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50 Prozent Spritpreis-Anstieg droht: Die Straße von Hormus als Waffe – Wie der Iran-Krieg die Adern der Weltwirtschaft durchtrennt

50 Prozent Spritpreis-Anstieg droht: Die Straße von Hormus als Waffe – Wie der Iran-Krieg die Adern der Weltwirtschaft durchtrennt

50 Prozent Spritpreis-Anstieg droht: Die Straße von Hormus als Waffe – Wie der Iran-Krieg die Adern der Weltwirtschaft durchtrennt – Kreativbild: Xpert.Digital

Spritpreis-Schock droht: Warum die Schließung der Straße von Hormus uns alle trifft

Alles steht still: Wie der Konflikt am Persischen Golf die globalen Lieferketten zerreißt

Die wichtigste Wasserstraße der Welt ist dicht – und die Folgen sind katastrophal

Es ist das ultimative Worst-Case-Szenario, vor dem Ökonomen, Militärstrategen und Energieanalysten seit Jahrzehnten eindringlich gewarnt haben: Mit dem Beginn einer beispiellosen militärischen Luftkampagne der USA und Israels gegen den Iran Ende Februar 2026 wurde die wichtigste globale Energie-Schlagader de facto durchtrennt. Die Straße von Hormus, ein schmales Nadelöhr, durch das normalerweise ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung und gigantische Mengen an Flüssiggas (LNG) fließen, hat sich über Nacht in eine hochgefährliche Kampfzone verwandelt. Die unmittelbare Folge ist ein Schock nie gekannten Ausmaßes für den globalen Handel, der die Weltwirtschaft noch weit über die Grenzen des Nahen Ostens hinaus erschüttern wird.

Innerhalb weniger Stunden nach dem ersten Raketeneinschlag brach die kommerzielle Schifffahrt in der Region dramatisch ein. Große Ölkonzerne und die weltweit führenden Containerreedereien sahen sich gezwungen, den Transit sofort auszusetzen. Hunderte Schiffe sitzen fest oder müssen aufwändig umgeleitet werden – und das zu einer Zeit, in der die globalen Lieferketten ohnehin durch Krisen im Roten Meer massiv belastet sind. Mit der plötzlichen Schließung der Straße von Hormus sind nun die zwei wichtigsten Transitrouten zwischen Asien und Europa gleichzeitig blockiert.

Die makroökonomischen Konsequenzen dieser geopolitischen Eskalation lassen sich kaum überbewerten. Während Militärs auf eine rasche Unterdrückung der iranischen Gegenwehr hoffen, bereiten sich die Finanz- und Rohstoffmärkte auf den Ausnahmezustand vor. Analysten rechnen mit einem rasanten Anstieg des Ölpreises auf weit über 100 US-Dollar pro Barrel, extremen Turbulenzen am ohnehin sensiblen europäischen Gasmarkt und explodierenden Frachtraten. Für Verbraucher und Industrie droht eine neue, heftige Inflationswelle, die von drastischen Preissteigerungen an den Zapfsäulen bis hin zu gravierenden Engpässen bei Konsumgütern und industriellen Bauteilen reicht. Der Konflikt am Golf ist längst nicht mehr nur ein militärischer Schlagabtausch – er ist ein historischer Stresstest für unser gesamtes globalisiertes Wirtschaftssystem.

20 Prozent des globalen Öls fließen durch eine Meerenge, die jetzt ein Schlachtfeld ist

Am Abend des 27. Februar 2026 begann mit Operation Epic Fury ein militärischer Schlag, dessen wirtschaftliche Schockwellen die Welt weit über die unmittelbare Kampfzone hinaus erschüttern werden. Als die Vereinigten Staaten und Israel ihre koordinierte Luftkampagne gegen Iran starteten, trat ein Szenario ein, das Ökonomen und Energieanalysten seit Jahrzehnten als das ultimative Worst-Case-Szenario für die globale Energieversorgung diskutiert hatten: die faktische Schließung der Straße von Hormus. Die Folgen für den globalen Handel, die internationalen Lieferketten und die Weltwirtschaft insgesamt sind in ihrer potenziellen Tragweite mit keinem Ereignis der jüngeren Wirtschaftsgeschichte vergleichbar.

