Sprachauswahl 📢


Die Zersplitterung des digitalen Europas: Eine Gefahr für die Künstliche Intelligenz

Veröffentlicht am: 2. April 2025 / Update vom: 2. April 2025 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Die Zersplitterung des digitalen Europas: Eine Gefahr für die Künstliche Intelligenz

Die Zersplitterung des digitalen Europas: Eine Gefahr für die Künstliche Intelligenz – Bild: Xpert.Digital

Warum Europas digitaler Markt KI-Innovationen behindert

Künstliche Intelligenz: Europas Problem mit der Fragmentierung

Die Europäische Union (EU) steht an einem Scheideweg. Künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem Vormarsch und verspricht, unsere Wirtschaft, Gesellschaft und Lebensweise grundlegend zu verändern. Doch während andere Weltregionen wie die USA und China mit großen Schritten vorangehen, droht Europa ins Hintertreffen zu geraten. Der Grund dafür liegt in der Zersplitterung des digitalen Marktes der EU – einer Krankheit, die die Entwicklung und Verbreitung von KI-Lösungen behindert und Europas Zukunft gefährdet.

Passend dazu:

Ein Flickenteppich statt eines Binnenmarktes

Stellen Sie sich Europa als einen Flickenteppich vor, auf dem jedes Land sein eigenes Süppchen kocht. Jedes Land hat seine eigenen Gesetze, Vorschriften, Standards und Prioritäten im digitalen Bereich. Dies führt zu einer Vielzahl von Problemen:

Regulierungschaos

Unternehmen, die KI-Lösungen in der EU anbieten wollen, müssen sich mit 27 verschiedenen Rechtssystemen auseinandersetzen. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist zwar einheitlich, wird aber von den nationalen Datenschutzbehörden unterschiedlich interpretiert. Das neue Gesetz über digitale Märkte (DMA), das eigentlich für mehr Harmonie sorgen sollte, birgt die Gefahr, die Fragmentierung durch unterschiedliche Durchsetzung noch zu verstärken.

Nationaler Egoismus

Anstatt an einem Strang zu ziehen, verfolgen viele EU-Länder ihre eigenen nationalen Interessen. Dies führt zu Doppelarbeit, Ineffizienz und einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Einige Länder sind in der KI-Entwicklung weiter fortgeschritten als andere, was zu einer ungleichen Verteilung von Ressourcen und Chancen führt.

Unvollendeter Binnenmarkt

Der Traum von einem einheitlichen digitalen Binnenmarkt ist noch lange nicht Realität. Es gibt immer noch Hindernisse für grenzüberschreitende Geschäfte, wie z. B. unterschiedliche Mehrwertsteuersätze, Geoblocking und komplizierte Verbraucherschutzbestimmungen.

Überregulierung

Europa hat den Ruf, ein sehr vorsichtiger und regulierungsfreudiger Kontinent zu sein. Dies kann zwar zum Schutz der Bürger beitragen, aber auch Innovationen ersticken und die Entwicklung neuer Technologien behindern. Der Fokus auf ethische Richtlinien und rechtliche Rahmenbedingungen darf nicht dazu führen, dass die Förderung der kommerziellen Wettbewerbsfähigkeit vernachlässigt wird.

Die Folgen der Zersplitterung

Die Zersplitterung des digitalen Marktes hat gravierende Folgen für die KI-Entwicklung in Europa:

Skalierungsprobleme

KI-Unternehmen, insbesondere Start-ups und kleine und mittlere Unternehmen (KMU), haben große Schwierigkeiten, ihre Lösungen in verschiedenen Ländern zu skalieren. Die Kosten und der Aufwand für die Einhaltung der verschiedenen Vorschriften sind enorm.

Datenmangel

KI-Modelle benötigen große Mengen an Daten, um trainiert zu werden. Der Mangel an einem einheitlichen digitalen Raum und die unterschiedlichen Datenschutzbestimmungen erschweren den Zugang zu diesen Daten. Dies behindert die Entwicklung von KI-Modellen, die die Vielfalt der europäischen Sprachen, Kulturen und des Wissens widerspiegeln.

Kooperationshemmnisse

Die Fragmentierung erschwert die Zusammenarbeit und den Datenaustausch zwischen Forschern und Unternehmen in verschiedenen Ländern. Dies behindert den Fortschritt und die Innovation im KI-Bereich.

Langsame Einführung

Die Einführung von KI-Lösungen durch den öffentlichen und privaten Sektor wird durch unterschiedliche nationale Standards und Beschaffungsprozesse verlangsamt.

Passend dazu:

Europas Kommerzialisierungslücke

Europa hat eine lange Tradition in der Forschung und Entwicklung, aber es fällt ihm schwer, seine Forschungsergebnisse in kommerziell erfolgreiche Produkte und Dienstleistungen umzuwandeln. Dies wird oft als “Kommerzialisierungslücke” bezeichnet. Es gibt viele Beispiele für europäische Innovationen, die anderswo erfolgreich wurden, während sie in Europa selbst floppten.

