverfahren, wie es inzwischen wöchentlich in deutschen Gemeinderäten stattfindet. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass diese beiden Projekte exemplarisch für einen tiefgreifenden Strukturwandel im deutschen Energiesystem stehen, der weit über die Stadtgrenzen Kamp-Lintforts hinausreicht.

Das erste Vorhaben am Asdonkshof umfasst rund 21 Hektar und wird von der Solarpark Asdonkshof GmbH entwickelt, einem Gemeinschaftsunternehmen der Kreis Weseler Abfallgesellschaft und der Stadtwerke Kamp-Lintfort. Die Fläche war ursprünglich für die Abfallentsorgung vorgesehen, weshalb die Photovoltaiknutzung dort als Zwischennutzung konzipiert ist. Geplant sind rund 20 Megawatt Peak Leistung sowie ein Batteriespeicher, betrieben über einen Zeitraum von 25 Jahren.

Das zweite und deutlich größere Projekt trägt den Namen Leucht und wird von der Kronos Solar Projects GmbH aus München realisiert, einem auf Solarpark- und Batteriespeicherentwicklung spezialisierten Unternehmen mit Sitz in der Widenmayerstraße, das nach eigenen Angaben bauvorbereitende Maßnahmen von der Marktbeobachtung bis zur Netzanschlusssicherung übernimmt. Die Gesamtfläche beträgt rund 60 Hektar, von denen 14 Hektar auf Kamp-Lintforter Gebiet und der Rest auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Issum liegen. Die geplante Leistung von bis zu 82 Megawatt Peak wird über eine Laufzeit von 30 Jahren direkt an Großabnehmer vermarktet, ohne den Umweg über die klassische EEG-Förderung.

Warum ausgerechnet jetzt: Der bundesweite Solarboom auf dem Acker

Die beiden Kamp-Lintforter Projekte fallen in eine Phase, in der sich der deutsche Photovoltaikmarkt strukturell neu sortiert. Im ersten Halbjahr 2026 kamen bundesweit rund 7.394 Megawatt an neuer Solarleistung hinzu, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht, allerdings mit einer bemerkenswerten Verschiebung innerhalb des Marktes: Freiflächenanlagen erzeugten mit rund 4.010 Megawatt aus lediglich 1.002 Projekten erstmals mehr Leistung als sämtliche Dachanlagen zusammen, obwohl diese aus über 185.000 Einzelanlagen bestehen. Damit hat sich der Trend, der sich bereits im ersten Quartal des Jahres andeutete, weiter gefestigt.

Die Fachagentur Wind und Solar bewertet das erste Halbjahr 2026 mit rund 4,1 Gigawatt Bruttozubau auf Freiflächen als das stärkste je gemessene erste Halbjahr in diesem Segment, deutlich über den Werten der Vorjahre 2025 und 2024. Der gesamte deutsche Photovoltaikbestand liegt inzwischen bei etwa 125 Gigawatt, eine Verzehnfachung seit dem Jahr 2015, wobei sich die Dynamik seit 2021 noch einmal beschleunigt hat. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 wurden laut Bundesnetzagentur bereits knapp 9.620 Megawatt an neuer Photovoltaikleistung installiert, wovon mehr als die Hälfte auf Freiflächenanlagen entfiel.

Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis mehrerer sich überlagernder Faktoren. Freiflächenanlagen lassen sich in der Regel schneller und kostengünstiger realisieren als komplexe Dachinstallationen, da sie in großem Maßstab standardisiert geplant und gebaut werden können. Gleichzeitig sinkt die Zahl neu registrierter Anlagen insgesamt spürbar, was auf eine gewisse Marktkonsolidierung im Kleinanlagensegment hindeutet, während die Freifläche die entstehende Lücke mehr als kompensiert. Der Bundesverband Solarwirtschaft bestätigt diesen Befund für das erste Quartal 2026: Bei einem leicht rückläufigen Gesamtzubau von 3,5 Gigawatt legten Freiflächenanlagen um 20 Prozent zu und machten damit bereits mehr als die Hälfte des Quartalszubaus aus.