Die Anatomie einer Eskalation

Die militärische Konfrontation zwischen den USA und Iran hatte sich über Wochen aufgebaut. Bereits Mitte Februar berichtete Reuters, dass das US-Militär Vorbereitungen für potenziell wochenlange Operationen gegen Iran traf. Die Verlegung eines zweiten Flugzeugträger-Kampfverbandes in den Nahen Osten, begleitet von Tausenden zusätzlichen Soldaten, Kampfjets, raketenbewaffneten Zerstörern und weiteren militärischen Kapazitäten, signalisierte eine Eskalationsstufe, die über alles hinausging, was zwischen beiden Ländern zuvor erlebt worden war.

Die letzte Runde der Verhandlungen über Irans Nuklearprogramm endete am 27. Februar ohne Einigung, wobei beide Seiten in den Kernfragen weit auseinander lagen. Das Pentagon hatte zu diesem Zeitpunkt die größte Konzentration amerikanischer Kriegsschiffe und Flugzeuge im Nahen Osten seit Jahrzehnten aufgebaut, darunter zwei Flugzeugträger-Kampfgruppen. Vizepräsident Vance erklärte zwar, dass es keine Chance gebe, dass die Angriffe zu einem jahrelangen, lang anhaltenden Krieg führen würden, doch die Realität der folgenden Stunden strafte diese Beschwichtigung schnell Lügen.

In seiner Videoansprache zur Einleitung der Operation formulierte Präsident Trump die Kriegsziele umfassend: Verhinderung iranischer Nuklearwaffen, Zerstörung des Raketenprogramms, Neutralisierung der iranischen Marine und Schutz amerikanischer Interessen vor der Achse des Widerstands. Das offen kommunizierte Ziel eines Regimewechsels, unterstrichen durch Trumps Aufforderung an die iranische Bevölkerung, ihre Regierung zu stürzen, ließ wenig Zweifel daran, dass es sich nicht um eine begrenzte Strafaktion, sondern um eine nachhaltige Kampagne handelte.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltwirtschaft

Die Straße von Hormus ist eine schmale Wasserstraße an der Südgrenze Irans, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und damit dem offenen Indischen Ozean verbindet. Durch diese Meerenge fließen rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung und ein erheblicher Anteil des global gehandelten Flüssiggases. Die Region um den Golf, einschließlich Saudi-Arabien, Irak, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Katar, Bahrain und Oman, produziert 27 Prozent des weltweiten Rohöls, wovon etwa drei Viertel, also rund 20 Prozent der weltweiten Gesamtölversorgung, durch die Straße von Hormus transportiert werden.

Innerhalb von Stunden nach Beginn der Angriffe brach der kommerzielle Schiffsverkehr durch die Meerenge dramatisch ein. Dimitris Ampatzidis, Senior-Analyst bei Kpler, dem Betreiber des Schiffstracking-Dienstes MarineTraffic, berichtete von einem Rückgang der Schiffsbewegungen um 70 Prozent bis zum späten Abend iranischer Zeit. Zahlreiche Schiffe in der Region hatten umgedreht, waren auf andere Passagen umgeleitet worden oder trieben wartend im Golf von Oman.

Die iranischen Streitkräfte warnten Schiffe, die Meerenge zu meiden, und erklärten den Transit als derzeit unsicher. Schiffe in der Region empfingen Funksprüche, die angeblich von der iranischen Marine stammten und den Transit durch die Straße für verboten erklärten. Das US-Marineministerium (MARAD) gab eine Warnung heraus und empfahl Schiffen, das Gebiet wenn möglich zu meiden. Die Organisation INTERTANKO teilte mit, dass die US Navy vor der Navigation in den Operationsgebieten gewarnt habe, die den gesamten Golf, den Golf von Oman, das Arabische Meer und die Straße von Hormus umfassten, und erklärte, die Sicherheit neutraler oder kommerzieller Schiffe nicht gewährleisten zu können.