Finanzierungsmangel

Es gibt nicht genügend Risikokapitalinvestitionen in Europa, insbesondere für Deep-Tech-Start-ups. Im Vergleich zu den USA und China ist Europa deutlich unterfinanziert.

Risikoaversion

Europäische Investoren und Unternehmer sind im Allgemeinen risikoscheuer als ihre amerikanischen Pendants. Eine Kultur, die Scheitern bestraft, kann Innovationen ersticken.

Mangelnde Marktorientierung

Die akademische Forschung ist oft zu wenig auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet. Forscher haben oft nicht das unternehmerische Denken und die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, die für die Vermarktung ihrer Erfindungen erforderlich sind.

Widerstand gegen Zusammenarbeit

Es gibt oft eine Kluft zwischen der akademischen Welt und der Industrie. Die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen ist nicht ausreichend gefördert.

Regulatorische Hürden

Komplexe und kostspielige Verfahren für geistige Eigentumsrechte und umfangreiche Technologievorschriften können Innovationen abschrecken.

Was bringt die EU-Förderung?

Die EU investiert viel Geld in KI-Forschung und -Entwicklung durch Programme wie Horizont Europa und das Programm “Digitales Europa”. Aber wie wirksam sind diese Investitionen?

Forschungsstärke

Europa hat eine starke öffentliche KI-Forschungsgemeinschaft mit einer hohen Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

Patentdefizit

Im Vergleich zu Nordamerika und Ostasien-Pazifik werden in Europa und Zentralasien jedoch weniger Patente angemeldet. Dies deutet darauf hin, dass es Schwierigkeiten gibt, Forschungsergebnisse in kommerziell verwertbares geistiges Eigentum umzuwandeln.

Mangelnde Überwachung

Die KI-Investitionsziele der EU waren oft nicht spezifisch genug, und es fehlte ein System zur Überwachung der Ergebnisse. Dies erschwert die Bewertung der Wirksamkeit der EU-Förderung.

Erfolgsgeschichten

Es gibt auch Erfolgsgeschichten von EU-finanzierten KI-Projekten, z. B. in den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft, vorausschauende Wartung für Industrieanlagen, autonome Minibusse und KI für die Krebsdiagnose.

Geringe Wirkung

Trotzdem gibt es auch Projekte, bei denen die Forschung trotz detaillierter Pläne nie das Labor verlassen hat. Die langsame Einführung von KI in die Produktentwicklung in Unternehmen deutet darauf hin, dass die tatsächliche Integration und Wirkung von KI hinterherhinken könnte.

KI-Governance in der EU: Ein Flickenteppich der Zuständigkeiten

Um die KI-Entwicklung zu steuern, hat die EU verschiedene Governance-Instrumente und -Mechanismen geschaffen:

Koordinierter Plan zur Künstlichen Intelligenz

Dieser Plan soll die KI-Politik der EU-Länder harmonisieren und Investitionen beschleunigen.

Europäisches Amt für Künstliche Intelligenz

Dieses Amt soll die Umsetzung und Durchsetzung des KI-Gesetzes unterstützen.

Europäischer Rat für Künstliche Intelligenz

Dieser Rat soll die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern im Bereich der KI-Politik fördern.

Programm “Digitales Europa” und Horizont Europa

Diese Programme stellen erhebliche finanzielle Mittel für KI-Forschung und -Entwicklung bereit.

KI-Pakt

Diese Initiative soll die frühzeitige Einhaltung des KI-Gesetzes fördern und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren stärken.

Trotz dieser Bemühungen gibt es noch viele Herausforderungen:

Mangelnde Koordination

Die Maßnahmen der EU und der Mitgliedstaaten sind oft nicht ausreichend koordiniert.

Unzureichende Investitionen

Die KI-Investitionen der EU halten nicht mit den globalen Spitzenreitern Schritt.

Langsame Umsetzung

Einige EU-Länder setzen KI-Strategien und -Programme nur langsam um.

Fragmentierte Durchsetzung

Es besteht das Risiko, dass digitale Gesetze, einschließlich des KI-Gesetzes, in den verschiedenen EU-Ländern unterschiedlich durchgesetzt werden.

Selbstregulierung

Das KI-Gesetz stützt sich stark auf die Selbstregulierung der Industrie, was möglicherweise nicht ausreicht, um alle Risiken zu mindern.

Passend dazu:

Was können wir von anderen lernen?

Die EU kann viel von den KI-Strategien anderer Weltregionen lernen:

USA

Die USA verfolgen einen dezentraleren, marktorientierten Ansatz mit weniger staatlicher Aufsicht. Dies fördert Innovation und Kommerzialisierung.

China

China kombiniert Innovationsförderung mit starker staatlicher Kontrolle und einem Fokus auf nationale Interessen. Dies ermöglicht eine schnelle Umsetzung von KI-Technologien in verschiedenen Sektoren.

Die EU sollte ihre regulatorischen Prozesse straffen, um Innovationen nicht zu behindern. Sie sollte auch ein stärkeres Risikokapital-Ökosystem fördern, um KI-Start-ups und Scale-ups zu unterstützen.