Das Prinzip Zwischennutzung: Wie eine Deponiefläche zur Energiequelle wird

Besonders bemerkenswert am Asdonkshof-Projekt ist die rechtliche und planerische Konstruktion als Zwischennutzung. Die betroffene Fläche war ursprünglich für Zwecke der Abfallentsorgung vorgesehen, wird aber für die kommenden 25 Jahre stattdessen der Solarenergieerzeugung gewidmet. Diese Vorgehensweise erlaubt es Kommunen und ihren Entsorgungsgesellschaften, ökonomisch wenig ergiebige Übergangsphasen einer Fläche produktiv zu nutzen, ohne die ursprüngliche Zweckbindung dauerhaft aufzugeben.

Für die Kreis Weseler Abfallgesellschaft und die Stadtwerke Kamp-Lintfort als gemeinsame Trägerinnen der Solarpark Asdonkshof GmbH ergibt sich daraus ein doppelter Nutzen. Zum einen erzeugt die Fläche über einen langen Zeitraum verlässliche Erträge, zum anderen bleibt die grundsätzliche Option auf eine spätere Rückführung zur Abfallnutzung theoretisch erhalten, was Planungssicherheit für unterschiedliche kommunale Bedarfsszenarien schafft. Diese Form der doppelten Flächennutzung gewinnt bundesweit an Bedeutung, weil klassische Ackerflächen zunehmend im Zielkonflikt zwischen Nahrungsmittelproduktion, Naturschutz und Energieerzeugung stehen und ehemalige Deponie- oder Konversionsflächen als planungsrechtlich weniger sensible Alternativen gelten.

 

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Das Herzstück dieser technologischen Weiterentwicklung ist die bewusste Abkehr von der konventionellen Klemmenbefestigung, die seit Jahrzehnten den Standard darstellt. Das neue und zeit- wie kostengünstigere Montagesystem begegnet dieses mit einem grundlegend anderen, intelligenteren Konzept. Anstatt die Module punktuell zu klemmen, werden sie in eine durchgehende, speziell geformte Trägerschiene eingelegt und dort sicher gehalten. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass alle auftretenden Kräfte – seien es statische Lasten durch Schnee oder dynamische Lasten durch Wind – gleichmäßig über die gesamte Länge des Modulrahmens verteilt werden.

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Energiewende ohne EEG: Wie Direktvermarktung und Batteriespeicher die Solarpark-Ökonomie verändern

Direktvermarktung statt Förderung: Das Leucht-Projekt als Blaupause für die Post-EEG-Ära

Während das Asdonkshof-Vorhaben in vertrauten Bahnen kommunaler Energiewirtschaft verläuft, verkörpert das Leucht-Projekt der Kronos Solar Projects GmbH einen zweiten, ökonomisch bedeutsameren Trend. Der erzeugte Strom soll nicht über die klassische EEG-Einspeisevergütung, sondern direkt an Großabnehmer vermarktet werden, etwa über langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements. Diese Direktvermarktung erlaubt es Industrieunternehmen, sich planbare, oft preisgünstigere Strommengen über Jahrzehnte zu sichern, während der Anlagenbetreiber ein stabiles Absatzmodell ohne die politische Unsicherheit künftiger Förderregelungen erhält.

Kronos Solar Projects selbst beschreibt sein Geschäftsmodell als integrierte Projektentwicklung von der Marktbeobachtung über die Grundstückssicherung bis zur technischen Planung und Netzanschlusssicherung, ergänzt um die Investition in Batteriespeicheranlagen. Über eine Tochtergesellschaft mit Sitz an derselben Münchner Adresse ist das Unternehmen zudem explizit für Planung, Errichtung und Betrieb von Speicheranlagen sowie deren Direktvermarktung aufgestellt. Diese vertikale Integration von Projektentwicklung, Speichertechnik und Vermarktung ist typisch für die neue Generation professioneller Solarparkentwickler, die zunehmend nicht mehr auf staatliche Förderprogramme angewiesen sind, sondern sich als eigenständige Energieversorger im liberalisierten Strommarkt positionieren.