Der Zusammenbruch der Schifffahrt

Die Reaktion der globalen Schifffahrtsindustrie war so schnell wie beispiellos. Mehrere große Ölkonzerne und führende Handelsunternehmen stellten ihre Lieferungen von Rohöl, Treibstoff und Flüssiggas über die Straße von Hormus umgehend ein. Ein leitender Manager eines führenden Handelshauses erklärte gegenüber Reuters, seine Schiffe würden für mehrere Tage stillstehen.

Im Containerverkehr war die Disruption nicht weniger dramatisch. Mindestens 15 Containerschiffe kehrten um, entweder beim Einlaufen oder Auslaufen aus der Straße von Hormus. Die meisten hatten jedoch entweder gestoppt oder waren bereits umgeleitet worden. Laut Linerlytica-Mitgründer Hua Joo Tan waren rund 170 Containerschiffe mit einer Gesamtkapazität von etwa 450.000 TEU, was 1,4 Prozent der globalen Flotte entspricht, innerhalb der Meerenge eingeschlossen und sahen sich Beschränkungen beim Auslaufen gegenüber.

Die beiden Großreedereien Hapag-Lloyd und CMA CGM, die weltweit Nummer drei im Containerverkehr, gaben formelle Aussetzungen ihres Betriebs bekannt. CMA CGM ordnete allen Schiffen in oder auf dem Weg zum Persischen Golf an, sofort Schutz zu suchen, und setzte alle Suez-Transite bis auf weiteres aus. Hapag-Lloyd kündigte die Aussetzung aller Schiffsdurchfahrten durch die Straße von Hormus an und verwies auf die offizielle Schließung durch die zuständigen Behörden inmitten der sich entwickelnden Sicherheitslage. Weitere Reedereien sollten folgen.

Die Auswirkungen erstreckten sich über die Straße von Hormus hinaus. Analyst Sea/Intelligence bemerkte, dass die Angriffe auch die Hoffnungen auf eine großflächige Rückkehr des Containerverkehrs ins Rote Meer im Jahr 2026 zerschmetterten. Die Kombination aus dem seit 2024 andauernden Houthi-bedingten Ausweichen aus dem Roten Meer und nun der Hormus-Krise bedeutete, dass zwei der drei kritischsten Schifffahrtsengpässe der Welt gleichzeitig gestört waren.

Der Ölmarkt vor dem Schock

Die Ölmärkte waren am Samstag, dem 28. Februar, geschlossen, als die Angriffe begannen, was bedeutete, dass die volle Wucht der Preisreaktion erst am Montag beim Handelsstart sichtbar werden würde. Bereits am Freitag vor den Angriffen hatte Brent-Rohöl bei 72,48 US-Dollar pro Barrel geschlossen, ein Plus von 2,6 Prozent, und US West Texas Intermediate bei 67,02 US-Dollar. Analysten erwarteten jedoch dramatisch höhere Preise.

Barclays prognostizierte, dass Brent-Rohöl am Montag die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel testen könnte. Der Energieanalyst Bob McNally warnte, dass Iran versuchen könnte, die Straße von Hormus für kommerzielle Schiffe gefährlich zu machen, was die Ölpreise ebenfalls über 100 US-Dollar treiben würde. Er betonte, dass der Markt Teherans erhebliche Bestände an Minen und Kurzstreckenraketen unterschätze, die den Verkehr in dieser lebenswichtigen Wasserstraße erheblich stören könnten.

Die Analyse von Bloomberg New Energy Finance hatte bereits vor den Angriffen kalkuliert, dass eine vollständige Blockade der Straße von Hormus, durch die täglich rund 20 Millionen Barrel Öl fließen, die Versorgungslage selbst bei fortgesetzter OPEC-Plus-Produktionssteigerung in ein potenzielles Defizit kippen könnte. Reuters berichtete, dass ein länger andauernder Konflikt mit Auswirkungen auf die Versorgung die Ölpreise auf rund 100 US-Dollar treiben könnte, was 0,6 bis 0,7 Prozentpunkte zur globalen Inflation hinzufügen würde.

