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Weltgrößter Solarpark Schornhof auf ehemaligem Munitionsdepot in Bayern: Von Waffen zu Watt

Veröffentlicht am: 2. April 2025 / Update vom: 2. April 2025 – Verfasser: Konrad Wolfenstein

Weltgrößter Solarpark Schornhof auf ehemaligem Munitionsdepot in Bayern: Von Waffen zu Watt

Weltgrößter Solarpark Schornhof auf ehemaligem Munitionsdepot in Bayern: Von Waffen zu Watt – Symbolbild: Xpert.Digital

Wie ehemalige Militärflächen den Weg für Solarparks ebnen

Von Munitionsdepots zu Solarwundern: Solarparks auf stillgelegten Munitionsdepots

Der Wandel ehemaliger Militärflächen zu Standorten für erneuerbare Energien zeigt eindrucksvoll, wie Konversionsflächen nachhaltig genutzt werden können. In Bayern entstanden mehrere bemerkenswerte Solarparks auf früheren Munitionsdepots, wobei der Solarpark in Hemau bei Regensburg als weltweit größter seiner Art Geschichte schrieb.

Passend dazu:

Der Pionier: Solarpark Hemau

Die Hamburger voltwerk AG nahm im Jahr 2003 den damals weltgrößten Solarpark in Hemau bei Regensburg in Betrieb. Auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots wurden über 32.000 Solarmodule mit einer Spitzenleistung von zusammen rund vier Megawatt installiert. Die Inbetriebnahme erfolgte in Anwesenheit des bayerischen Umweltministers Werner Schnappauf und markierte einen Meilenstein in der Entwicklung großer Photovoltaikanlagen.

Die Leistung dieses Solarparks reichte aus, um den Strombedarf der rund 4.600 Einwohner in Hemau weitgehend abzudecken. Der Standort bot mit durchschnittlich 1.229 Kilowattstunden Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter im Jahr ideale Voraussetzungen für die Solarstromerzeugung. Die Projektkosten beliefen sich auf rund 18,4 Millionen Euro, die über ein Beteiligungskonzept finanziert wurden, bei dem private Investoren Anteile am Solarpark erwerben konnten.

Bemerkenswert war auch die technische Umsetzung: Der in seiner Dimension einzigartige Solarpark wurde in Rekordzeit vom Generalunternehmer SunTechnics Solartechnik GmbH fertiggestellt. Über 70 Handwerker bewältigten diese Aufgabe in nur 12 Wochen Bauzeit. Der umweltpolitische Beitrag war ebenfalls beachtlich – durch den Betrieb des Solarparks sollten in den folgenden 20 Jahren rund 71.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden.

Symbolische Umnutzung

Die Umwandlung des ehemaligen Munitionsdepots in eine Anlage zur Erzeugung erneuerbarer Energie hat auch eine starke symbolische Bedeutung. Bürgermeister Hans Pollinger brachte dies auf den Punkt, indem er betonte, dass aktiver Klimaschutz vor der eigenen Haustür beginnt. Statt wie früher tonnenweise Patronenhülsen zu lagern, bietet das Gelände des ehemaligen Depots nun Solarmodulen Platz, die dazu beitragen, unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu sichern.

Weitere Solarparks auf ehemaligen Munitionsdepots in Bayern

Bürgersolarpark Uttenreuth

Ein weiteres bemerkenswertes Projekt ist der Solarpark auf dem Gelände eines ehemaligen US-Munitionsdepots in Uttenreuth. Unter Federführung des Grünstromanbieters Naturstrom AG wurde hier seit 2014 ein Solarpark mit einer Gesamtleistung von etwa 7.200 MWp errichtet. An diesem Projekt sind drei Bürgerenergiegenossenschaften beteiligt, die für über 400 Bürger stehen, die Eigentümer von Teilen der Anlage sind.

Die Besonderheit dieses Projekts liegt in der komplexen Vorgeschichte des Standorts: Da das Gelände vermutlich auch als Depot für ABC-Waffen diente, musste das Areal von Altlasten gesäubert werden. Die Aufschüttung sauberer Erde sorgte für eine ökologische Aufwertung des Geländes und schuf einen lokalen Rückzugsraum für Flora und Fauna. Zudem war das Areal als ehemaliges Gelände des US-Militärs zunächst gemeindefrei, weshalb vor der Realisierung des Projekts eine Eingemeindung erfolgen musste.

Energiespeicher Fuchstal

Im ehemaligen Munitionsdepot bei Leeder im Fuchstal wurden ebenfalls Solaranlagen installiert. Nach anfänglicher Skepsis stimmte der Gemeinderat 2011 der Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage sowie der Installation von Solaranlagen auf den Dächern mehrerer Bunker zu. Die Meinungsänderung wurde mit der Atomkatastrophe in Fukushima und dem geplanten Atomausstieg in Deutschland begründet.

Aktuelle Entwicklungen: Solarpark Schornhof

Der Trend zu immer größeren Solarparks setzt sich in Bayern fort. In der Gemeinde Berg im Gau im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wurde 2021 der nach Angaben der Firma “Anumar” größte Solarpark Süddeutschlands mit einer Kraftwerksleistung von 120 MWp in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von insgesamt rund 150 Hektar erzeugt dieser Park jährlich etwa 110 Gigawattstunden grünen Strom.

Wirtschaftliche und ökologische Bedeutung

Die Umwandlung ehemaliger Munitionsdepots in Solarparks bietet mehrere Vorteile: Sie nutzt bereits versiegelte oder vorbelastete Flächen und vermeidet damit den Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzflächen. Gleichzeitig werden militärische Altlasten beseitigt und die Flächen ökologisch aufgewertet.

Aus wirtschaftlicher Sicht schaffen solche Projekte nicht nur Arbeitsplätze während der Bauphase, sondern bieten auch langfristige Investitionsmöglichkeiten für Bürger und Unternehmen. Die voltwerk AG beispielsweise finanzierte den Solarpark Hemau über ein Beteiligungskonzept mit einer prognostizierten Ausschüttung von 260 Prozent über 20 Jahre.

Passend dazu:

Aktuelle Erleichterungen für Solarparks in Bayern

Um den Ausbau der Solarenergie weiter zu fördern, hat die bayerische Landesregierung zum Jahreswechsel 2025 die Regelungen für Ausgleichsflächen beim Bau von Solarparks vereinfacht. In Zukunft müssen Projektierer im Regelfall keine Ausgleichsflächen mehr einplanen und anlegen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dies soll den Bau der Anlagen beschleunigen und die Projektkosten reduzieren.

Zukunft aus Konversionsflächen: Bayerns Beitrag zur Klimasicherheit

Die Umnutzung ehemaliger Munitionsdepots zu Solarparks in Bayern zeigt exemplarisch den Wandel von militärischer zu ziviler, nachhaltiger Nutzung. Der weltgrößte Solarpark in Hemau war ein Pionier dieser Entwicklung und hat als Leuchtturmprojekt viele Nachahmer gefunden. Die Beispiele aus Uttenreuth, Fuchstal und Berg im Gau belegen, dass dieser Weg erfolgreich fortgesetzt wird.

Mit der steigenden Bedeutung erneuerbarer Energien und den aktuellen Erleichterungen bei Genehmigungsverfahren ist zu erwarten, dass weitere ehemalige Militärflächen für die Energiewende genutzt werden. Diese Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiesicherheit und demonstrieren, wie aus Konversionsflächen Kraftwerke der Zukunft entstehen können.

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