Die Kombination aus großer Freifläche, hoher installierter Leistung und Batteriespeicher folgt dabei einer klaren betriebswirtschaftlichen Logik. Speicher ermöglichen es, den tagsüber erzeugten Solarstrom zeitlich zu verschieben und damit sowohl die Netzstabilität zu erhöhen als auch von Preisschwankungen am Strommarkt zu profitieren, indem Strom in Zeiten hoher Nachfrage und höherer Preise eingespeist wird. Für Betreiber, die ohnehin außerhalb der EEG-Förderung agieren, ist diese Flexibilität ein zentraler Werttreiber, da sie nicht durch feste Einspeisetarife limitiert sind.

Die kommunale Rechnung: Wie Paragraf 6 EEG aus Akzeptanz Kapital macht

Ein zentraler, oft unterschätzter Aspekt solcher Projekte ist die finanzielle Beteiligung der Standortgemeinden. Paragraf 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erlaubt es Betreibern von Freiflächenanlagen und Windenergieanlagen an Land, den betroffenen Gemeinden bis zu 0,2 Cent pro tatsächlich eingespeister Kilowattstunde als einseitige Zuwendung ohne Gegenleistung anzubieten. Diese Regelung gilt seit 2021 und wurde mit dem EEG 2023 auf Bestandsanlagen im Windbereich ausgeweitet, während sie für Freiflächenanlagen in ihrer Grundstruktur unverändert blieb.

Rechtlich handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Pacht oder eine Gegenleistung für eine Genehmigung, sondern um eine gesetzlich definierte freiwillige Zuwendung, die genau deshalb beihilferechtlich unbedenklich ist. Zwar bleibt die Zahlung auf Bundesebene formal freiwillig, in der Praxis ist sie jedoch längst zum Standard geworden: Mit dem Solarpaket I aus dem Mai 2024 sollen Betreiber neuer Freiflächenanlagen ab einer Leistung von einem Megawatt der Standortgemeinde eine solche Beteiligung anbieten. Bei den Kamp-Lintforter Projekten mit 20 beziehungsweise bis zu 82 Megawatt Peak liegt die Umsetzung dieser Beteiligung damit nahe, auch wenn die konkrete vertragliche Ausgestaltung Verhandlungssache zwischen Betreiber und Kommune bleibt.

Bemerkenswert ist zudem, dass Betreiber die an Kommunen ausgezahlten Beträge in der Regel vom zuständigen Netzbetreiber erstattet bekommen, sofern die zugrunde liegenden Strommengen EEG-förderberechtigt sind und diese Förderung auch tatsächlich in Anspruch genommen wurde. Für das Leucht-Projekt mit seiner geplanten Direktvermarktung an Großabnehmer entfällt dieser Erstattungsmechanismus jedoch, da Anlagen in Power-Purchase-Agreements oder sonstiger Direktvermarktung keine EEG-Förderung erhalten und damit auch keinen Anspruch auf Rückerstattung der Kommunalbeteiligung haben. Das bedeutet: Sollte Kronos Solar für Leucht eine Beteiligung nach Paragraf 6 anbieten, müsste das Unternehmen diese vollständig selbst tragen, was die ökonomische Kalkulation gegenüber klassisch geförderten Anlagen spürbar verändert.

Zwei Modelle, ein Ziel: Kommunale versus private Wertschöpfungslogik

Die beiden Kamp-Lintforter Vorhaben lassen sich als exemplarische Gegenüberstellung zweier grundverschiedener Geschäftsmodelle der Energiewende lesen, die zunehmend parallel existieren und miteinander konkurrieren.

Merkmal Asdonkshof Leucht
Fläche rund 21 Hektar rund 60 Hektar, davon 14 Hektar in Kamp-Lintfort
Leistung rund 20 Megawatt Peak bis zu 82 Megawatt Peak
Laufzeit 25 Jahre 30 Jahre
Trägerstruktur Gemeinschaftsunternehmen kommunaler Akteure private Projektentwicklungsgesellschaft
Vermarktung vermutlich überwiegend EEG-basiert Direktvermarktung an Großabnehmer
Flächenvorgeschichte ehemalige Abfallentsorgungsfläche, Zwischennutzung landwirtschaftlich geprägte Fläche über zwei Gemeindegrenzen