Ein besonders besorgniserregendes Szenario beschrieb McNally für die asiatischen Märkte: Wenn die großen Ölimporteure Asiens erkennten, dass Hormus blockiert sei, würde ein beispielloses Bieten um verfügbare Lieferungen einsetzen. Um die Preise zu stabilisieren, müssten sie auf ein Niveau steigen, das zu einer Nachfragesenkung führe, was wiederum eine wirtschaftliche Verlangsamung bedeuten würde. Die Trump-Administration könnte in einem solchen Szenario auf die Strategische Petroleumreserve zurückgreifen, die über einen Bestand von rund 415 Millionen Barrel verfügt.

 

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Amerikas Krieg, Europas Krise: Die paradoxen Folgen des neuen Golf-Konflikts

Auswirkungen auf die LNG-Versorgung und Gaspreise

Neben dem Rohölmarkt drohten auch erhebliche Verwerfungen auf dem globalen Flüssiggasmarkt. Elf LNG-Tanker in Ballast zeigten bereits Anzeichen von Verlangsamung, Kursumkehr oder Stillstand in der Nähe der Straße von Hormus. Laura Page, Kplers Insight-Managerin für LNG und Erdgas, warnte, dass diese Zahl in den kommenden Tagen steigen werde, was die Lieferungen von katarischem LNG auf den Weltmarkt gefährden könnte. Katar ist einer der weltweit größten LNG-Exporteure, und nahezu seine gesamten Exporte müssen die Straße von Hormus passieren.

Für Europa, das seit dem Bruch mit russischem Pipeline-Gas seine LNG-Importe massiv gesteigert hat, stellte diese Entwicklung ein besonders akutes Risiko dar. Eine Unterbrechung der katarischen Lieferungen würde den europäischen Gasmarkt in eine Phase erhöhter Volatilität und potenziell deutlich steigender Preise stürzen. Die bereits durch die russisch-ukrainische Energiekrise geschärfte Anfälligkeit des europäischen Gasmarktes machte die Region besonders verwundbar gegenüber einer zweiten Versorgungskrise binnen weniger Jahre.

Containerverkehr und globale Lieferketten

Die Auswirkungen auf den globalen Containerverkehr gingen weit über den unmittelbaren Persischen Golf hinaus. Die Häfen in den Golfstaaten, darunter der wichtige Umschlaghafen Jebel Ali in Dubai, meldeten Schließungen und Betriebsstörungen. Im Hafen Jebel Ali war nach einem iranischen Angriff ein Brand ausgebrochen, was die Verwundbarkeit der logistischen Infrastruktur der Region unterstrich.

Die strategische Bedeutung der Golfhäfen für die globale Logistik kann kaum überschätzt werden. Jebel Ali ist der größte Hafen des Nahen Ostens und ein zentraler Umschlagplatz für den Handel zwischen Asien, Europa und Afrika. Eine prolongierte Störung dieses Knotenpunkts hätte kaskadierende Effekte auf globale Lieferketten, von der Konsumgüterversorgung bis zur industriellen Zulieferung. Unternehmen, die ohnehin noch die Folgen der Lieferkettenstörungen der Jahre 2020 bis 2023 verdauten und sich gerade erst von den Houthi-bedingten Umleitungen am Roten Meer anpassten, standen vor einer erneuten logistischen Neuordnung von enormem Ausmaß.

Die Frachtraten für sehr große Rohöltanker, die Öl vom Nahen Osten nach China transportieren, hatten sich bereits vor den Angriffen seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt, ein Ausdruck sowohl erhöhter Risiken als auch einer schrumpfenden Zahl verfügbarer Schiffe. Die Containerfrachtmärkte standen vor einer ähnlichen Dynamik, wobei die volle Auswirkung von der Dauer der Hormus-Blockade abhängen würde.

Reaktionen der Finanzmärkte

Obwohl die Hauptangriffe an einem Wochenende begannen und die westlichen Aktienmärkte geschlossen waren, bereiteten sich Analysten und Investoren auf erhebliche Turbulenzen vor. Barclays warnte, dass Brent-Rohöl am Montag die 100-Dollar-Marke testen könnte. Der Gold-Preis, der sich in einem seit über einem Jahr andauernden Bullenmarkt befand und die Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze bereits überschritten hatte, erhielt durch die Iran-Konfrontation einen weiteren potenziellen Katalysator.