Die Rolle der EU-Initiativen

Der digitale Binnenmarkt und Horizont Europa spielen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der KI-Herausforderungen:

Digitaler Binnenmarkt

Ein voll funktionsfähiger digitaler Binnenmarkt ist eine Grundvoraussetzung für die effektive Skalierung von KI-Unternehmen in der gesamten EU. Ein einfacherer Zugang zu Daten ist entscheidend für das Training effektiver KI-Modelle.

Horizont Europa

Dieses Programm bietet erhebliche Mittel für KI-Forschungs- und Innovationsprojekte. Es zielt darauf ab, KI “made in Europe” vom Labor zum Markt zu fördern.

Die rechtliche und regulatorische Landschaft

Die rechtliche und regulatorische Landschaft für KI in der EU ist komplex und herausfordernd:

KI-Gesetz

Das EU-KI-Gesetz ist der erste umfassende Rechtsrahmen für KI. Es zielt darauf ab, die Regeln in den EU-Ländern zu harmonisieren.

Datenschutz

Die DSGVO stellt hohe Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten, was die KI-Entwicklung erschweren kann.

Überlappende Vorschriften

Das KI-Gesetz, die DSGVO, das Gesetz über digitale Dienste und das Gesetz über digitale Märkte schaffen eine komplexe Compliance-Landschaft für Unternehmen.

Nationale Unterschiede

Die KI-Strategien und -Vorschriften der einzelnen EU-Länder können voneinander abweichen.

Das KI-Gesetz verbietet bestimmte risikoreiche KI-Anwendungen und stellt hohe Anforderungen an Hochrisiko-KI-Systeme. Die breite Definition von “KI-Systemen” im KI-Gesetz lässt Raum für Interpretationen und Unsicherheiten.

Was ist zu tun?

Um eine geeinte und wettbewerbsfähige KI-Landschaft in der EU zu schaffen, sind folgende Maßnahmen erforderlich:

Harmonisierung des digitalen Binnenmarktes

Die EU muss die Anwendung und Durchsetzung digitaler Vorschriften harmonisieren und Hindernisse für grenzüberschreitende Geschäfte abbauen.

Gezielte Förderprogramme

Die EU muss gezielte Finanzierungsinstrumente und Unterstützungsprogramme entwickeln, die speziell auf die Kommerzialisierungslücke in der KI-Forschung ausgerichtet sind.

Stärkung der Koordinierung

Die EU muss die Koordinierung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten im Bereich der KI-Politik und -Investitionen stärken.

Förderung einer Innovationskultur

Die EU muss eine Innovations- und Risikobereitschaftskultur innerhalb des europäischen KI-Ökosystems fördern.

Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie

Die EU muss eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie fördern, um die Übertragung von Forschungsergebnissen in marktfähige Lösungen zu erleichtern.

Anpassung des regulatorischen Rahmens

Die EU muss ihren regulatorischen Rahmen für KI kontinuierlich bewerten und anpassen, um sicherzustellen, dass er den Schutz der Grundrechte mit der Notwendigkeit, Innovationen zu fördern und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, in Einklang bringt.

Strategische Investitionen

Die EU muss strategisch sowohl in groß angelegte KI-Infrastruktur als auch in die Entwicklung spezialisierter KI-Modelle investieren, die auf die europäischen Industrieanforderungen zugeschnitten sind.

Internationale Zusammenarbeit

Die EU muss sich aktiv an internationalen Dialogen beteiligen, um einen globalen Ansatz für die KI-Governance zu fördern und die Stimme und die Werte der EU zu vertreten.

Effektive EU-Initiativen

Die EU muss sicherstellen, dass Initiativen wie der digitale Binnenmarkt und Horizont Europa effektiv aufeinander abgestimmt und ausreichend mit Ressourcen ausgestattet sind.

Nur wenn die EU diese Herausforderungen annimmt und die notwendigen Maßnahmen ergreift, kann sie eine führende Rolle im Bereich der KI einnehmen und ihre Zukunft sichern. Die Zeit zum Handeln ist jetzt!

Passend dazu:

 

Ihr globaler Marketing und Business Development Partner

☑️ Unsere Geschäftssprache ist Englisch oder Deutsch

☑️ NEU: Schriftverkehr in Ihrer Landessprache!

 

Digital Pioneer - Konrad Wolfenstein

Konrad Wolfenstein

Gerne stehe ich Ihnen und mein Team als persönlicher Berater zur Verfügung.

Sie können mit mir Kontakt aufnehmen, indem Sie hier das Kontaktformular ausfüllen oder rufen Sie mich einfach unter +49 89 89 674 804 (München) an. Meine E-Mail Adresse lautet: wolfensteinxpert.digital

Ich freue mich auf unser gemeinsames Projekt.

 

 

☑️ KMU Support in der Strategie, Beratung, Planung und Umsetzung

☑️ Erstellung oder Neuausrichtung der Digitalstrategie und Digitalisierung

☑️ Ausbau und Optimierung der internationalen Vertriebsprozesse

☑️ Globale & Digitale B2B-Handelsplattformen

☑️ Pioneer Business Development / Marketing / PR / Messen


⭐️ Künstliche Intelligenz (KI) - AI-Blog, Hotspot und Content-Hub  ⭐️ XPaper