Beim Asdonkshof-Modell bleibt die Wertschöpfung weitgehend in kommunaler Hand, was politisch dem Ziel einer breiten gesellschaftlichen Teilhabe an der Energiewende entspricht und zugleich der Stadt Kamp-Lintfort sowie dem Kreis Wesel direkten Zugriff auf Erträge und strategische Steuerungsmöglichkeiten sichert. Beim Leucht-Modell hingegen liegt die unternehmerische Initiative und das Risiko bei einem spezialisierten privaten Projektentwickler, der über Skaleneffekte, Marktzugang zu Großabnehmern und technisches Know-how verfügt, wie es kommunale Strukturen häufig nicht in vergleichbarem Umfang aufbauen können. Beide Modelle schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich in der Praxis: Kommunen liefern häufig die planungsrechtliche Flankierung und lokale Akzeptanzarbeit, während private Entwickler das technische und finanzielle Risiko großer Projekte tragen.

Gewerbesteuer, Flächenkonkurrenz und die Grenzen des Wachstums

Neben der reinen Stromerzeugung entfalten solche Projekte auch fiskalische Wirkungen für die beteiligten Kommunen. Über Gewerbesteuereinnahmen der jeweiligen Betreibergesellschaften sowie die beschriebenen Zuwendungen nach Paragraf 6 EEG generieren Standortgemeinden über Jahrzehnte hinweg verlässliche, kalkulierbare Einnahmen, die insbesondere für strukturschwächere Kommunen wie Kamp-Lintfort im Rahmen des Ruhrgebietsstrukturwandels eine relevante zusätzliche Einnahmequelle darstellen. Diese finanzielle Perspektive dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, warum kommunale Gremien Freiflächenprojekten in den vergangenen Jahren zunehmend aufgeschlossen begegnen.

Gleichzeitig verschärft der bundesweite Freiflächenboom die Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Energieerzeugung. Mit einem ausgeschriebenen Volumen von 9.900 Megawatt allein im ersten Solarsegment des Jahres 2026, verteilt auf drei Gebotstermine, wächst der Flächenbedarf für Photovoltaik in einem Tempo, das lokale Planungsbehörden zunehmend fordert. Bei einem Flächenbedarf von rund einem Hektar pro Megawatt Peak entsprechen die 82 Megawatt des Leucht-Projekts einem erwarteten Flächenverbrauch, der ungefähr der tatsächlich ausgewiesenen Fläche von 60 Hektar entspricht und damit die typische Flächeneffizienz moderner Großanlagen widerspiegelt. Regional zeigt sich dabei weiterhin eine Konzentration des Zubaus auf Bundesländer wie Bayern, Brandenburg und Schleswig-Holstein, während Nordrhein-Westfalen, wo Kamp-Lintfort liegt, zu den Ländern mit besonders hohem relativem Wachstum zählt.

Ein doppelter Wandel unter kommunaler Beobachtung

Die beiden Kamp-Lintforter Bebauungspläne mögen auf kommunaler Ebene als überschaubare Verwaltungsverfahren erscheinen, sie bündeln jedoch exemplarisch die zentralen Spannungslinien der deutschen Energiewende im Jahr 2026. Auf der einen Seite steht das kommunale Modell einer Zwischennutzung, das Städte und Kreise befähigt, wenig genutzte Flächen wie ehemalige Deponievorfelder produktiv einzusetzen und dabei die Wertschöpfung in öffentlicher Hand zu halten. Auf der anderen Seite steht das privatwirtschaftliche Modell der Direktvermarktung, bei dem spezialisierte Projektentwickler wie Kronos Solar Projects große Flächen über Gemeindegrenzen hinweg erschließen und den erzeugten Strom unmittelbar an die Industrie verkaufen, ohne auf staatliche Förderstrukturen zurückzugreifen.

Beide Ansätze tragen zu einem bundesweiten Trend bei, der sich in den Zahlen der Bundesnetzagentur unmissverständlich zeigt: Freiflächenanlagen sind 2026 endgültig zum dominanten Wachstumssegment der deutschen Photovoltaik geworden und haben das traditionell im Fokus stehende Dachsegment sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen überholt. Für Kommunen wie Kamp-Lintfort bedeutet dies die Chance auf verlässliche Zusatzeinnahmen und eine sichtbare Positionierung als Energiewendestandort, verbunden mit der Notwendigkeit, Flächennutzungskonflikte, Bürgerbeteiligung und die jeweils passende Vermarktungsstruktur sorgfältig auszubalancieren.

 

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