Der iShares US Aerospace and Defense ETF lag bereits 14 Prozent im Plus seit Jahresbeginn 2026, mit deutlichen Kurssprüngen unmittelbar nach dem Venezuela-Einsatz und erneut im Februar, als sich die USA dem Krieg mit Iran näherten. Der iShares S&P Global Energy ETF stieg stetig und legte im Jahresverlauf 24 Prozent zu, da die Märkte Versorgungsunterbrechungen durch verschiedene Konflikte einpreisten.

Der Marktveteran Ed Yardeni warnte davor, bei einem sofortigen Kursrückgang am Montag zuzugreifen, da das Risiko-Rendite-Verhältnis nicht überzeugend sei. Ein Krieg, der länger als einige Tage dauere und die Investoren dabei überrasche, werde eine deutlichere negative Reaktion hervorrufen. Goldman Sachs-Analystin empfahl, erst bei einem Rückgang von über zehn Prozent im S&P 500 über Käufe nachzudenken. Lombard Odier identifizierte den entscheidenden Schwenkhebel in der Frage, ob die Eskalation auf militärische Ziele beschränkt bleibe oder in eine Energie- und Logistikstörung übergehe, die eine höhere und klebrigere Risikoprämie in die Märkte einbetten würde.

Makroökonomische Schockwellen

Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges hängen entscheidend von Dauer und Intensität der Versorgungsunterbrechung ab, doch selbst optimistische Szenarien implizieren erhebliche ökonomische Kosten. Ein prolongierter Anstieg der Ölpreise auf über 100 US-Dollar pro Barrel würde den inflationären Druck in einer Weltwirtschaft verstärken, die ohnehin mit hartnäckiger Teuerung zu kämpfen hat. Reuters schätzte, dass ein solcher Preisanstieg 0,6 bis 0,7 Prozentpunkte zur globalen Inflation hinzufügen könnte.

Für die USA, wo die Kerninflation bereits bei drei Prozent liegt und die Federal Reserve in einem schwierigen Spagat zwischen Wachstumsunterstützung und Inflationsbekämpfung steckt, würde ein Energiepreisschock die geldpolitischen Optionen weiter einschränken. Die Europäische Zentralbank, die gerade erst die Inflation unter ihr Zwei-Prozent-Ziel gedrückt hatte, müsste ihre Zinspolitik möglicherweise neu kalibrieren. Für die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens, allen voran Indien, das stark von Energieimporten abhängt, und China, das als größter Ölimporteur der Welt am verwundbarsten gegenüber einer Hormus-Blockade ist, drohten besonders schwerwiegende Konsequenzen.

Japan und Südkorea, beides Volkswirtschaften mit nahezu vollständiger Abhängigkeit von Energieimporten, stünden vor einer existenziellen Versorgungskrise, sollte die Blockade der Straße von Hormus länger andauern. Die Erinnerungen an die Ölpreisschocks der 1970er Jahre, die Japans Wirtschaft in schwere Rezessionen stürzten, würden in Tokio und Seoul unweigerlich wachgerufen.

Die logistische Neuordnung

Jenseits der unmittelbaren Energieversorgung erzwingt der Iran-Krieg eine fundamentale Neuberechnung globaler Handelsrouten. Die gleichzeitige Störung der Straße von Hormus und die anhaltenden Gefahren im Roten Meer durch die Houthi-Angriffe bedeuten, dass die beiden wichtigsten Transitrouten zwischen Asien und Europa kompromittiert sind. Schiffe müssten auf den deutlich längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung ausweichen, was die Transitzeiten um Wochen verlängert und die Transportkosten massiv erhöht.

Für die globale Logistikbranche ist dies ein Albtraumszenario. Die ohnehin angespannten Schiffskapazitäten werden durch längere Routen weiter verknappt, da mehr Schiffe für die gleiche Transportleistung benötigt werden. Die kaskadierenden Effekte auf Just-in-time-Lieferketten, Lagerbestände und Produktionsplanungen sind erheblich. Branchen mit besonders zeitkritischen Lieferketten, von der Automobilindustrie über die Halbleiterfertigung bis zur Lebensmittelversorgung, stehen vor akuten Herausforderungen.

Die Industriestaaten haben aus den Lieferkettenschocks der Pandemie und der Suez-Kanal-Blockade 2021 gelernt und ihre Lagerhaltung teilweise erhöht. Doch die Größenordnung einer gleichzeitigen Störung von Hormus und dem Roten Meer übersteigt alle bisherigen Planungsszenarien. Die politischen Forderungen nach Nearshoring und Friendshoring, also der Verlagerung von Produktion und Handel in geopolitisch befreundete Nähe, erhalten durch diese Krise einen neuen, dringlichen Impuls.

Die Ironie der strategischen Verwundbarkeit

Die vielleicht bemerkenswerteste Ironie des Iran-Krieges liegt in der strategischen Verwundbarkeit, die er offenlegt. Die Vereinigten Staaten, die den Angriff mit dem Ziel der Sicherung ihrer Interessen im Nahen Osten initiierten, sind als der weltgrößte Ölproduzent von einer Hormus-Blockade weniger direkt betroffen als ihre Verbündeten. Es sind Amerikas engste Partner, die Golfstaaten, die ihre Ölexporte nicht verschiffen können, die europäischen Alliierten, die mit einer Energieversorgungskrise konfrontiert sind, und die asiatischen Handelspartner, die den höchsten Preis zahlen.

Saudi-Arabiens Ölexporte, die primär über die Straße von Hormus laufen, stehen ebenso auf dem Spiel wie die Gasexporte Katars und die Öllieferungen Kuwaits und der VAE. Diese Staaten, von denen mehrere iranische Vergeltungsangriffe auf ihre Infrastruktur hinnehmen mussten, befinden sich in der paradoxen Situation, gleichzeitig Opfer iranischer Aggression und wirtschaftliche Leidtragende der amerikanisch-israelischen Militäroperation zu sein.

Zwischen schneller Lösung und langfristiger Krise

Die entscheidende Frage, die Ende Februar 2026 über der Weltwirtschaft schwebt, ist die nach der Dauer des Konflikts. Vizepräsident Vance hatte erklärt, es gebe keine Chance auf einen jahrelangen, langwierigen Krieg. Doch die Formulierung der Kriegsziele, die faktische Enthauptung der iranischen Führung, die breite iranische Vergeltung gegen US-Stützpunkte in der gesamten Region und die Ankündigung eines provisorischen Führungsrates durch Ali Larijani deuten auf eine Dynamik hin, die sich einer schnellen Auflösung entziehen könnte.

Für die Weltwirtschaft bedeutet jeder Tag der Hormus-Blockade höhere Kosten. Selbst wenn die Vereinigten Staaten ihre erklärte Absicht umsetzen und sichere Schifffahrtsrouten durch den Golf und die Straße von Hormus gewährleisten können, wird die Versicherungsbranche die Risikoprämien für Transporte durch diese Region auf Jahre hinaus drastisch erhöhen. Die wirtschaftlichen Narben dieser Krise werden weit über die Dauer der militärischen Operationen hinaus spürbar bleiben und das ohnehin fragile Gefüge der globalisierten Weltwirtschaft an seinen verwundbarsten Stellen treffen.

Die Welt steht am 1. März 2026 vor einer Situation, in der die geopolitischen Risiken für den globalen Handel und die Energieversorgung so hoch sind wie seit der Ölkrise der 1970er Jahre nicht mehr. Der Iran-Krieg ist nicht nur ein militärischer Konflikt. Er ist ein Stresstest für ein globales Wirtschaftssystem, das trotz aller Diversifizierungsbemühungen der vergangenen Jahre nach wie vor kritisch von der freien Passage durch wenige nautische Nadelöhre abhängt. Das Ergebnis dieses Stresstests wird die Konturen der Weltwirtschaft für die kommenden Jahre prägen.

 

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